Die Verarbeitung von Ereignissen besteht aus mehreren Schritten. Diese erklären auch das subjektive Empfinden.

Wie ein subjektives Verarbeiten von Ereignissen erfolgt

Das, was um Sie herum passiert und was Sie alltäglich erleben, beeinflusst die Art und Weise, wie Sie denken und handeln. Dabei finden mehrere Prozesse statt, die hintereinander ablaufen. Zunächst findet die Wahrnehmung statt. Sie sehen, hören, riechen, schmecken oder fühlen bestimmte Dinge mit den entsprechenden Sinnesorganen (Augen, Ohren, Nase, Mund, Haut). Die empfundenen Reize werden dann auf zweierlei Weise verarbeitet.

  • Manche Reize lösen direkt eine Reaktion aus. Wenn Sie etwa versehentlich auf eine heiße Herdplatte fassen, dann ziehen Sie Ihre Hand gewissermaßen automatisch, ohne Nachdenken, zurück, denn hier ist ein unmittelbarer Schmerzreiz vorhanden.
  • Bei vielen anderen Prozessen findet aber eine umfangreichere Verarbeitung statt. Das bedeutet, dass das Wahrgenommene mit Ihrem Wissen und Erinnerungen abgeglichen und entsprechend interpretiert wird. Dies macht auch ein subjektives Empfinden aus, denn jeder Mensch hat andere Erinnerungen und interpretiert daher seine Wahrnehmungen anders.

So löst beispielsweise bei jemandem, der bereits einmal von einem Hund gebissen wurde, das Bellen eines Hundes ganz andere Denkprozesse und ein anderes subjektives Empfinden aus als bei jemandem, der bisher nur gute Erfahrungen mit den Hunden gemacht hat.

Das Empfinden kann auch unbewusst erfolgen

Ein subjektives Empfinden kann unbewusst zustande kommen. Wenn Wahrnehmungen Erinnerungen und Wissen abrufen und mit damit abgeglichen bzw. in Relation zu vorhandenen Inhalten im Gedächtnis interpretiert werden, dann muss das nicht bewusst erfolgen.Die Prozesse laufen innerhalb weniger Millisekunden ab und so ist es Ihnen gar nicht bewusst, dass ein Geruch, eine Stimme oder etwas Gesehenes Sie an Dinge erinnern, die Sie schon einmal erlebt haben und dann auch entsprechende Emotionen sowie Verhaltensweisen auslösen (z.B. Angst und „Zusammenzucken“ bei Hundegebell). Erst wenn Sie nachher über Ihr subjektives Empfinden nachdenken, kann es passieren, dass Ihnen ganz bewusst einfällt, woran Sie erinnert wurden. Aber bis das passiert, haben Sie bereits auf das Wahrgenommene eine erste Reaktion gezeigt.