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Ungerechtfertigte Abmahnung - die Rechte als Arbeitnehmer

Viele Arbeitnehmer, die eine Abmahnung erhalten, fühlen sich ungerecht behandelt. In solch einer Situation sollten Sie gegen die ungerechtfertigte Behandlung vorgehen. Lassen Sie diesen Makel nicht auf sich sitzen und erfahren Sie, welche Rechte Sie als Angestellter haben.

Eine ungerechtfertigte Abmahnung müssen Sie nicht hinnehmen.
Eine ungerechtfertigte Abmahnung müssen Sie nicht hinnehmen.

Wann die Abmahnung ungerechtfertigt ist

  • Eine Abmahnung ist eine Aufforderung an den Arbeitnehmer, ein bestimmtes Verhalten zukünftig zu unterlassen. Dies wird oft verknüpft mit der Androhung einer Kündigung bei einem wiederholten Verstoß.
  • Dies kann eine ungerechtfertigte Aufforderung sein, wenn der Arbeitnehmer nicht nachweislich gegen Pflichten aus dem Arbeitsvertrag verstoßen hat. Wirft Ihnen der Arbeitgeber vor, zu spät gekommen zu sein, muss er dies nachweisen können.
  • Beliebte Gründe für diese Unterlassungsaufforderungen sind z. B. Unpünktlichkeit, Mobbing von Kollegen oder mehr Bildschirmpausen, als es der Gesetzgeber oder der Arbeitsvertrag erlaubt. Grundsätzlich dürfen Sie nach zwei Arbeitsstunden zehn Minuten Pause machen.

So reagieren Sie auf eine ungerechtfertigte Abmahnung

  • Sie sind nicht völlig machtlos, wenn Sie eine ungerechtfertigte Abmahnung bekommen. Ihnen bleibt die Möglichkeit, eine Gegendarstellung anzufertigen. Diese Gegendarstellung muss dann von Ihrem Arbeitgeber der Personalakte zugefügt werden. Gesetzlich ist das Recht zur Gegendarstellung in § 83 Absatz 2 Betriebsverfassungsgesetz (kurz BetrVG) geregelt.
  • Achten Sie darauf, dass Sie Ihre Gegendarstellung sachlich formulieren und gut begründen. Beleidigungen und abwertende Äußerungen haben dort keinen Platz und sind absolut tabu. Enthält Ihr Text beleidigende Inhalte, so wird der Arbeitgeber ihn nicht in die Personalakte integrieren. Das entspricht dann seinen Rechten.
  • Stellen Sie in der Begründung Bezug zu dem Inhalt der Abmahnung her. Können Sie den zugrunde liegenden Sachverhalt widerlegen, so ist dies genau richtig.

Als Arbeitnehmer seine Rechte kennen und Möglichkeiten nutzen

  • Bei einer ungerechtfertigten Abmahnung können Sie noch weitergehen und die Möglichkeiten voll ausschöpfen. Gelingt es Ihnen, den Vorwurf zu entkräften, können Sie vor Gericht gehen. In diesem Fall lohnt es sich, auf die Gegendarstellung zu verzichten. So würden Sie nur Ihre Argumentation verraten, bevor Sie den Rechtsweg einschlagen, und der Arbeitgeber könnte sich besser vorbereiten.
  • Es ist möglich, vor Gericht die Berichtigung der Personalakte einzuklagen. Sie müssen dann beweisen können, dass der Inhalt der Abmahnung auf unrichtigen Tatsachenbehauptungen beruht. Enthält der Vorwurf darüber hinaus entstellende Beurteilungen, wie zum Beispiel Beleidigungen, so müssen diese ebenfalls entfernt werden.
  • Das größte Problem bei solchen Fällen ist die Beweisbarkeit. Sicherlich kommt es auf den Einzelfall an. Können Sie Beweise vorbringen, wie zum Beispiel die Zeiterfassung, schriftlichen Brief- und E-Mail-Verkehr oder sogar Zeugenaussagen, so macht dies Ihre Aussage plausibel. Ihr Arbeitgeber muss die Gründe für die Abmahnung beweisen. Wirft er Ihnen Unpünktlichkeit vor, so muss er dies beispielsweise anhand eines Zeiterfassungssystems belegen können.
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