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Tennisschläger bespannen - Schritt für Schritt erklärt

Die Spieleigenschaften eines Tennisschlägers hängen maßgeblich von der Bespannung des Schlägers ab. Durch die Saitenabnutzung infolge des Gebrauchs des Tennisschlägers lässt die Bespannungshärte im Laufe der Zeit automatisch nach, womit sich auch die Spielbarkeit des Tennisschlägers nachteilig verändert. Entweder wird die Bespannung zu weich oder die Tennissaite reißt sogar. In beiden Fällen muss der Schläger neu bespannt werden. Dies wird mit einer Bespannmaschine, der bevorzugten Tennissaite und dem entsprechenden Werkzeug für das Bespannen gemacht.

Ein Tennisschläger muss regelmäßig fachgerecht bespannt werden.
Ein Tennisschläger muss regelmäßig fachgerecht bespannt werden.

Was Sie benötigen:

  • Bespannmaschine
  • Tennissaite
  • Bespannungsmuster
  • Bespannwerkzeug

Vor dem Bespannen die alte Tennissaite herausschneiden

  • Bevor man den Tennisschläger neu bespannen kann, muss die alte Saite erst einmal herausgeschnitten werden. Dabei sollte man sich am besten das Bespannungsmuster merken, damit man den Schläger wieder genauso neu besaiten kann. Bei allen Tennisschlägern ist ein Bespannen des Schlägers nur auf eine ganz bestimmte Art und Weise möglich. 
  • Als erster Arbeitsschritt muss die Saite möglichst rahmenschonend aus dem Schläger herausgeschnitten werden, damit der Rahmen nicht durch zu einseitige Belastungen brechen kann. Aus diesem Grund sollte man immer eine Längssaite und eine Quersaite im Wechsel herausschneiden. Wenn beispielsweise erst alle Längssaiten durchschneiden würde, dann würden die Zugkräfte der Quersaiten so einseitig groß werden, dass der Rahmen aufgrund des fehlenden Ausgleichs durch die Längssaiten brechen würde.

Einspannen des Tennisschlägers in die Bespannmaschine

  • Danach wird der Schlägerrahmen in die Bespannmaschine eingespannt und die gewünschte Bespannungshärte an dem Zugmechanismus der Maschine eingestellt. 
  • Es gibt mechanische und elektronische Bespannmaschinen, die sich natürlich im Preis, aber auch in der Genauigkeit der Bespannungshärte unterscheiden. 
  • Das Einspannen des Rahmens in die Bespannmaschine muss sehr sorgfältig erfolgen, da beim Bespannvorgang sehr hohe, einseitige Zugkräfte auf den Rahmen einwirken, welche den Rahmen bei unsachgemäßem Einspannen beschädigen könnten

Ausmessen der Tennissaite

  • Nach der Auswahl der gewünschten Saite, muss diese entsprechend des Schlägermodells ausgemessen und abgeschnitten werden. 
  • In der Regel sind dies zwischen 10 und 11 Meter Saitenlänge. Die Länge der abzuschneidenden Saite hängt von der Anzahl der der Längs- und Quersaiten ab und natürlich auch von der Größe des Schlägerkopfes.

Das Bespannen des Tennisschlägers beginnt mit den Längssaiten

  • Der Bespannvorgang beginnt bei den Längssaiten von der Mitte aus jeweils in beide Richtungen nach außen. Je nach Modell der Bespannmaschine arbeitet man mit losen oder festen Haltezangen. 
  • Die erste Saite wird in den Rahmen eingezogen. Dabei muss das kürzere Saitenende so ausgemessen sein, dass es in der Länge entsprechend für die restlichen Längssaiten nach außen reicht. 
  • Je nach Schlägermodell hat ein Tennisschläger insgesamt 16 oder 18 Längssaiten, womit das kürzere Saitenende für die Hälfte der Längssaiten reichen muss.
  • Ein Tennisschläger wird immer nach folgendem Schema besaitet: Mit etwa einem Viertel der benötigten Saite bespannt man zuerst die ein Hälfte der Längssaiten von innen nach außen hin. Mit den restlichen drei Vierteln der Saite bespannt man die restlichen Längssaiten in die andere Richtung hin und noch zusätzlich die ganzen Quersaiten.
  • Man beginnt mit dem Bespannvorgang, in dem man die eingefädelte und je nach Anzahl der Längssaiten ausgemessene Saite mit der einen Haltezange fixiert und am anderen Ende die Saite in den Zugmechanismus der Bespannmaschine einspannt und entsprechend der eingestellten Bespannungshärte die Saite bespannt. 
  • Mit der zweiten Haltezange fixiert man die gespannte Saite, womit die erste Längssaite gespannt ist. Nun fädelt man die zweite Längssaite ein und spannt wiederum das Ende mit der Maschine. 
  • Die zweite Haltezange wird wieder gelöst und am Ende der zuletzt angezogenen Saite wieder festgespannt. So arbeitet man sich Saite für Saite bei den Längssaiten vor. Beim Tennisschlägerbespannen ist es besonders wichtig saitenschonend zu arbeiten, damit diese nicht beschädigt wird und somit schneller reißen kann.

Nach den Längssaiten kommen die Quersaiten

  • Hat man alle Längssaiten eingezogen und gespannt, geht man mit dem langen Ende der Saite entsprechend der jeweiligen Bespannvorschrift für den Tennisschläger zu den Quersaiten über. 
  • Das freie Ende der kurzen Saite bei den Längssaiten wird möglichst ohne Spannungsverluste mit einem Spezialknoten am Rahmen abgeknotet und abgeschnitten. 
  • Die Quersaiten müssen bei jedem Bespannvorgang jeweils im Wechsel gegengleich abwechselnd über und unter den Längssaiten durchgefädelt werden. Dies ist sehr wichtig und erfordert etwas Fingergeschick.
  • Hat man auch die Quersaiten alle eingespannt, wird das Ende der Saite wieder am Rahmen abgeknotet. Erst wenn die Saite auf beiden Seiten abgeknotet ist, kann man die Haltezangen lösen. 
  • Ganz wichtig beim Bespannen ist das Bespannwerkzeug. Dazu benötigt man zwei Haltezangen (zum Fixieren der Saite), eine Ahle (als Hilfe zum Einfädeln der Saite durch die Ösen am Rahmen), einen Seitenschneider (zum herausschneiden der alten Saite) und eine Spitzzange als zusätzliche Hilfe zum Einfädeln der Saite beim Bespannvorgang.
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