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Unerlaubter Waffenbesitz - was tun, wenn man ein Gewehr erbt?

Wenn Sie in Deutschland ein Gewehr oder eine andere Schusswaffe erben, müssen Sie eine Waffenbesitzkarte beantragen, da unerlaubter Waffenbesitz strafbar ist. Für Erben gelten im Antragsverfahren jedoch erleichterte Bedingungen.

Erben brauchen eine Waffenbesitzkarte.
Erben brauchen eine Waffenbesitzkarte. © RainerSturm / Pixelio

Was Sie benötigen:

  • Reisepass oder Personalausweis
  • Erbschein oder notarielles Testament
  • Waffenbesitzkarte des Erblassers

Unerlaubter Waffenbesitz als Erbe

  • Wenden Sie sich unverzüglich an die zuständige Waffenbehörde, um den Besitzübergang anzuzeigen, sobald Sie die Waffe an sich nehmen. In der Folge müssen Sie einen Antrag auf Erteilung der Waffenbesitzkarte stellen. Zuständig sind entweder die Ordnungsämter der Kreise und Gemeinden oder die Polizeibehörden.
  • Falls Sie noch minderjährig sind, dürfen Sie die Waffe nicht in Besitz nehmen, sondern müssen sie bis zu Ihrer Volljährigkeit einem Berechtigten aushändigen.
  • Damit kein unerlaubter Waffenbesitz eintritt, stellen Sie den Antrag innerhalb von einem Monat, nachdem Sie die Erbschaft angenommen haben bzw. die Ausschlagungsfrist abgelaufen ist.
  • Sofern der Erblasser rechtmäßig im Besitz der Waffe war, gelten für Sie erleichterte Voraussetzungen.
  • In diesem Fall brauchen Sie als Erbe nur nachzuweisen, dass Sie die erforderliche Zuverlässigkeit und die persönliche Eignung haben. Dagegen müssen Sie abweichend vom regulären Verfahren weder Sachkunde noch ein besonderes Bedürfnis belegen.

Als Erbe eine Waffenbesitzkarte beantragen

  • Um die Waffenbesitzkarte zu beantragen, legen Sie der Waffenbehörde Ihren Reisepass oder Personalausweis sowie eine Bestätigung über die Erbschaft, d. h. Erbschein oder notarielles Testament und die Waffenbesitzkarte des Verstorbenen vor.
  • Ihre persönliche Zuverlässigkeit setzt voraus, dass Sie nicht vorbestraft sind. Zur Überprüfung holt die Waffenbehörde ein polizeiliches Führungszeugnis vom Bundeszentralregister ein und nimmt Einsicht in das Register der örtlichen Staatsanwaltschaft. Weiterhin kann sie eine Anfrage an die Polizeidienststelle Ihres Wohnortes richten.
  • Von Ihrer persönlichen Eignung überzeugen sich die Mitarbeiter der Behörde regelmäßig selbst. Sie wird Ihnen abgesprochen, wenn Sie zum Beispiel aufgrund einer Drogen- oder Medikamentenabhängigkeit oder psychischer Probleme zum Besitz einer Waffe ungeeignet erscheinen. In Zweifelsfällen kann ein fachärztliches oder amtsärztliches Gutachten verlangt werden.
  • Wenn Sie noch nicht 25 Jahre alt sind, müssen Sie Ihre geistige Eignung immer durch ein ärztliches Gutachten bestätigen lassen.

Damit im Falle einer Erbschaft kein unerlaubter Waffenbesitz entsteht, setzen Sie sich am besten direkt nach der Annahme mit der Waffenbehörde in Verbindung.

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