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Unterschied zwischen Amtsgericht und Landgericht - Übersicht

Der Unterschied zwischen Amtsgericht und Landgericht ist für Laien auf den ersten Blick nicht so leicht zu erkennen. Er lässt sich aber an einigen wesentlichen Punkten gut herausarbeiten.

Die Zuständigkeiten von Amts- und Landgerichten sind im Gerichtsverfassungsgesetz geregelt.
Die Zuständigkeiten von Amts- und Landgerichten sind im Gerichtsverfassungsgesetz geregelt.

Einige Unterschiede im Strafrecht

  • Das Amtsgericht setzt sich in Strafgerichtsverfahren in der Regel aus einem Strafrichter oder einem Schöffengericht zusammen, d. h. einem Richter und zwei Schöffen. Bei einem Strafprozess mit besonderem Umfang kann ein weiterer Berufsrichter im Schöffengericht tätig sein. Diese Besetzung - zwei Richter und zwei Schöffen - wird als erweitertes Schöffengericht bezeichnet. Beim Landgericht wird in Strafsachen zwischen "kleiner" und "großer" Strafkammer unterschieden. Die "kleine" Strafkammer wird von einem Richter und zwei Schöffen besetzt. Die "große" Strafkammer umfasst drei Richter und zwei Schöffen. 
  • Ob ein Strafgerichtsprozess im Amtsgericht oder Landgericht  geführt wird, hängt in der Regel von dem zu erwartenden Strafmaß ab und ist im Gerichtsverfassungsgesetz geregelt. Das Amtsgericht ist bis auf einige Ausnahmen für Anklagen zuständig, bei denen das zu erwartende Strafmaß nicht über vier Jahre hinausgeht. Im Unterschied dazu ist das Landgericht zuständig, wenn ein höheres Strafmaß erwartet wird. Des Weiteren ist das Amtsgericht für Strafbefehlsverfahren zuständig, bei denen das zu erwartende Strafmaß ein Jahr auf Bewährung nicht übersteigt. Das Amtsgericht ist auch zuständig für Jugendstrafvollstreckungsverfahren, Bußgeldverfahren und Verfahren von Privatklagen.
  • Das Landgericht kann bei Berufungen die nächsthöhere Instanz zum Amtsgericht sein, nicht aber umgekehrt. Das Amtsgericht gilt als unterste Instanz.

Amtsgericht und Landgericht im Zivilrecht - Zuständigkeit und Zusammensetzung

Der Unterschied von Amtsgericht und Landgericht im Zivilrecht lässt sich unter anderem am Streitwert festmachen. Bei geringem Streitwert ist das Amtsgericht zuständig und bei höherem Streitwert das Landgericht.

  • Allerdings gibt es auch im Zivilrecht einige Sonderfälle für die Zuständigkeit von Amts- und Landgericht. So ist das Amtsgericht für zahlreiche Zivilsachen unabhängig vom Streitwert zuständig. Dazu gehören zum Beispiel das Familien- und Mietrecht. Einen ersten Eindruck von den Zuständigkeiten des Amtsgerichts erhalten Sie zum Beispiel durch die Internetpräsenz des Amtsgerichts München.
  • Die Besetzung im Zivilprozess besteht bei einem Amtsgericht aus einem Einzelrichter. Beim Landgericht entscheidet entweder die Kammer für Handelssachen, bestehend aus einem Berufsrichter und zwei Handelsrichtern, oder die Zivilkammer, bestehend aus drei Berufsrichtern.
  • Auch im Zivilprozess kann das Landgericht bei Berufung die nächsthöhere Instanz zum Amtsgericht sein, nicht umgekehrt.
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