- 04.01.2012 Roswitha Gladel
Studium ohne Abitur
Ein Studium nach der Ausbildung hat oft einige Vorteile gegenüber dem Weg Abitur und Studium:
- Sie können durch die Kombination Berufsausbildung, Berufserfahrung bzw. Meisterprüfung in fast allen Bundesländern ein Studium an einer FH oder Uni beginnen. Natürlich haben Sie so nie eine allgemeine Hochschulreife und Sie bekommen nur eine Zulassung für bestimmte Fächer, bei denen Ihnen die Berufsausbildung etwas nutzt. Erkundigen Sie sich bei der Hochschule Ihrer Wahl nach den genauen Zulassungskriterien, diese sind in den einzelnen Bundesländern verschieden, es gibt Prüfung, Eignungsgespräche, Probestudium und Direktzugang.
- In der Regel ist aber sinnvoll, begleitend zur Berufsausbildung bzw. während der Zeit, in der Sie Berufserfahrung sammeln, entsprechende schulische Weiterbildung zu absolvieren und so eine fachgebundene oder allgemeine Hochschulreife zu erlangen. Das Studium wird Ihnen leichter fallen, wenn Sie entsprechendes schulisches Grundwissen mitbringen.
Auch wenn Sie ein Abitur haben und direkt mit dem Studium beginnen können, ist es oft sinnvoll, eine Berufsausbildung vorzuschalten. So bringen Sie entsprechendes praktisches Wissen in das theoretische Studium mit. Auch kann z. B. die Kombination technische Berufsausbildung und ein Wirtschaftsstudium Sie optimal für die Leitung produzierender Betriebe qualifizieren.
BAföG nach der Ausbildung
Besonders interessant ist die Möglichkeit, das Studium nach der Ausbildung über BAföG zu finanzieren.
- Wenn Sie 5 Jahre ununterbrochen berufstätig waren, dabei ist die Ausbildung zweitrangig, Sie können also auch ein begonnenes Studium vor der Erwerbstätigkeit abgebrochen haben, steht Ihnen meist elternunabhängiges BAföG zu. Wichtig: Sie müssen die 5 Jahre vor Beginn des Studiums absolviert haben.
- Wenn Sie nach einer 3-jährigen Berufsausbildung 3 Jahre in diesem Beruf tätig waren, also insgesamt 6 Jahre in dem Beruf verbracht haben, steht Ihnen ebenfalls diese Finanzierungsmöglichkeit zu.
- In dem Zusammenhang ist wichtig, dass die starre Altersbegrenzung von 30 Jahren nicht mehr gilt und auch Zeiten, in denen Sie Kinder erzogen haben, mit berücksichtigt werden können.
Ein Studium nach der Berufsausbildung muss also nicht an finanziellen Gründen scheitern.