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Unterschied von Weltall und Universum einfach erklärt

Das Weltall wurde zunächst als Übersetzung aus dem Wort Universum (lateinisch: universus, -a, -um alles, allumfassend) von dem Wortschöpfer Philipp von Zesen (1619–1689) geschaffen und wurde lange als Synonym im deutschen Sprachgebrauch angesehen. Inzwischen lässt sich in unserer Sprache ein Unterschied zwischen Weltall und Universum erkennen.

Weltall oder Universum?
Weltall oder Universum?

Möglicher Unterschied zwischen den Begriffen Weltall und Universum 

  • Das Weltall beginnt wie der Weltraum da, wo die Lufthülle der Erde endet. Laut NASA beginnt dieser etwa 80 km, laut esa etwa 100 km über der Erde.
  • Das Universum schließt die Erde mit ein.
  • Das Weltall ist ein Teil des Universums. Es handelt sich um den durch uns Menschen beobachtbaren Teil der Planeten, der Sterne, des Weltraums, der Galaxien usw. Dazu gehört die Beobachtung durch unser bloßes Auge, durch Teleskope auf der Erde und im Weltraum, wie das Hubble-Teleskop, unsere Weltraumsonden, Messung elektro-magnetischer Strahen und vieles mehr.
  • Das Universum umfasst alles - also auch den nicht beobachtbaren Teil. Mittels Beobachtungen des Weltalls werden Rückschlüsse auf das Universum gestellt - so konnte zum Beispiel dank der beiden Ingenieure Arno Penzias und Robert Wilson, die zufällig ein Hintergrundrauschen aus dem Weltall wahrgenommen hatten, das Echo des Urknalls entdeckt werden.
  • Alles, was auf unsere Erde zukommt, zum Beispiel ein Komet, kommt für uns aus dem Weltall. Alles, was wir von der Erde wegschicken, gelangt in das Weltall, nicht in das Universum, denn da befinden wir uns ja bereits.
  • Sollten wir je irgendwann in der Lage sein, das Weltall ganz zu entdecken, so wird es keinen Unterschied zwischen Weltall und Universum mehr geben.

Das Zusammenwirken der „alten“ und der „neuen“ Wissenschaft

  • Obwohl bereits der vorchristliche, griechische Astronom und Mathematiker Aristarchos von Samos (etwa 310 bis 230 vor Christus) die Erde nicht mehr als Mittelpunkt des Universums ansah, sondern das heliozentrische Weltbild mit der Sonne im Zentrum vertrat, galt die Erde in der westlichen Welt sehr lange nahezu wissenschaftlich unwidersprochen als Zentrum allen Seins. 
  • Erst Kopernikus (1473-1543) vertrat öffentlich die These des heliozentrischen Weltbilds (die Sonne ist Zentrum). Diese These wurde von Galileo Galilei aufgegriffen und er konnte anhand von Beobachtungen durch ein Teleskop nachweisen, dass sich die Erde um die Sonne bewegte. 
  • Dennoch war und ist die Erde für uns das Zentrum unseres Seins, unsere Welt, wenn auch in anderer Bedeutung als früher. Heute ist die Erde/Welt aus astronomischer Sicht das Zentrum für uns als Beobachter des Weltalls. Daher finden wir häufig in unserem Sprachgebrauch einen Unterschied zwischen Weltall und Universum. 
  • Aufgrund der Verdienste und Erkenntnisse der Wissenschaftler, z. B. Kopernikus, Galilei, Römer, der die Lichtgeschwindigkeit bestimmte, Olaf Röntgen, der die elektro-magnetische Messung ermöglichte, Albert Einstein und die Relativitätstheorie, Newton und die Bewegungs- und Gravitationsgesetze, Hubble und die Hubblekonstante, Hawking und die "Hawking-Strahlung" und viele weitere legten den Grundstein für unsere heutige Fähigkeit, das Universum mit Messverfahren, Beobachtungen, Simulationen und vielen weiteren wissenschaftlichen Verfahren, als Ganzes zu „betrachten“.
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