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Sturm und Drang - die Besonderheiten der Epoche einfach erklärt

Der Sturm und Drang ist eine verhältnismäßig kurze, aber umso intensivere Epoche der deutschen Literaturgeschichte. Vor allem gegenüber der vorherigen Zeit der Aufklärung lassen sich die Besonderheiten gut abgrenzen.

Sturm und Drang - zwischen Aufklärung und Klassik
Sturm und Drang - zwischen Aufklärung und Klassik

Die Epoche des Sturm und Drang wird etwa auf die Zeit von 1767 bis 1785 eingegrenzt. Ihren Namen verdankt sie dem gleichnamigen Drama von Maximilian Klinger, das 1776 erschien und wegweisend für die Epoche wurde.

Inhaltliche und formale Besonderheiten dieser Zeit

  • Der Sturm und Drang entstand als eine Gegenbewegung zur Aufklärung. Während die Aufklärung ihren Fokus sehr deutlich auf die Vernunft setzte, lehnten die Stürmer und Dränger diese Ansicht als zu einseitig ab. Zu den Besonderheiten gehört vor allem die Abkehr von den traditionellen bürgerlichen Moralvorstellungen, das Auflehnen gegenüber Autoritäten und auch teils jahrhundertealte Traditionen der Literatur wurden kritisch hinterfragt und verneint.
  • Eine der zentralen Besonderheiten der Epoche ist das Leitmotiv des Geniebegriffs. Gepriesen wurde die Natur, das Unbändige, die Gefühlswelt, das Impulsive. Regeln zu brechen und seine Werke nach eigenen Vorstellungen zu gestalten stand im Mittelpunkt, im Gegensatz zum alten Ideal des belesenen und gelehrten Dichters, der die Traditionen der Literaturgeschichte befolgt.
  • Die Epoche gilt als besonders radikal. Die Hauptfiguren der Werke sind bevorzugt kompromisslos, tragen ihre Gefühlswelt deutlich nach außen, sie rebellieren und nehmen dabei auch ihren eigenen Untergang in Kauf. Verpönt wurde die Anpassung an die Konventionen der Gesellschaft. Die Subjektivität der eigenen Gefühlswelt spielt eine wichtige Rolle, was sich vor allem in der Erlebnislyrik zeigt. In ihr spielen intensive Natureindrücke eine wichtige Rolle wie auch der Anschein, sie seien sehr spontan ohne Reflexion oder nachfolgende Bearbeitung geschrieben.
  • Auch die formale Gestaltung der Werke zeigt von dem typisch impulsiven Charakter. Die Sprache ist oft hektisch und mit derben Ausdrücken durchsetzt. Wichtigste Gattung jener Zeit ist das Drama. Während die antiken Dramendichter, die über Jahrhunderte als bewundertes Ideal gesehen wurde, abgelehnt wurden, galt William Shakespeare als großes Vorbild. 

Sturm und Drang - Werke und Autoren

  • Zu den bekanntesten Vertretern der Epoche gehören Johann Wolfgang von Goethe und Friedrich Schiller. Zu Goethes Schaffen in dieser Zeit zählen vor allem das Drama "Götz von Berlichingen" und der Roman "Die Leiden des jungen Werthers", von Schiller stammen aus jener Zeit die Dramen "Die Räuber" und "Kabale und Liebe". Goethe und Schiller begründeten allerdings nachfolgend die Epoche der Weimarer Klassik und werden heute insbesondere mit dieser Zeit in Verbindung gebracht.
  • Ein weiterer heute noch bekannter Vertreter der Stürmer und Dränger ist Jakob Michael Reinhold Lenz mit seinen Dramen "Die Soldaten" und "Der Hofmeister".
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