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Strumpfhose flicken - so geht's

Zum Flicken einer (dicken) Strumpfhose benötigen Sie ein sogenanntes Stopfei oder einen Stopfpilz. Die sind heute gar nicht mehr so gebräuchlich, da oft - aus vielen Gründen - Strumpfhosen einfach weggeschmissen oder sie zum Flicken in eine Schneiderei gegeben werden. Aber wer gerne Handarbeiten ausführt und alte Handarbeitstechniken in den eigenen Fingern nacherleben möchte, der arbeite mit einem Stopfei oder Stopfpilz. Es gibt sogar Stopfpilze, die beleuchtet werden können, für ein luxuriöses Flicken. Beleuchtete Stopfeier oder Stopfpilze sind eine Erfindung von Konrad Adenauer.

Sogar ein solches Loch in der Strumpfhose lässt sich mit viel Fingerspitzengefühl flicken.
Sogar ein solches Loch in der Strumpfhose lässt sich mit viel Fingerspitzengefühl flicken.

Was Sie benötigen:

  • Stopfei oder Stopfpilz
  • Garn
  • Nähnadel mit größerer Öse
  • Geduld und Zeit

So flicken Sie dicke Strumpfhosen

  1. Zum Flicken ist ein sogenannter Stopfpilz oder ein Stopfei sehr hilfreich. Die wenigsten kennen diese nützliche Erfindung, die zum Flicken von Strumpfhosen wohltätige Dienste leistet. Heutzutage werden diese Stopfutensilien kaum mehr verwendet, aber bis in die 1980er Jahre waren sie zum Flicken von Strumpfhosen, Kniestrümpfen und Socken weit verbreitet. Das Stopfei wird in den kaputten Strumpf gesteckt, sodass es das zu stopfende Loch aufspannt. Das erleichtert das Flicken erheblich. Stopfpilze sind normalerweise aus Holz gefertigt und haben eine flache Seite unten und  eine nach oben gewölbte Fläche, die meist rot ist und der Kappe eines Fliegenpilzes ähnelt, daher der Name. Stopfpilze zu handhaben, kann man nicht schon in der Wiege. Übung macht den (Stopfpilzflick-)Meister oder die (Stopfeiflick-)Meisterin. Stopfpilze haben an ihrer Unterseite eine Vertiefung, in die Sie Ihren Zeigefinger stecken, oder einen Stiel, mit dem Sie den Stopfpilz halten können. Es gibt sogar Stopfpilze, die beleuchtet werden können, für ein luxuriöses Flicken. Beleuchtete Stopfeier oder Stopfpilze sind eine Erfindung von Konrad Adenauer.
  2. Wenn Sie kein Garn in der Farbe Ihrer Strumpfhose zu Hause haben, gehen Sie mit der schadhaften Strumpfhose in ein Geschäft und besorgen Sie sich Garn in derselben Farbe wie Ihre Strumpfhose. Das Auge kann Millionen von Farben unterscheiden und Braun ist nicht gleich Braun. Das heißt, es fällt dem menschlichen Augen sofort auf, wenn zwei Töne verschieden sind.
  3. Nähen Sie jetzt einen ersten "Steg" quer über das Loch. Stechen Sie am Rand des Lochs von oben ein - nicht zu nah am Rand, damit das mit der Nadel gestochene Loch nicht einreißt.
  4. Schneiden Sie den Garnfaden großzügig ab (etwa 5 bis 6 Zentimeter, sodass Sie ihn später leicht verknoten können).
  5. Die Fäden müssen locker liegen.
  6. Nähen Sie nun einen parallelen Steg möglichst nah neben den ersten. 
  7. Wiederholen Sie dieses "Steg nähen" so lange, bis das Loch mit Faden an Faden liegendem Garn dicht bedeckt ist.
  8. Jetzt haben Sie die halbe Flickarbeit schon erledigt.
  9. Nun nähen Sie den Garnfaden so über die einzelnen Stege, das Sie wellenartig über den einen Garnfaden hinübernähen und unter dem nächsten drunter wegtauchen. Beginnen Sie oben am Rand.
  10. Sie brauchen den Faden nicht abzuschneiden - machen Sie mit dem Faden einfach kehrt und weben Sie zurück.
  11. Beachten Sie: Ziehen Sie nicht an den Fäden. Das Geflecht muss locker sein, aber dabei dicht. 
  12. Wiederholen Sie das Weben, bis Sie unten am Rand angelangt sind.
  13. Verknoten Sie nun jeweils zwei der lose abstehenden Fäden (innen in der Strumpfhose) - am besten zwei Mal und schneiden Sie sie ab (nicht zu knapp). Jetzt ist das Loch geflickt.

Netze flicken und alternativ Löcher reparieren

  • Ein Loch in einer (schwarzen) Netzstrumpfhose können Sie mit (schwarzem) Faden flicken, mit dem Sie entweder die dünn gewordenen Fäden befestigen, indem Sie einen zweiten Faden neben sie nähen (gegebenenfalls wie eine Spirale um den ausgedünnten Faden nähen). Oder - wenn die Fäden schon gerissen sind - nähen Sie neue Fäden in das Loch, das Netzmuster beachtend. Wichtig ist, dass Sie nur einen Faden vernähen (abschneiden und verknoten ist zu auffällig, zu viel Faden wurde verwendet). Hilfreich ist es, die Netzstrumpfhose mit etwas Lack vorsichtig von der Unterseite her reißfester machen. Achten Sie darauf, nicht zu viel Lack oder Textilkleber zu verwenden, da sonst das Netzgewebe zu einem unschönen festen Hubbel zu werden droht. So lassen sich tatsächlich Netzstrumpfhosen flicken. Diese Flickarbeit verlangt aber viel Fingerspitzengefühl. Wenn Sie kein Stopfei haben, können Sie die Strumpfhose anziehen und Ihr Knie als Stopfei oder Stopfpilz verwenden. Dann haben Sie leichtere Flickarbeit.
  • Ist das Loch unten im Zehenbereich der Strumpfhose, kann man eine Kappe einfach mit der Nähmaschine abnähen. Dann ist zwar das eine Strumpfbein etwas länger als das andere, aber Sie merken das in der Regel gar nicht. Falls es Sie stört, nähen Sie einfach auch beim ganzen Strumpfhosenbein eine gleich große Kappe "weg".
  • Auch mit Nagellack, Uhu etc. kann man Strumpfhosenlöcher "flicken". Dann sind sie aber auffällig, als wenn man Sie nach den Regeln jahrhundertealter Flickkunst flickt, und taugen wohl auch nur noch als Unterziehstrumpfhosen - es sei denn, man trägt ein Strumpfhosenloch wie eine Klavierspielerin in dem Film "The Piano von Jane Campion", wo es höchst erotisch wirkt.

Damit die Strumpfhose haltbarer ist, können Sie vorbeugend mit Haarlack die gesamte Strumpfhose oder vor allem die gefährdeten Stellen (Fußteile, Schrittbereich) besprühen, wenn Sie sie angezogen haben.

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