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Urlurch - Informatives

Schon vor den ersten Dinosauriern, vor mehr als zweihundert Millionen Jahren, tauchte der erste Urlurch in der Evolutionsgeschichte der Erde auf. Vertreter dieser Gattung erreichten in der Vergangenheit Größen von mehreren Metern. Auch heute noch existieren Nachfahren dieser Amphibien, jedoch sind diese erheblich kleiner als ihre Ahnen.

Ein Lurch der Berge - der Alpensalamander
Ein Lurch der Berge - der Alpensalamander © F_Otto_Prost / Pixelio

Der Urlurch - verschiedene Arten  

  • Vor etwa 270 Millionen Jahren lebte der Stegocephale, ein Urlurch, der im unteren Perm im feuchtwarmen Klima eines Sees im heutigen Saar-Nahe-Becken auftrat. Mit einer Gesamtlänge von 35 Zentimetern gehörte er zu den eher kleineren Vertretern seiner Art. Allein die Länge seines Schwanzes betrug etwa 20, die seines Schädels knapp fünf Zentimeter. 
  • Zu den Erdbewohnern der frühen Permzeit zählte der Sclerocephalus haeuseri. Das Amphibium erreichte im Erwachsenenalter die stolze Länge von bis zu zwei Metern und führte ein durchaus räuberisches Leben. Ein versteinertes Exemplar mit einer Länge von 1,82 Metern befindet sich im Pfälzer Naturkundemuseum in Bad Dürkheim. 
  • Ein wahrer Riese unter den Amphibien war der Urlurch Mastodonsaurus, der in der ausgehenden Trias vor über 200 Millionen Jahren auf die Jagd ging. Knochenfunde bei Ausgrabungen im baden-württembergischen Kupferzell belegen, dass in das Beuteschema des etwa drei Meter großen und einer Kröte ähnelnden Tieres auch große Vorfahren der Dinosaurier gehörten. 

Die Ahnen der Lurche  

  • In wissenschaftlichen Kreisen gelten die Quastenflosser als Vorgänger der Lurche. Vor etwa 380 Millionen Jahren machten sich diese Fische auf, von ihrem Lebensraum im Süßwasser aus Festland zu betreten. Zu Hilfe kamen ihnen dabei nicht zuletzt die auf ihrer Unterseite paarweise sitzenden Brust- und Bauchflossen, mit denen sie sich auf felsigem Untergrund fortbewegen konnten. Im Verlauf von Jahrmillionen entwickelten sie überdies die Fähigkeit, Sauerstoff zeitlich limitiert direkt aus der Luft aufzunehmen. Somit wiesen die Quastenflosser im Erdaltertum sowohl Fisch- als auch Lurchmerkmale auf. 
  • Im Jahr 1938 fingen Fischer im Indischen Ozean einen eigentümlichen, graublauen Fisch mit einer Länge von anderthalb Metern, der dem seit über 70 Millionen Jahren als ausgestorben geltenden Quastenflosser ähnelte. Bei den Komoren wurden weitere dieser Tiere entdeckt, die in einer Tiefe von bis zu 150 Metern leben. Diese Gruppe hat während ihrer Entwicklung das Wasser jedoch nie verlassen und war somit nicht in der Lage, sich durch Luftatmung mit Sauerstoff zu versorgen. 

Heute lebende heimische Lurcharten  

  • Vorwiegend in Alpenländern und im französischen Jura, in Höhen zwischen 800 und 2.000 Metern, ist der einfarbig schwarze Alpensalamander anzutreffen. Die 14 bis 16 Zentimeter langen Lurche, die eine Lebenserwartung von bis zu 30 Jahren aufweisen können, sind dämmerungsaktiv und ernähren sich unter anderem von Würmern und Nacktschnecken. 
  • Eine besondere Stellung unter den Froschlurchen nimmt der europäische Laubfrosch ein. Als Wohnung sucht er sich gerne Bäume oder Hecken aus, die sich in der Nähe eines Gewässers befinden. Die bis zu fünf Zentimeter große Amphibie macht Jagd auf Kleingetier wie Käfer und Spinnen, wird jedoch auch selbst häufig zur Beute größerer Tiere. 
  • Über ganz Europa verbreitet hat sich der Teichmolch mit einer Länge von etwa elf Zentimetern. Seine bevorzugten Lebensräume sind sonnendurchflutete, warme Tümpel, die über einen reichlichen Pflanzenbewuchs verfügen. Erstaunlich ist die Fähigkeit von Jungmolchen, ihre Entwicklung für die Überwinterung im Wasser zu unterbrechen und diese im Frühjahr abzuschließen. Auch etwa zehn Prozent der erwachsenen Teichmolche verbringen die kalte Jahreszeit im nassen Element. 

Tipp: Das Hohenloher Urweltmuseum in Waldenburg, eine Außenstelle des Naturkundemuseums Stuttgart, zeigt neben Fossilfunden aus der Zeit vor über 200 Millionen Jahren auch Originalfunde und eine Rekonstruktion vom Urlurch Mastodonsaurus. Ein Besuch der Ausstellung, beispielsweise im Zuge einer Weiterbildung, kann durchaus lohnenswert sein.

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