- 22.02.2012 Dirk Markendorf
- Anzuchterde
- Spezialsubstrat
- Mini-Gewächshaus
- Gefriertüte
- Schere
- UV-Pflanzenlampe
- Sand
- Blumenerde
- Humus
- gesiebter Torf
Substrat - Funktionen und Arten
Vor allem das Substrat, oder auch die Erde, spielen bei der Entwicklung von Pflanzen eine herausragende Rolle.
- Das Substrat erfüllt dabei unterschiedliche Funktionen. Einerseits bietet dieses den sich entwickelnden Wurzeln der Stecklinge Halt, sodass diese gegenüber äußeren Einflüssen wie Regen und Wind nicht umknicken oder abbrechen.
- Gleichzeitig bietet das Substrat den Pflanzen eine Palette unterschiedlicher Nährstoffe, Spurenelemente und Mineralien, sodass diese in Verbindung mit Wärme, Licht und Wasser Fotosynthese zum Wachsen betreiben können.
- Sie sollten gezielt darauf achten, für spezielle Pflanzen und deren Stecklinge auch entsprechendes Spezialsubstrat zu verwenden. Orchideen etwa benötigen häufig Orchideensubstrat, das Wurzeln, Rindenstücke und leichte Elemente enthält, sodass die Wurzeln atmen können. Damit wird durch das Substrat das heimische Milieu simuliert, denn Orchideen als Epiphyten wachsen auf Bäumen und versorgen sich über die Wurzeln, die dort an der Rinde Halt finden, mit Nährstoffen und Wasser.
- Entsprechend können Sie für die meisten Zimmerpflanzen herkömmliche Blumenerde als Pflanzensubstrat verwenden, während andere wiederum eine besondere Mischung benötigen, um sich gezielt aus diesem Angebot an Erde bedienen zu können.
- Vor allem Stecklinge benötigen oft ein Anzuchtsubstrat, da die Wurzeln bei zu nährstoffreichem Substrat verbrennen, da die Konzentration zu hoch ist und dieses Überangebot sich nachteilig auf die Wurzeln auswirkt.
Stecklinge in die richtige Erde pflanzen
Je nach Pflanzenart sollten Sie die Stecklinge erst wurzeln lassen, um dieses anschließend in das passende Substrat oder eine eigene Mischung aus Erde, Sand und Humus zu setzen.
- Sie sollten, um Stecklinge erfolgreich wurzeln zu lassen, diese bei verholzten Trieben an der Schnittfläche vorerst einige Tage oder Wochen an hellem warmen Standort wurzeln lassen, bis die Wurzeln sich entwickelt haben. Danach sollten Sie fertige Anzuchterde (Blumenhandel, Pflanzenmärkte) verwenden, um die Stecklinge vorsichtig in das Anzuchtsubstrat zu pflanzen. Nach kurzer Zeit entwickeln sich neue gesund und frische Triebe als Zeichen dafür, dass das Substrat den Stecklingen bekommt.
- Um die Stecklinge im Substrat beim Wachstum zu fördern, können Sie diese auch in einem Minigewächshaus heranziehen, welches mit dem Anzuchtsubstrat gefüllt wurde. Der Vorteil liegt darin, dass durch das Treibhausklima sich auch im unterirdischen Bereich die Wurzeln besser entwickeln können. Alternativ bietet sich kostengünstiger auch an, eine transparente Plastiktüte (Gefriertüte) über den Blumen Topf zu stülpen und einige Löcher zur Vermeidung von Kondenswasser hinein zu schneiden. Damit erfüllt diese Konstruktion den gleichen positiven Zweck für die Stecklinge, diese unter optimalen Bedingungen heranzuziehen.
- Sie sollten, je nach Art der Pflanzen, auch über die Verwendung einer UV-Pflanzenlampe nachdenken, vor allem wenn Sie Stecklinge zur kalten Jahreszeit pflanzen möchten. Diese versorgt bei Lichtmangel im Herbst und Winter für den Faktor der Beleuchtung zum Betreiben der Fotosynthese, sodass die Stecklinge im Anzuchtsubstrat kräftige Triebe ausbilden, ansonsten könnten diese leicht vergeilen und lediglich dünn und nicht überlebensfähig sein.
- Sie können auch ein Substrat für viele bereits größere Stecklinge selbst herstellen. Dabei sollten Sie für ein durchlässiges Substrat Erde, gesiebten Torf, Humus und herkömmliche Blumenerde vermengen, bis die optimale Konsistenz, Wasserspeicherkapazität und Durchlässigkeit erreicht ist. Sand sorgt dabei für die Mineralstoffversorgung. Richten Sie sich dabei individuell nach den Bedürfnissen der Stecklinge, die Sie pflanzen möchten. Einige Stecklinge vertragen oft ein schwereres Substrat als andere, sodass konkret auf die Art der Stecklinge abzustellen ist.
Erkundigen Sie sich nach der optimalen Versorgung der Stecklinge, sodass Sie diese mit dem richtigen Substrat versorgen können. Dabei können die Stecklinge bei ansonsten guter Versorgung mit Wasser, Licht und Wärme den einen oder anderen Mangel im Substrat gut vertragen, sodass das Substrat für die kleinen Pflanzen im Wesentlichen abgestimmt werden sollte. Eine Wissenschaft braucht man aus Pflanzenerde oder dem Substrat deswegen nicht zu machen, denn die Natur selbst spielt ebenfalls noch eine Rolle bei der Entwicklung der Stecklinge.