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Trensenarten - so ermitteln Sie, welche Trense passt

Während früher Pferde nur als Arbeits- und Transporttiere genutzt wurden, werden Sie heute als Sport- und Freizeitbegleiter hoch geschätzt. Um das Pferd beherrschen und lenken zu können, entdeckte man sehr schnell die Einwirkweise über das Maul. Es entwickelten sich daher Gebissstücke aus verschiedenen Materialien, wie z. B. Horn, Hartholz, Leder und Eisen. Die Kelten waren die ersten, die z. B. ein Stangengebiss verwendeten. Inzwischen gibt es sehr viele unterschiedliche Trensenarten.

Suchen Sie die richtige Trense aus.
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Trensenarten und Kandaren - Wissenswertes

  • Die Trense ist das Gebissstück eines Pferdezaumzeugs, an dessen Seiten sich zwei Ringe für die Zügel befinden. Trensen wirken im Maul und üben durch "Zügeln" des Pferdes stärkeren oder schwächeren Druck auf dessen Kinnlade, Gaumen und Zunge aus. Es gibt sehr viele verschiedene Trensenarten, die jedoch mit einer Kandare nicht zu verwechseln sind.
  • Die Kandare ist eine Maulstange mit Querschenkeln ("Bäume" genannt). Diese Bäume unterteilen sich in kurze untere, für die Kinnkette, sowie den oberen, mit Ringen bestückten, längeren, an denen die Zügel sitzen. Mithilfe der Kinnkette, die unterhalb der Kinngrube durchgeführt wird, entsteht beim "Zügeln" des Pferdes eine Hebelwirkung.

Merkmale der Trense

  • Je nach Trensenart kann das Gebiss dicker oder dünner sein. Dünnere Trensen drücken oft schärfer und punktueller im Pferdemaul. Ein dickes Gebiss kann zwar weicher wirken, für das Pferd allerdings ebenso schmerzhaft sein. Egal, für welche Trensenart Sie sich entscheiden, Sie sollten stets die jeweilige Anatomie des Pferdemauls beachten, um eine, für Ihr Pferd ideale Trense zu erhalten.
  • Man unterscheidet die Trensen nach der Form des Mundstücks, der Seitenringe sowie ihrer verschiedenen Materialien. Die Mundstücke bezeichnen sich danach, ob es sich um ein einfaches Stangengebiss, ein gebrochenes (also zweiteiliges) Stangengebiss, ein doppelt gebrochenes Stangengebiss oder eine andere "Stangenform" handelt. Auf weitere Formen soll hier nicht weiter eingegangen werden, da sich darunter durchaus Gebisse befinden, die die Tiere quälen. Lassen Sie sich nur in einem qualifizierten Fachgeschäft beraten.
  • Die Form der Seitenringe unterscheidet sich in Ring-, Olivenring- und D-Ringform. Bei der standardmäßigen Ringform kann es leider durch "Ausleiern" zum Einklemmen der Lippe kommen. Die Olivenform bedingt, eine scharfe, hebelartige Zügelwirkung. Materialien können Aurigan (Messing-Legierung), Argentan (hoch nickelhaltig / allergieauslösend), Edelstahl (unproblematisch), Eisen (vermehrter Speichelfluss),  Gummi (nicht bissfest), Kupfer (beliebt bei Pferden) oder Schaumstoff (für empfindliche Pferde) sein.
  • Das freundlichste Material für Pferdetrensen ist Leder. Allerdings muss die Ledertrense sehr gut gepflegt werden. Auch kommt es neben dem Material auf das Gewicht der Trense an. Manche Hohlraum-Gebisse können zu leicht und manche massive Gebisse zu schwer sein.

Je nach Reitsportart, (Spring-, Turnier- oder Freizeitreiten), kann eine unterschiedliche Trensenart notwendig sein. Grundsätzlich wirkt die Trense auf das sensible, empfindliche Maul des Tieres Druck aus. Leider ist es für den Reiter nicht immer ersichtlich, welche Interaktionen sich zwischen Maulhöhlenstruktur und Trense abspielen. Nicht selten entstehen durch die Wahl falscher Trensenarten Verletzungen an Unterkiefer, Lippe und Zunge.

Die Trensenart muss der Anatomie des Mauls entsprechen

  • Schlecht sitzende Trensen bedingen manche "Unwilligkeiten" des Pferdes und führen sogar zu bleibenden Schäden in der Mundhöhle. Die Maulhöhle bildet sich durch ein paariges Gaumen-, Zwischenkiefer- und Oberkieferbein sowie einem unpaarigen, sogenannten Pflugscharbein, wobei der Unterkiefer wie auch das Zungenbein unterhalb der Maulhöhle liegen.
  • Zwischen dem Keil-, dem Flügel- und Oberkieferbein liegt das Gaumenbein. Das Zwischenkieferbein, der Gaumen-, Nasen- und Zahnfortsatz formen den Naseneingang und bilden als Knochen die Gesichtsschädelspitze. Mit den Weichteilgeweben, dem Kehlgangsmuskel, der Zunge und den Backen wird die Maulhöhle umgrenzt. Dabei füllen Zähne und Zunge die Maulhöhle fast ganz aus.
  • Die Zunge, die durch einen, am Zungenbein sitzenden Muskel bewegt und gestützt wird, ist selbst ein kräftiger Muskel. Sie dient der Trense als Auflagefläche und polstert, je nachdem, wie stark das Pferd die Zungenmuskeln anspannt, die Laden (zahnfreien Rändern des Hinterkiefers) des Tieres gegen den Trensendruck. Zurzeit gibt es nur Erfahrungswerte, inwieweit die verschiedenen Trensenarten auf das Gebiss einwirken. Genaue Studien gibt es noch nicht.
  • Sie dient der Trense als Auflagefläche und polstert, je nachdem, wie stark das Pferd die Zungenmuskeln anspannt, die Laden (zahnfreien Rändern des Hinterkiefers) des Tieres gegen den Trensendruck. Schauen Sie sich den genauen, zahnfreien Unterkieferbereich, die Laden an. Wie sind sie gepolstert? Wie groß ist der Spielraum in der Gaumenkuppel und wie lang ist die Maulspalte. Der Abstand der Laden von einander spielt genauso eine Rolle, wie z. B. die Beschaffenheit der Backenzähne. Eine zu dünne Zunge bietet z. B. zu wenig Polsterung. Pferde, mit schmalen Kinnladen brauchen oft weichere Trensen und ältere Pferde, mit verändertem, kleineren Maulraum nicht zu dicke.

Auch der richtige Umgang mit der Trense ist von höchster Bedeutung, denn sobald das Pferd die gewünschte Richtung einnimmt, muss der Zug, bzw. Druck nachlassen. Der Lob des Reiters und der nachlassende Druck lehren das Pferd, sich richtig verhalten zu haben. Grundsätzlich müssen Sie beim Kauf viele Trensen ausprobieren und nur die Trense, die dem Pferd offensichtlich gut tut, kann die Richtige sein. Lassen Sie sich im Fachgeschäft ausführlich beraten.

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