Alle Kategorien
Suche

Umsatzsteuer und Einkommensteuer - was Sie als Freiberufler beachten sollten

Als Freiberufler zahlen Sie wie jeder andere auch Einkommensteuer. Umsatzsteuer zahlen Sie, wenn Sie nicht Kleinunternehmer sind. Um Ihre Situation steuerlich optimal zu gestalten, sollten Sie einige Hinweise beherzigen.

Mit Ausgaben Steuern sparen.
Mit Ausgaben Steuern sparen. © derateru / Pixelio

Steuern müssen sein. Die Frage ist nur, in welcher Höhe diese zu entrichten sind. Gerade als Freiberufler haben Sie vielfältige Möglichkeiten, Ihre spezielle Kostensituation bei der Umsatzsteuer und der Einkommensteuer zu berücksichtigen.

Umsatzsteuer als Sollbesteuerung deklarieren

  • Achten Sie bei der Umsatzsteuer darauf, dass Sie nach Möglichkeit nicht die Istbesteuerung, sondern die Sollbesteuerung wählen. Dann zahlen Sie Umsatzsteuern erst dann an das Finanzamt, wenn Ihr eigener Kunde Ihre Rechnung bezahlt hat. Bei der Istbesteuerung wird die Umsatzsteuer bereits dann fällig, wenn Sie nur die Rechnung ausstellen und der Kunde erst viel später bezahlt. Sie gewähren dem Finanzamt unnötigerweise einen Kredit.
  • Liegt Ihr Umsatz unter 17.500 € im Jahr und werden Sie auch im laufenden Jahr die Grenze von 50.000 € nicht überschreiten, sollten Sie die Kleinunternehmerregelung beanspruchen. Sie dürfen dann in Ihren Rechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen, andererseits aber auch aus von Ihnen selbst bezahlten Rechnungen keine Vorsteuer mehr geltend machen.
  • Die Kleinunternehmerregelung ist daher nachteilig, wenn Sie als Existenzgründer hohe Anlaufkosten oder größere Investitionen getätigt haben. Dann dürfte es vorteilhafter sein, die bezahlten Umsatzsteuern als Vorsteuer vom Finanzamt wieder erstatten zu lassen.

Sie handeln treuhänderich für den Fiskus

  1. Achten Sie darauf, dass Sie vereinnahmte Umsatzsteuer regelmäßig an das Finanzamt abführen und regelmäßig Ihre Umsatzsteuervoranmeldung erstellen. Arbeiten Sie keinesfalls mit dem Geld. Schließlich vereinnahmen Sie es nur treuhänderisch für den Fiskus und riskieren die gnadenlose Zwangsvollstreckung, wenn Sie es nicht rechtzeitig abführen.
  2. Sammeln Sie über das Jahr hinweg alle Belege, die für Ihre Ausgaben anfallen und machen diese als Werbungskosten geltend.

Einkommen mit der Anlage EÜR erklären

  • Als Freiberufler müssen Sie Ihrer Einkommensteuererklärung die Anlage EÜR beifügen, in der Sie Ihre Gewinnermittlung vornehmen. Ansonsten unterliegt Ihre Gewinnermittlung keinen besonderen Formvorschriften. Sie müssen lediglich noch ein Anlagenverzeichnis erstellen für die Güter, die Sie betrieblich nutzen und deshalb über ihre Nutzungsdauer abschreiben müssen.
  • Prüfen Sie, ob Sie im Hinblick auf Ihre Einkommenssteuerpflicht am Jahresende noch eine Rechnung verschicken und den Rechnungsbetrag vereinnahmen oder den Geldempfang ins nächste Jahr verschieben. Möglicherweise liegt Ihr Einkommen im Folgejahr niedriger, sodass Sie so Ihre Steuerpflicht reduzieren.

Freibeträge für Betriebsausgaben nutzen

  • Achten Sie darauf, dass Sie bei hauptberuflich ausgeübter selbständiger schriftstellerischer oder journalistischer Tätigkeit pauschal 30 % Ihrer Betriebseinnahmen, maximal 2455 € jährlich, statt der tatsächlich angefallenen Betriebsausgaben geltend machen können. Sie ersparen sich damit einen erheblichen bürokratischen Buchungsaufwand.
  • Sind Sie wissenschaftlich, künstlerisch oder schriftstellerisch nebenberuflich tätig oder üben Sie nebenberuflich eine Lehr- oder Prüfungstätigkeit aus, dürfen Sie pauschal 25 % Ihrer Betriebseinnahmen, maximal 640 € jährlich, statt der tatsächlich angefallenen Betriebsausgaben geltend machen.
  • Achten Sie darauf, dass Ihre Einkommensteuererklärung spätestens bis zum 31. Mai des Folgejahres abgegeben wird und so Säumniszuschläge vermeiden. Sind Sie steuerlich vertreten, kann Ihr Steuerberater die Frist verlängern lassen.
Teilen: