Alle Kategorien
Suche

Umzugsurlaub - wie Sie ihn beantragen können

Ein Umzug ist meist mit viel Stress verbunden und bedeutet neben der normalen Arbeit eine zusätzliche Belastung. Daher werden Sie im Falle eines Umzuges wahrscheinlich Urlaub nehmen müssen, um alle Dinge rechtzeitig zu erledigen. Sie sollten dann versuchen, nicht Ihren normalen Erholungsurlaub dafür einzusetzen, sondern Umzugsurlaub zu beantragen.

Ein Umzug kann Stress bedeuten.
Ein Umzug kann Stress bedeuten.

Wenn Sie umziehen, werden Sie dies nicht nur in den Feierabendstunden bewältigen können, sondern sich ganze Tage damit beschäftigen müssen. Auch wenn es keinen gesetzlichen Anspruch auf Sonderurlaub für einen Umzug aus privaten Gründen gibt, ist Ihr Arbeitgeber vielleicht aus Kulanz bereit, Ihnen ein oder zwei Tage Sonderurlaub zu gewähren.

Kein gesetzlicher Anspruch auf privaten Umzugsurlaub

  • Das Bundesurlaubsgesetz regelt ausdrücklich nur den Anspruch auf Erholungsurlaub und enthält daher auch keine Vorschriften zu einem etwaigen Sonderurlaub zum Zwecke des Umzuges oder einem speziellen Umzugsurlaub.
  • Müssen Sie allerdings aus betrieblich veranlassten Gründen umziehen, weil Sie zum Beispiel an einen anderen Standort versetzt werden, könnten Sie sich für einen Sonderurlaub auf § 616 S. 1 BGB berufen. Hiernach verliert ein Arbeitnehmer seinen Anspruch auf Vergütung nicht dadurch, dass er "für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit durch einen in seiner Person liegenden Grund ohne sein Verschulden an der Dienstleistung verhindert wird."
  • Bevor Sie sich darauf berufen, sollten Sie jedoch lieber prüfen, ob nicht Ihr Arbeitsvertrag, eine Betriebsvereinbarung oder der Tarifvertrag Ihrer Branche einen Sonderurlaubsanspruch bei einem Umzug bzw. einen Umzugsurlaub vorsieht.
  • Vielleicht ist in Ihrem Arbeitsvertrag sogar ein Urlaubsanspruch vorgesehen, wenn Sie aus privaten Gründen umziehen.
  • Auch wenn dies nicht der Fall sein sollte, sollten Sie Ihren Arbeitgeber auf jeden Fall fragen, ob er Sie nicht aus Kulanzgründen für ein oder zwei Tage freistellen kann. Wenn das nicht klappt, müssen Sie bei einem privaten Umzug wohl oder übel Ihren Erholungsurlaub einsetzen.

Sonderurlaub im öffentlichen Dienst

  • Nach § 29 Abs. 1 Buchstabe c) des Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst (TVöD) haben Sie im Falle eines Umzuges aus "dienstlichem oder betrieblichem Grund an einen anderen Ort" einen Anspruch auf eine Arbeitsbefreiung von einem Tag.
  • Beachten Sie, dass sich dieser Anspruch nur auf einen dienstlich veranlassten Umzug an einen anderen Ort und nicht auf einen Umzug innerhalb desselben Ortes bezieht. Ziehen Sie also von Berlin-Köpenick nach Berlin-Spandau um, weil Sie dorthin versetzt werden, ziehen Sie innerhalb desselben Ortes bzw. derselben Stadt um und dieser Urlaubsanspruch ist nicht gegeben.
  • Sind Sie Bundesbeamter, ist § 12 Abs. 3 Nr. 3 der Sonderurlaubsverordnung (SUrlV) für Sie maßgeblich. Hiernach haben Sie bei einem Umzug aus dienstlichem Anlass an einen anderen Ort einen Anspruch auf Sonderurlaub von einem Tag. Sollte der letzte dienstlich veranlasste Umzug weniger als fünf Jahre zurückliegen, haben Sie bei einem Umzug aus dienstlichem Anlass an einen anderen Ort sogar einen Anspruch auf Sonderurlaub von drei Tagen.
  • Den Sonderurlaub werden Sie in aller Regel mit einem Vordruck Ihres Dienstherrn über den Dienstweg beantragen können.

Umzugsurlaub gibt es nur in eng begrenzten Fällen. Wenn diese nicht einschlägig sind, sollten Sie mit Ihrem Arbeitgeber verhandeln, ansonsten müssen Sie für einen privaten Umzug in der Regel Ihren Erholungsurlaub einsetzen.           

Teilen: