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Thematisieren - so geht's

Zu thematisieren, was einen beschäftigt, ist auch im Umgang mit vertrauten Menschen, also beispielsweise in der Partnerschaft, nicht immer ganz einfach. Manchmal scheint das Risiko groß, falsch verstanden zu werden oder den anderen zu verletzen. Doch fast jeder hat wahrscheinlich schon mindestens einmal im Leben die Erfahrung gemacht, wie erleichternd es sein kann, auch schwierige Themen klar und sachlich auszusprechen.

Halten Sie bei schwierigen Gesprächsthemen Kontakt.
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Thematisieren, was Sie beschäftigt - Anregungen

Wenn Sie nicht sicher sind, wie Ihr Thema beim Partner ankommen wird und deshalb ein Gespräch vor sich herschieben, bedenken Sie, dass Sie seine Reaktion nie mit Sicherheit kennen werden, wenn Sie das, was Sie beschäftigt für sich behalten. Folgende Anregungen können möglicherweise hilfreich für Sie sein, den Schritt ins Gespräch zu wagen.

  1. Überlegen Sie zunächst, wie Sie Ordnung und Struktur in Ihre Gedanken bringen können, bevor Sie Ihr Anliegen Ihrem Partner gegenüber thematisieren. Sicher kennen Sie den Wirrwarr, das ein wichtiges Thema im Kopf anrichten kann, wenn die Gedanken ziellos kreisen. Sprechen Sie, wenn Sie ungestört sind, laut aus, was Sie beschäftigt. Machen Sie sich eventuell Stichworte dazu.
  2. Werden Sie sich klar darüber, was Sie mit dem Thematisieren Ihres Anliegens erreichen wollen. Betrifft dies in erster Linie Sie oder eher einen gemeinsamen Aspekt Ihrer Partnerschaft oder gar eine Verhaltensweise Ihres Partners? Seien Sie hier möglichst genau, damit keine Vermischungen Ihrer beider Angelegenheiten und dadurch wiederum Missverständnisse entstehen. 
  3. Suchen Sie bereits vorab nach sprachlichen Möglichkeiten, Ihr Thema möglichst sachlich und ruhig vorbringen zu können. So können Sie die Gesprächsfalle vermeiden, die durch spontane Schuldzuweisungen entsteht. 
  4. Finden Sie nun für das Gespräch selbst den richtigen Moment. Fragen Sie Ihren Partner, wann er Zeit und Ruhe hat, um Ihnen zuzuhören. Sagen Sie ihm, dass Sie etwas Wichtiges ansprechen möchten, und überrumpeln ihn nicht zwischen Tür und Angel. 
  5. Falls Sie beispielsweise ein Verhalten Ihres Partners ansprechen möchten, das Ihnen nicht gut tut, verlangen Sie nicht einfach, dass er sich ändern soll, oder unterstellen ihm absichtliches Handeln. Sagen Sie vielmehr, was dieses Verhalten in Ihnen auslöst und welches Bedürfnis bei Ihnen dadurch gestört wird, zum Beispiel das nach Ordnung oder Anerkennung. Sagen Sie dann, worum Sie ihn in diesem Zusammenhang bitten, damit Sie sich wohler fühlen. Nennen Sie ein Beispiel, an dem Sie Ihr Thema deutlich machen können, falls es nötig sein sollte. Versuchen Sie nicht, ihn unter Druck zu setzen. Denken Sie daran, was Sie im umgekehrten Falle davon halten würden.
  6. Vergessen Sie schließlich nicht, Ihren Partner zu fragen, wie es ihm mit dem Thema geht, ob er es genauso sieht und ob bei ihm angekommen ist, was Sie meinen und was Ihnen wichtig ist. Hören Sie ihm zu und akzeptieren Sie seine Meinung, auch wenn er Einwände oder eine ganz andere Wahrnehmung hat. Erinnern Sie sich daran, dass jeder Mensch die gleiche Situation anders erlebt und unterschiedliche Dinge für wichtig hält.

Miteinander ins Gespräch kommen - Basishinweise

Grundsätzlich kann Ihnen das Berücksichtigen einiger weniger „Regeln“ das Miteinander erheblich vereinfachen. In der Hektik des Alltags nimmt man sich manchmal zu wenig Zeit für Gespräche und somit für den aufmerksamen Umgang miteinander - auch in der Partnerschaft bleibt die respektvolle Kommunikation hin und wieder auf der Strecke.

  • Achten Sie bei jedem Gespräch darauf, dass nicht Sie alleine reden, auch wenn das Thema Ihnen sehr am Herzen liegt, ist es wichtig, dass jeder den Raum erhält, sich zu äußern.
  • Hören Sie deutlich zu, das heißt, zeigen Sie dem anderen durch Ihre aufmerksame Mimik oder durch sogenannte Sozialgeräusche wie „mhm“, dass Sie bei ihm sind und bleiben, während er spricht. 
  • Fragen Sie nach, wenn Ihnen etwas nicht ganz klar ist. Lassen Sie Ihren Partner erst ausreden und thematisieren dann, was Sie noch gerne wissen möchten.
  • Bleiben Sie beim Thema und schweifen nicht ab, indem Sie das Gespräch übergangslos auf das lenken, was Sie gerade beschäftigt. Fragen Sie gegebenenfalls nach, ob Ihr Partner mit dem, was ihm wichtig ist, für den Augenblick fertig ist.
  • Achten Sie auf persönliche Botschaften, nennen Sie Ross und Reiter, das heißt, vermeiden Sie Alibiwörter wie „man“ oder „alle“, wenn Sie eigentlich sich selber und Ihre Anliegen meinen. Fragen Sie auch Ihren Partner, wen genau er meint, wenn er damit unklar bleibt.
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