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Vertragswiderruf bei Online-Verträgen - so wahren Sie die Widerrufsfrist

Viele Angebote im Internet sind verführerisch und das Einkaufen ist einfach. Wenn Sie Ihre Entscheidung kurz darauf wieder bereuen, können Sie den Vertragswiderruf erklären und den Kauf stornieren. Allerdings müssen Sie dabei die eine oder andere Formalie beachten.

Vorsicht vor scheinbar günstigen Angeboten
Vorsicht vor scheinbar günstigen Angeboten © Angelina S........ / Pixelio

Wenn Sie im Ladenlokal etwas kaufen, kaufen Sie endgültig. Sie haben kein Widerrufsrecht. Ist die Ware fehlerhaft, stehen Ihnen Gewährleistungsansprüche zu. Entspricht die Ware lediglich nicht Ihren Erwartungen, können Sie sie nicht an den Verkäufer zurückgeben. Nimmt der Verkäufer die Ware dennoch zurück, tut er dies freiwillig, ohne rechtlich dazu verpflichtet zu sein. Bei Onlineverträgen sieht Ihre Rechtsposition besser aus.

Vertragswiderruf fristgerecht erklären

Wenn Sie im Internet etwas einkaufen, wissen Sie nicht, was Sie letztlich erhalten. Der Gesetzgeber schützt Sie als Verbraucher und gewährt Ihnen das Recht zum Vertragswiderruf.

  • Entscheidend ist, dass Sie den Vertragswiderruf innerhalb von 14 Tagen erklären.
  • Sie brauchen keine Begründung anzugeben. Sie dürfen also auch dann, wenn Ihnen die Ware einfach nicht gefällt, widerrufen und die Ware zurückschicken.
  • Die Schwierigkeit beim Vertragswiderruf besteht oft in der Berechnung der Frist. Grundsätzlich beginnt die Frist für den Vertragswiderruf mit der Übergabe der Sache. Der Verkäufer kann diese Frist nicht dadurch verkürzen, dass er mit Ihnen einen Beginn schon mit dem Auslieferungsdatum der Ware vereinbart.

Fristbeginn setzt Belehrung voraus

Allerdings beginnt die Frist nicht zu laufen, bevor der Verkäufer nicht seinen gesetzlichen Informationspflichten nachgekommen ist.

  • Dazu gehört insbesondere die schriftliche Belehrung über Ihr Recht zum Vertragswiderruf. Unterlässt der Verkäufer diese Belehrung, beginnt die Frist nicht zu laufen. Sie können dann prinzipiell jederzeit den Vertrag widerrufen und die Ware zurückgeben.
  • Allerdings müssen Sie auch in diesem Fall beachten, dass Sie Ihr Recht irgendwann verwirken, sobald der Verkäufer nicht mehr damit rechnen muss, dass Sie den Vertrag widerrufen oder die Ware zurückschicken, insbesondere dann, wenn Sie die Ware ausgiebig benutzt oder gar ruiniert haben.

Ihr Widerrufsrecht besteht auch, wenn Sie über eBay bei einem Unternehmer einkaufen. Privatverkäufe begründen kein Widerrufsrecht. Es liegt dann kein Fernabsatzgeschäft vor.

Sie müssen schriftlich widerrufen

  • Um die Frist für den Vertragswiderruf zu wahren, genügt es, wenn Sie den Widerruf innerhalb der Frist von 14 Tagen schriftlich erklären. Zweckmäßig ist es, wenn Sie den Vertragswiderruf schriftlich mit der Post und per Einschreiben verschicken. E-Mail und Telefax sind zwar auch möglich, oft aber nicht in zuverlässiger Weise nachweisbar.
  • Anstelle des ausdrücklichen Widerrufs können Sie die Ware auch zurückschicken. Auch so dokumentieren Sie, dass Sie von dem Vertrag Abstand nehmen.

Beachten Sie aber, dass die bloße Geltendmachung des Rücknahmeverlangens nicht ausreicht, es sei denn, Sie können die betreffenden Waren nicht als Paket verschicken. Dann muss der Verkäufer die Ware normalerweise bei Ihnen abholen, sobald er von Ihrem Vertragswiderruf oder Ihrem Rücknahmeverlangen Kenntnis erhalten hat.

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