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Verhinderungspflege: Antrag auf häusliche Ersatzpflege stellen - so geht's

Neben Pflegegeld und Kurzzeitpflege ist auch die Verhinderungspflege eine Leistung der Pflegeversicherung. Sind die gesetzlich festgelegten Voraussetzungen erfüllt, müssen diese Leistungen von der gesetzlichen und der privaten Pflegeversicherung erbracht werden. Alle Leistungen werden ausnahmslos auf Antrag gewährt. Entsprechende Regelungen finden Sie Sozialgesetzbuch (§ 39 SGB XI.).

Sammeln Sie Belege im Zusammenhang mit einer Verhinderungspflege.
Sammeln Sie Belege im Zusammenhang mit einer Verhinderungspflege.

Das Thema ist im Sozialgesetzbuch unter dem Punkt "Häusliche Pflege bei Verhinderung der Pflegeperson" aufgeführt.

Verhinderungspflege - eine Leistung der Pflegeversicherung

  • Jede Pflegeperson hat ein Recht auf Erholung. Auch können Krankheiten oder Familienangelegenheiten zu einer Verhinderung der Pflegeperson führen. In einem solchen Fall übernimmt die jeweilige Pflegekasse des Versicherten die Aufwendungen einer Ersatzpflege.
  • Voraussetzung für die Kostenübernahme ist, dass die Pflegeperson den Pflegebedürftigen bereits wenigstens sechs Monate betreut hat, wenn es zum ersten Verhinderungsereignis kommt.
  • Als Pflegeperson gelten Sie, wenn Sie einen Pflegebedürftigen wenigstens 10 Stunden und mehr pro Woche pflegen. Sieht die Pflegekasse die Voraussetzungen für eine Verhinderungspflege als gegeben an, finanziert sie diese Leistung für maximal 28 Tage je Kalenderjahr. 
  • Die Pflegekasse kommt für Aufwendungen in einer Höhe von bis zu 1.550 Euro je Kalenderjahr auf (Stand 2012). Die 28 Tage Verhinderungspflege pro Jahr können sich aus einzelnen Stunden, Tagen oder insgesamt auf einmal ergeben.

Antrag stellen zur Sicherung der häuslichen Ersatzpflege

Wer die Pflege in der Zeit einer Verhinderung der Pflegeperson übernimmt (zugelassener Pflegedienst oder nahestehende Person), spielt keine Rolle.

  • Lediglich eine Ausnahme sieht der Gesetzgeber vor. Wenn die Pflege durch nahe Angehörige erfolgt, wird nur das bisherige Pflegegeld weiter gezahlt. Hier bedarf es meist auch keiner gesonderten Antragstellung.
  • Allerdings können Pflegepersonen zusätzliche Aufwendungen über das Pflegegeld hinaus geltend machen. Bis zu einer Summe von 1.470 Euro sind Erstattungen möglich, soweit diese belegt werden können. Der Gesetzgeber nennt hier beispielsweise Fahrtkosten oder Verdienstausfälle.
  • Pflegebedürftiger und Pflegeperson sollten im eigenen Interesse und zum einfachen Nachweis bei der Pflegekasse einen Vertrag abschließen.
  • Einen Antrag auf häusliche Ersatzpflege stellen Sie bei der Pflegekasse. Sie finden auf den Webseiten der entsprechenden Pflegekassen die notwendigen Formulare.

Sie können auch der Pflegekasse per E-Mail, Brief  oder Telefon mitteilen, dass Sie einen Antrag benötigen. Der für den Pflegedürftigen zuständige Mitarbeiter wird Ihnen Unterlagen und Erläuterungen zusenden. 

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