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Tilgungsrate - der Begriff einfach erklärt

Den meisten Eigenheimbesitzern ist der Begriff Tilgungsrate sehr vertraut. Bei der Modernisierung von Altbauten, der Neuanschaffung plötzlich nötiger Einrichtungsgegenstände oder bei Versandhausbestellungen wird immer öfter auf eine Ratenzahlung zurückgegriffen. Der eigentlich interessante Teil einer jeden Finanzierung ist die Tilgungsrate, da diese die zurückzuzahlende Summe Stück für Stück verringert.

Der Weg zum Eigenheim ist oft mit Tilgungsraten gepflastert.
Der Weg zum Eigenheim ist oft mit Tilgungsraten gepflastert.

Was eine Tilgungsrate bedeutet

Jede Finanzierung wird über Raten zurückgezahlt. Dabei ist es ganz gleich, ob es sich bei der Finanzierung um ein Annuitätendarlehen oder ein sogenanntes Tilgungsdarlehen handelt. Die Rückzahlungsraten setzen sich zu unterschiedlichen Anteilen aus der Tilgungsrate und der Zinsrate zusammen.

  • Die Tilgungsrate ist der Teil der Rückzahlungsrate, der die zurückzuzahlende Summe verringert, also tilgt.
  • Beim sogenannten Tilgungsdarlehen ist die Tilgungsrate immer gleich hoch und aufgrund der abnehmenden Finanzierungssumme sinken die zu zahlenden Zinsen. Dadurch fällt die Rückzahlungsrate jeden Monat niedriger aus.
  • Dagegen bleibt die Rückzahlungsrate beim Annuitätendarlehen über die gesamte Laufzeit gleich hoch. Lediglich die Zusammensetzung der monatlichen Rate ändert sich. Die Höhe der Tilgungsrate steigt prozentual um den Betrag, um welchen sich die Zinsrate verringert.
  • Die Zinsrate ist der Teil der monatlichen Rate, mit dem die vertraglich vereinbarten Zinsen monatlich gezahlt werden.

Die Tilgungsrate - das sollten Sie beachten

  • Überlegen Sie sich sehr genau welchen finanziellen Spielraum Sie für eine Finanzierung zur Verfügung haben. Da die Tilgungsrate sowohl von der Finanzierungssumme als auch von der Zinshöhe beeinflusst wird, sollten Sie Ihr Hauptaugenmerk auf die gesamte Rückzahlungsrate legen.
  • Planen Sie sicherheitshalber auch eine unvorhergesehene Arbeitslosigkeit mit ein, dann sind Sie im Fall der Fälle trotzdem in der Lage, Ihre Tilgungsraten zu stemmen. Falls Sie eine größere Summe finanzieren, sollten Sie sich die Möglichkeit einer Versicherung für den Fall der Arbeitslosigkeit genau erklären lassen. Allerdings sind diese Angebote häufig teuer und haben zum Teil erhebliche Einschränkungsklauseln. Eine solche Versicherung kann in Abhängigkeit der persönlichen Voraussetzungen unter Umständen sinnvoll sein. Lesen Sie auf alle Fälle das Kleingedruckte einer solchen Versicherung.
  • Die Absicherung des Todesfallrisikos wird von verschiedenen Institutionen als wesentlich wichtiger und sinnvoller erachtet. Sollten Sie bereits über eine ausreichend hohe Risikolebensversicherung verfügen, kann dies eventuell außer Acht gelassen werden.
  • Nutzen Sie verschieden Online-Tilgungsraten-Rechner, um verschieden Szenarien durchzukalkulieren.
  • Wenn Sie Ihren finanziellen Spielraum festgelegt haben, entscheiden Sie sich für ein zinsgünstiges Finanzierungsangebot.
  • Je höher die zu finanzierende Summe ist, umso wichtiger sollte Ihnen ein möglichst niedriger Garantiezins über einen möglichst langen Zeitraum sein. Üblicherweise können Sie, abhängig von der Finanzierungshöhe, zwischen 5 und 10 Jahren Zinsbindung wählen. Sollte Ihre Finanzierung länger dauern als die Zinsbindung, können Sie sich kurz vor Ablauf der Zinsbindung bereits per Forwarddarlehen einen günstigen Zins für die weitere Laufzeit sichern.
  • Falls Sie bereits vorher wissen, dass Sie sich eine jährliche Sonderzahlung leisten können, vereinbaren Sie eine jährlich mögliche Sonderzahlung im Finanzierungsvertrag. Achten Sie aber darauf, dass diese nicht Pflicht sein sollte. Mit einer solchen Sonderzahlung senken Sie die Restsumme der Finanzierung und können dadurch die Laufzeit der Tilgungsraten reduzieren.

Egal, was Sie finanzieren möchten, übernehmen Sie sich nicht, damit Sie sich Ihre Tilgungsraten immer leisten können.

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