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Suggestiv sein - so setzen Sie Ihren Willen sanft durch

Suggestive Mittel finden nicht nur in der Werbung und in der Psychologie Verwendung. Auch im Alltag kann es sein, dass Sie suggestiv beeinflusst werden. Sie können diese Möglichkeit der Durchsetzung Ihres Willens allerdings ebenfalls einsetzen.

Bei Mitmenschen die richtigen Knöpfe drücken
Bei Mitmenschen die richtigen Knöpfe drücken © RainerSturm / Pixelio

Suggestive Rhetorik - ein Mittel der Manipulation

  • Im Alltag kann man der Suggestion in mannigfaltiger Form begegnen. Sei es in der Werbung, in der Welt des Fernsehens oder sogar in der Politik: oftmals wird durch die Sprache darauf abgezielt, bestimmte Handlungsweisen hervorzurufen und dabei dennoch den Eindruck bestehen zu lassen, man hätte die freie Wahl auch anders zu handeln. Suggestive Fragen sind dabei eins der beliebtesten Mittel des Beeinflussenden.
  • Suggestive Fragen in der Rechts- und Vernehmungspraxis sind verboten, wenn sie auf eine Erkenntnisgewinnung abzielen, die im direkten Zusammenhang mit dem vermeintlichen Tathergang stehen. In der Marktforschung und in der Werbung werden Sie zwar durchaus eingesetzt, sind aber allgemein verpönt und werden in der jeweiligen Branche nur ungern gesehen, sofern sie überhaupt als suggestiv erkannt werden.

So können Sie selbst suggestiv sein

  • Zunächst sollten Sie sich darüber im Klaren sein, dass man sich schnell unbeliebt machen kann, wenn den Mitmenschen auffällt, dass man versucht, sie bewusst zu beeinflussen und ihren freien Willen zu umgehen. Also sollten Sie Ihr suggestives Schaffen auf Kleinigkeiten des Alltags beschränken. Dies ist zudem ungleich einfacher und direkt umsetzbar und bedarf keiner umfangreichen vorherigen Planung.
  • Bei suggestiven Fragen an Ihre Mitmenschen geben Sie Ihnen die Antwort bereits versteckt vor und regen die Person zum Handeln an. Dieses Handeln geschieht dann in Ihrem Interesse. Die Frage "Findest du nicht, dass es furchtbar kalt hier ist?" bedeutet übersetzt, dass der Empfänger das Fenster schließen soll.
  • Sie können in manchen Situationen suggestive Rhetorik in der Form anwenden, indem Sie in Ihren Aussagen und in Ihren Fragen grundsätzlich streitbare Gegenstände bereits als Fakten voraussetzen und Sie in 'unschuldigen' Sätzen verstecken. Wenn Sie anstatt des Begriffs "Abgeordneter" beispielsweise den des "Bonzen" wählen, liefern Sie Ihrem Gegenüber bereits eine Wertung und lenken seinen Gedankengang in eine Richtung, die nicht mehr neutral bzw. objektiv sein kann.
  • Beeinflussung ist hier insbesondere durch die geschickte Auswahl von Adjektiven möglich. Würde man diese in so manchem Zeitungsartikel ignorieren, so würde man sich wahrscheinlich nicht selten näher an der Wahrheit befinden, als wenn Sie den Beitrag wie gewohnt und ohne seinen Gehalt zu hinterfragen lesen würden.
  • Suggestive Beeinflussung zielt im Grunde auf eine Beschneidung des Handlungs- oder Entscheidungsspielraums eines Anderen ab, ohne dass diese Person dies sofort bemerkt. Seien Sie kreativ und überdenken Sie Ihren Sprachgebrauch und den Ihrer Mitmenschen. Bleiben Sie jedoch fair. Vielleicht werden Sie ja ebenfalls suggestiv manipuliert?
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