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Unterschied zwischen Volksbegehren und Bürgerbegehren

Zwar hat das deutsche wahlberechtigte Volk nach der Abgabe seiner Stimme keinen direkten Einfluss auf das Tun seiner Volksvertreter, jedoch kann es auf kleineren Ebenen dennoch Einfluss nehmen. Das Volksbegehren sowie das Bürgerbegehren geben hier, in unterschiedlichen Größenordnungen, die Gelegenheit dazu.

Damit aus dem Begehren ein Entscheid wird, sind viele Unterschriften notwendig.
Damit aus dem Begehren ein Entscheid wird, sind viele Unterschriften notwendig.

Volksbegehren sowie Bürgerbegehren sind Säulen der Demokratie

  • Die in Deutschland gültige Staatsform der repräsentativen Demokratie bietet dem Volk respektive dem Bürger eine gewisse Form des "Selbstentscheids". Diese Entscheidungen, die vom Volk oder von den Bürgern ausgehen, werden unterteilt in den Bürgerentscheid, der das Ergebnis eines Bürgerbegehrens darstellt, sowie den Volksentscheid, welcher einem Volksbegehren folgt.
  • Der Unterschied eines Volksbegehrens zu einem Bürgerbegehren wird durch den namensgebenden ersten Teil des jeweiligen Wortes verdeutlicht.
  • Spricht man bei der Gesamtheit einer Nation von einem "Volk", so wird bei einer kleineren "Einheit" wie beispielsweise einer Stadt, als alle Bewohner umfassende Bezeichnung, von den "Bürgern" gesprochen, was verdeutlicht, dass das Volk an sich eine größere Interessengemeinschaft darstellt als die Gesamtheit der Einwohner einer Stadt - die Bürger.

Der Unterschied der beiden Einflussnahmemöglichkeiten

  • Da in Deutschland nur Begehren auf Landes-, Kreis- oder Ortsebene zugelassen werden und Deutschland durch seine Unterteilung in einzelne "Hoheitsgebiete" (die Bundesländer) den einzelnen Städten sowie Landkreisen ein eigenständiges Parlament übergeordnet hat, folgt hieraus, dass die Gesamtheit der Bevölkerung eines Bundeslandes als "Volk" bezeichnet werden könnte und die "Bürger" die Bewohner einzelner Landkreise sowie der dort befindlichen Städten oder Ortschaften darstellen.
  • Somit versucht ein Bürgerbegehren, in einer bestimmten Region eines Bundeslandes mit einem Bürgerentscheid den Willen der dortigen Bürger durchzusetzen, um beispielsweise eventuell geplante Ansiedlungen unliebsamer Betriebe zu verhindern.
  • Das Volksbegehren möchte sich auf Landesebene durchsetzen, um zum Beispiel durch einen Volksentscheid Einfluss auf Entscheidungen des Landtages zu nehmen oder Gesetzesentwürfe zu blockieren.
  • Die Unterschiede zwischen diesen beiden Begehren lassen sich auch an der Anzahl der Begehrenden und an der Größe und Bedeutung des jeweiligen Vorhabens, auf welches Einfluss genommen werden soll, festmachen. 
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