Was Sie benötigen:
  • Arbeitsvertrag
  • Tarifvertrag
  • Betriebsvereinbarung
  • Formloser Antrag

Einen generellen Anspruch auf unbezahlten Urlaub gibt es nur in Ausnahmefällen. Betriebsvereinbarung, Tarifvertrag oder Arbeitsvertrag können jedoch festlegen, in welchen Ausnahmefällen ein Antrag auf unbezahlten Urlaub zulässig ist.

Unbezahlter Urlaub - das sollten Sie beachten

  • Häufig machen Arbeitnehmer zur Betreuung bei Krankheit von Familienangehörigen, wie zum Beispiel Kindern, oder über die gesetzliche Elternzeit hinaus, von dieser Freistellungsvariante Gebrauch.
  • Üblich ist unbezahlter Urlaub auch, falls Sie die Wartezeit des Bundesurlaubsgesetzes (§4) von 6 Monaten noch nicht erfüllt haben.
  • In der Regel bewilligen Arbeitgeber die unbezahlte Freistellung, wenn Sie dringende persönliche Belange klären müssen (wie zum Beispiel bei plötzlichen familiären Notsituationen) und Ihren Jahresurlaub bereits aufgebraucht haben.
  • Bewilligt der Arbeitgeber Ihren Antrag auf unbezahlten Urlaub, ist er verpflichtet, für alle Arbeitnehmer gleiche Entscheidungsmaßstäbe anzusetzen.
  • Auch die kontinuierliche und wiederholte Bewilligung eines unbezahlten Urlaubs kann einen Anspruch rechtfertigen und das Verlangen nach unbezahlter Urlaubsgewährung zum Rechtsanspruch werden lassen.
  • Wer ohne Genehmigung des Chefs einfach unbezahlt Urlaub nimmt, riskiert die Kündigung.

Formulierungstipps: So beantragen Sie unbezahlten Urlaub

Einen Antragsvordruck für unbezahlten Urlaub gibt es in den meisten Firmen nicht. Doch die Schriftform ist hierfür schon aus Beweisgründen nötig. Also müssen Sie selbst einen Antrag auf unbezahlten Urlaub aufsetzen. Korrekt ist er, wenn Sie dies dabei berücksichtigen:

  1. In der ersten Zeile steht Ihr Name mit Anschrift und Personalnummer, sofern es in Ihrem Betrieb derartige Zuordnungen gibt.
  2. Das Datum erscheint rechts darunter. 
  3. Im Adressfeld tragen Sie die vollständige Firmenanschrift des Betriebes ein.  
  4. Als Betreff formulieren Sie „Antrag auf unbezahlten Urlaub“ oder "Betrifft: Unbezahlter Urlaub".
  5. Eine Begründung zur Beantragung eines unbezahlten Urlaubs gehört in den Haupttext.
  6. Ebenso muss die Zeitspanne möglichst genau angegeben sein.
  7. Schließen Sie mit dem Satz „Bitte informieren Sie mich bis zum …(Entscheidungsfrist eintragen), ob Sie meiner Bitte nach unbezahlter Freistellung durch unbezahlten Urlaub entsprechen“.
  8. Am Ende des Schreibens steht unter der Grußformel Ihre eigenhändige Unterschrift.
  9. Geben Sie den Antrag am besten persönlich in Ihrer Personalabteilung oder bei Ihrem Vorgesetzten gegen eine Empfangsbestätigung (zum Beispiel auf der Kopie des Schreibens) ab.
  10. Setzen Sie dem Vorgesetzten eine Nachfrist, falls er nicht innerhalb der gestellten Zeitspanne entscheidet, und schalten Sie den Betriebsrat ein.