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Unbemerkte Fahrerflucht - Wissenswertes zur nachträglichen Ermöglichung der notwendigen Feststellungen

Ein leichtes Ankratzen eines anderen geparkten Fahrzeuges, nur eine kleine Delle im Blech - schnell kann es zu einer unbemerkten Fahrerflucht kommen. Denn manchmal merkt der Verursacher überhaupt nicht, dass er einen leichten Unfall verursacht hat.

Ein Unfall kann auch unbemerkt passieren.
Ein Unfall kann auch unbemerkt passieren.

Das Erschrecken kann groß sein, wenn erst zu Hause beim Aussteigen aus dem eigenen Fahrzeug festgestellt wird, dass unterwegs etwas passiert sein muss. Wer jedoch überhaupt nicht bemerkt, dass er Beteiligter an einem "Unfall" geworden ist, dem fehlt es schon am vorsätzlichen Handeln, um überhaupt eine Unfallflucht bzw. Fahrerflucht begehen zu können. 

Folgen bei unbemerkter Unfallflucht

  • Wer beispielsweise überhaupt nicht bemerkt, dass er beim Ausparken ein anderes Fahrzeug berührt oder gestreift hat, der kann sich trotzdem plötzlich mit polizeilichen Ermittlungen konfrontiert sehen - wenn der andere Beteiligte Anzeige erstattet hat.
  • Dann wird es im Einzelfall darauf ankommen, wie glaubwürdig die Ausführungen dazu sind, den Unfall gar nicht bemerkt zu haben. Wer dann eine dicke Delle im eigenen Blech hat, der wird sich kaum herausreden können.
  • Findet sich allerdings nur ein kleiner Fleck auf einer nachgiebigen Stoßstange, spricht dies schon eher dafür, dass der Fahrer das Geschehen nicht bemerkt haben kann und quasi eine unbemerkte Fahrerflucht vorliegt. 
  • Wer zu Hause entdeckt, dass ihm unterwegs etwas passiert sein muss, der sollte sich schleunigst an die nächste Polizeidienststelle wenden. Denn dann kann ihm - auch wenn die Umstände dagegen sprechen, dass er den Unfall nicht bemerkt hat - eine Regelung zur Ermöglichung der nachträglichen Feststellungen helfen.

Die nachträgliche Ermöglichung der notwendigen Feststellungen

  • Ein Gericht kann nach der Regelung des § 142 Abs. 4 StGB von einer Strafe wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort völlig absehen, wenn bestimmte Voraussetzungen vorliegen.
  • Die Wichtigste ist, dass der betreffende Unfallbeteiligte sich innerhalb von 24 Stunden entweder beim seinem Unfallgegner oder bei der Polizei meldet und alle nötigen Angaben macht.
  • Weitere Voraussetzungen sind, dass sich der Unfall nicht im fließenden Verkehr ereignet hat - es sich also beispielsweise um einen typischen "Unfall" beim Ausparken handelt - und es nur einen sehr unerheblichen Sachschaden gab - also beispielsweise nur oberflächliche Kratzer, nicht jedoch eine eingedellte Tür.

Eine unbemerkte Fahrerflucht kann schnell passieren. Wer allerdings doch etwas bemerkt hat, sollte sich nicht einfach auf und davon machen - die Folgen können gravierend sein.

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