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Substitutionswirtschaft - das bedeutet der Begriff

Von Substitution spricht man meistens dann, wenn etwas fehlt und ersetzt werden muss. Hier hat man das, was eigentlich gebraucht wird, nicht zur Verfügung und muss eine Notlösung finden. Aber kann ein ganzes Wirtschaftssystem so funktionieren oder was ist mit Substitutionswirtschaft gemeint?

Ein Garten kann der Selbstversorgung dienen.
Ein Garten kann der Selbstversorgung dienen. © Kladu / Pixelio

Substitutionswirtschaft kann etwas sein, das ganze Regionen oder Bevölkerungsgruppen betrifft oder nur einzelne Bereiche eines Wirtschaftssystems.

Was eine Substitutionswirtschaft ist

  • Der Begriff Substitution bedeutet ersetzen oder ausgleichen. Das kann auch in einem Wirtschaftssystem eine Rolle spielen, wenn etwa bestimmte Produkte ersetzt werden. Dabei kann es entweder der Fall sein, dass das eigentliche Gut gar nicht vorhanden ist oder dass es beispielsweise aus Kostengründen ersetzt wird.
  • Obwohl wenn hier der Gedanken nahe liegt, dass Substitutionswirtschaft vor allem ärmere Länder oder Entwicklungsländer betrifft, gibt es Ähnliches auch Europa. Ein Beispiel sind teure Medikamente, die aus Kostengründen gegen günstigere Nachahmerprodukte ersetzt werden.
  • Zudem wird in manchen Bereichen versucht, Arbeitskräfte einzusparen und Prozesse zu automatisieren, beispielsweise in der Fertigung von mechanischen Bauteilen. Auch dies kann als eine Substitutionswirtschaft gedeutet werden.
  • Nicht immer gelingt es dabei, etwas vollständig zu ersetzten. So werden beispielsweise nicht alle teuren Medikamente durch andere ersetzt; dies geschieht nur in den Fällen, in denen es in der Medizin als sinnvoll erachtet wird. Analog ist auch in der Industrie ein vollständiges Ersetzen von Arbeitskräften durch Maschinen nicht möglich. Man spricht in diesen Fällen von einer teilweisen Substitution.

Substitutionswirtschaft als Synonym für Agrarkulturen

  • Der Begriff Substitutionswirtschaft wird auch häufig im übertragenen Sinne für Agrarkulturen verwendet. Das sind Völker oder Regionen, in denen sich die Bewohner vorwiegend von dem ernähren, was sie selbst anbauen.
  • In diesen Gebieten gibt es keine feste Arbeitsteilung in der Bevölkerung und keine ausdifferenzierten Berufe. Demnach bauen die Bewohner dort meist selbst das an, was sie zum Leben benötigen und halten Nutztiere. Es handelt sich dabei also vorwiegend um Selbstversorger.
  • Doch auch in wirtschaftlich entwickelten Regionen gilt Substitutionswirtschaft manchmal als erstrebenswert, etwa wenn Menschen sich durch einem eigenen Garten mit bestimmten Lebensmitteln selbst versorgen möchten. In diesem Fall steht aber keine Notwendigkeit dahinter, sondern der Wunsch nach teilweiser Selbstversorgung.
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