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Verwalterzustimmung bei Wohnungsverkauf einholen - das sollten Sie bei Eigentumswohnungen beachten

Als Eigentümer einer Eigentumswohnung müssen Sie auf die Interessen der Gemeinschaft Rücksicht nehmen. Sie benötigen in der Regel beim Wohnungsverkauf die Verwalterzustimmung. Nicht immer ist diese wirksam geregelt.

Hausverwalter entlastet Wohngemeinschaft.
Hausverwalter entlastet Wohngemeinschaft. © Rainer_Sturm / Pixelio

Eigentum verpflichtet. Dieser Spruch hat gerade beim Wohnungseigentum eine besondere Bedeutung. Sie unterliegen als Eigentümer einer Eigentumswohnung gewissen Pflichten.

Lesen Sie vor dem Wohnungsverkauf die Teilungserklärung

  • Lesen Sie zunächst die Teilungserklärung. In der Teilungserklärung kann vereinbart sein, dass Sie als Wohnungseigentümer zum Wohnungsverkauf die Verwalterzustimmung einholen müssen. § 12 Wohnungseigentumsgesetzes erlaubt ausdrücklich eine solche Vereinbarung.
  • Beachten Sie, dass die Regelungen in einigen Teilungserklärungen fehlerhaft formuliert sind. Gehen Sie davon aus, dass der Verwalter seine Verwalterzustimmung beim Wohnungsverkauf nur aus wichtigen Gründen, die in der Person des Erwerbers Ihrer Wohnung liegen, verweigern darf.
  • Er darf die Verwalterzustimmung aber nicht aus in Ihrer Person liegenden Gründen verweigern. Haben Sie beispielsweise die Wohngelder nicht bezahlt, kann der Verwalter damit Ihren Verkauf nicht unterbinden und darf Sie damit auch nicht unter Druck setzen.

Verwalterzustimmung darf nicht willkürlich verweigert werden

  • Beachten Sie, dass der Verwalter die Verwalterzustimmung auch bei in der Person des Erwerbers liegenden Gründen nicht willkürlich verweigern darf. Es müssen also nachvollziehbare Gründe vorliegen, die es den übrigen Miteigentümer unzumutbar machen, den von Ihnen erwählten Erwerber in die Gemeinschaft aufzunehmen. Beispiel: Der Erwerber ist Mieter und hat in seiner Mietzeit keine Nebenkosten bezahlt.
  • Beachten Sie, dass mit der Verwalterzustimmung Ihr Arbeitsaufwand und der der übrigen Eigentümer reduziert werden sollen, dessen Ermächtigung aber nicht so weit geht, dass er faktisch wie ein Eigentümer selbst über einen Wohnungsverkauf zu entscheiden hätte. Die Ermächtigung des Verwalters kann als nur so weit gehen, dass er bei in der Person des Erwerbers liegenden wichtigen Gründen die Eigentümergemeinschaft vor Schaden schützt und seine Zustimmung verweigern darf.
  • Beachten Sie, dass ein von Ihnen notariell beurkundeter Kaufvertrag erst wirksam werden kann, wenn die Verwalterzustimmung vorliegt.
  • Informieren Sie daher vor einer Beurkundung unbedingt Ihren Hausverwalter und erbitten Sie rechtzeitig dessen Zustimmung, soweit diese nach der Teilungserklärung erforderlich ist. Selbst wenn sie nicht erforderlich sein sollte, sollten Sie ihn fairerweise informieren, damit er sich frühzeitig auf die neuen Eigentumsverhältnisse einstellen kann.
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