Was ist eine Tonleiter? - Theoretische Grundlagen

Zum Verständnis der verschiedenen Tonleitern ist ein bisschen Theorie Grundvoraussetzung.

  • Eine Tonleiter besteht aus Halbtönen und Ganztönen, die in einer für die Tonleiter spezifischen Reihenfolge zueinander angeordnet sind. Sie sind nach der Höhe geordnet. Eine Tonleiter kann vom tiefsten, aber auch vom höchsten Ton aus begonnen werden.
  • Die Tonleiter umfasst beinahe immer eine Oktave, also 8 Ganztöne bzw. 12 Halbtöne. Dabei besteht sie meist aus acht Tönen, wobei der letzte gleichzeitig der Beginn der folgenden Tonleiter ist. Dies wird Heptatonik genannt.
  • Um den Unterschied zwischen Halb- und Ganztönen zu verstehen, ist die Klaviatur, also die Tasten eines Klaviers, hilfreich. Ein Halbton ist der Abstand von einer Taste zu einer benachbarten, also zum Beispiel C zu Cis oder E zu F.
  • Ein Ganzton ist noch eine Taste mehr, also zum Beispiel von C zu D oder von E zu Fis.
  • Eine Tonleiter kann grundsätzlich von jedem Ton ausgehen, egal ob die Klaviertaste schwarz oder weiß ist. Um die Übersicht in dieser Erklärung zu wahren, wird die Grundtonleiter immer vom C ausgehend beschrieben.

Die Dur- und die Molltonleiter

Dur- und Molltonleitern sind die am häufigsten verwendeten Tonleitern.

  • Eine Dur-Tonleiter hat nur Ganztonabstände, ausgenommen zwischen dem 3. und 4. bzw. zwischen dem 7. und 8. Ton der Tonleiter. Eine C-Dur-Tonleiter wäre also: C-D-E-F-G-A-H-C. Auf dem Klavier sind das alle weißen Tasten.
  • Eine Molltonleiter unterscheidet sich nicht wesentlich,  auch hier gibt es zwei Halbtonabstände, jedoch hier zwischen dem 2. und 3. und zwischen dem 5. und 6. Ton. Eine c-Moll-Tonleiter besteht also aus den Tönen: c-d-es-f-g-as-b-c. Hier fällt, nebenbei bemerkt, auf, dass die Töne in Molltonarten mit Kleinbuchstaben beschrieben werden.
  • Mit diesen beiden Tonleitern, die Sie nun auf jeden beliebigen Anfangston übertragen können, können Sie gute Einspielübungen an Instrumenten oder auch Einsingübungen gestalten.

Übersicht über weitere Tonleitern

Mit Dur und Moll ist allerdings noch lange nicht das gesamte Spektrum an Tonleitern ausgeschöpft. Beinahe jeder Musikstil hat seine eigenen Tonleitern, sodass es nicht einfach ist, die Übersicht zu behalten.

  • Vor allem in den Werken älterer Komponisten, aber auch einiger Romantiker, wie z. B. Fauré, sind die Kirchentonarten zu finden. Dabei finden vor allem Dorisch, Phrygisch und Lydisch Verwendung. Dorische Tonleitern haben zwei Halbtonschritte nach dem zweiten bzw. sechsten Ton, phrygische nach dem ersten und nach dem sechsten, lydische hingegen nach dem vierten und nach dem achten.
  • Die chromatische Tonleiter ist eine Tonleiter, die aus 11 Tönen besteht, nämlich allen Halbtönen. Sie wurde in der Klassik sehr gern verwendet. Auch für die Zwölftonmusik bildet sie die Grundlage.
  • Bekannt ist auch die sogenannte Zigeunertonleiter. Dabei gibt es hier die Unterscheidung in Zigeuner-Moll oder -Dur. Zigeuner-Moll ist die häufiger verwendete Tonleiter. Hier gibt es nach dem zweiten Ton einen Halbtonschritt, anschließend jedoch keinen Ganztonschritt, sondern drei Halbtonschritte; Selbiges auch nach dem fünften Ton. c-Moll besteht hier also aus c-d-es-fis-g-as-h-c.
  • Auch die Bluesmusik hat ihre eigene Tonleiter. Diese ist allerdings hexatonisch, besteht also nur aus sechs Tönen. Von c aus besteht diese Tonleiter aus c-es-f-ges-g-b-c.

Weitere Tonleitern sind pentatonische (die nur aus fünf Tönen besteht), die Tonleitern der indischen und chinesischen Musik, harmonisches Dur und noch viele weitere.