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Stich für Stich sich selbst das Nähen beibringen

Sie sind begeistert von handgemachten Produkten und würden sich gern selbst ein Lieblingsstück fertigen, können jedoch nicht schneidern? Keine Sorge: Sich selbst das Nähen beizubringen, ist gar nicht so schwer, wie Sie womöglich denken.

Nähen bietet ein großes kreatives Potenzial.
Nähen bietet ein großes kreatives Potenzial.

Was Sie benötigen:

  • Nähmaschine inklusive Zubehör und Gebrauchsanweisung
  • Garn
  • Stoff
  • Nachschlagewerk

Von Hand gefertigte Produkte erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Kein Wunder, denn im Vergleich zu billig produzierter Massenware bestechen diese durch hochwertige Materialien und Verarbeitung. Ein absolutes Einzelstück ganz nach Ihrem Geschmack erhalten Sie jedoch nur, wenn Sie es selbst fertigen.

Grundausstattung und Basiswissen für ein erfolgreiches Nähen

Um sich selbst das Nähen beibringen zu können, benötigen Sie zu erst einmal eine Grundausstattung, die neben einer zuverlässigen Nähmaschine auch Stoffe und diverse Garne enthält:

  • Als Anfänger sind für Sie drei Nähmaschinenmodelle interessant: Eine elektrische Freiarmnähmaschine, idealerweise mit einer Knopflochfunktion; eine Computernähmaschine, die neben dem üblichen Stepp- und Zickzackstich eine ganze Reihe an Zierstichen bietet, und eine Kombimaschine, mit der Sie neben den eigentlichen Näharbeiten auch Stickereien umsetzen können.
  • Achten bei der Wahl Ihrer Nähmaschine auf das Zubehör. Das sollte mindestens aus mehreren Universalnähnadeln verschiedener Stärken (für unterschiedlich dicke Stoffe), diversen Nähfüßen (Universal, Knopfloch, Reißverschluss, Rollsaum) sowie Pinsel, Schraubendreher und Nähmaschinenöl (zur Reinigung und Pflege) bestehen. Ebenso wichtig sind Unterfadenspulen, da die Größe für die verschiedenen Nähmaschinen variiert. Daneben sind eine Schneiderschere, ein Geodreieck, ein Markierstift und Stecknadeln nützliche Helfer.
  • Zum Üben eignen sich Baumwollstoffe hervorragend. Sie lassen sich leicht zuschneiden und rutschen unter der Nähmaschine nicht weg. Nehmen Sie zum Garnkauf immer ein Musterstück des jeweiligen Stoffes mit. So finden Sie mit Sicherheit das passende Garn. Greifen Sie im Zweifelsfall zum helleren Ton. 

Damit die ausgesuchten Nähprojekte nicht im Frust enden, sollten Sie sich im Vorfeld sowohl mit den Funktionen Ihrer Nähmaschine als auch den diversen Nähtechniken auseinandersetzen:

  • In der mitgelieferten Gebrauchsanleitung erfahren Sie die wichtigsten Maschineneinstellungen, wie Sie das Garn richtig einfädeln, welcher Nähfuß für welche Technik geeignet ist und wie Sie Ihre Nähmaschine ordnungsgemäß pflegen. Darüber hinaus informieren die meisten Bedienungsanleitungen über die grundlegenden Nähte sowie die verschiedenen Garn- und Nadelstärken. Zudem geben sie einen Überblick darüber, wie Sie versäubern, Knopflöcher nähen oder einen Reißverschluss einsetzen.
  • Für weiterführende Informationen und als Gedankenstütze ist ein Nachschlagewerk eine empfehlenswerte Anschaffung. Die im Handel erhältliche Literatur unterscheidet sich oftmals nur in der Aufmachung, jedoch selten im Inhalt. Demnach ist ein Buch, das alle relevanten Nähtechniken beinhaltet, völlig ausreichend.

Literaturtipp: Das Buch "Nähen - Das Standardwerk" aus dem Topp Verlag führt Sie durch die Welt des Nähens. Das Nachschlagewerk behandelt alles von A wie Applikation bis Z wie Zickzackstich.

Erste Nähstiche und Übungen

Sie sollten nach dem Studieren der Gebrauchsanweisung und der Zuhilfenahme eines Nachschlagewerkes nun in der Lage sein, den Ober- und Unterfaden einzufädeln, die Stichart und -länge einzustellen sowie das Stoffstück richtig unter dem Nähfuß zu platzieren. Die ersten Stiche bestehen aus dem Gerad- sowie Zickzackstich, mit denen Sie alle Näharbeiten ausführen können.

  1. Los geht es mit dem Geradstich (auch Steppstich). Fädeln Sie hierzu das Garn wie im Handbuch Ihrer Nähmaschine beschrieben ein. Beginnen Sie immer mit dem Oberfaden, da dieser benötigt wird, um den Unterfaden hervorzuholen. Beim Einfädeln sollte die Nadel immer an der höchsten Position stehen. Nur so kommen Sie an alle benötigten Teile heran.
  2. Ziehen Sie die Fadenenden etwa zehn Zentimeter heraus. Das ist notwendig, damit die Nadel genug Platz zum Hochwandern hat, während der Stoff ein Stück nach vorn transportiert wird. Der Stoff wird von allein befördert. Sie müssen nur darauf achten, dass dieser gerade bleibt.
  3. Am Anfang und Ende der Naht stechen Sie jeweils zweimal vor, zweimal zurück und nähen dann ganz normal weiter. Die Naht wird so "verriegelt", ein Auftrennen verhindert.
  4. Wenn Sie künftig zwei Stoffstücke zusammennähen wollen, fixieren Sie diese vorher mit Stecknadeln, die Sie waagerecht zur Stoffkante anbringen. Ziehen Sie die Nadeln während des Nähens heraus. Sie sollten nicht über die Stecknadeln nähen, da sonst diese und die Nähmaschine beschädigt werden könnten.
  5. Versäubern bedeutet, dass das Stück zwischen der Steppnaht und der offenen Gewebekante vernäht wird, um ein Ausfransen des Stoffes zu verhindern. Hierfür ist der Zickzackstich ideal geeignet. Legen Sie den Stoff so ein, dass Sie einmal in den Stoff stechen und dann daneben, also ins Leere. Denken Sie an das Verriegeln der Naht.
  6. Die Stiche setzen Sie am besten mit einem Universalnähfuß und einer Universalnadel 130/705 H, Stärke 80 um. Die Nummerierung der Nadeln gibt an, dass diese für alle gängigen Haushaltsnähmaschinen geeignet sind. Sollte die Nadel nur schwerfällig durch den Stoff gehen, nehmen Sie die nächsthöhere Stärke.

Als Einsteigernähprojekte eignen sich einfache Accessoires wie beispielsweise ein Kissenbezug oder ein Dreieckstuch. Anleitungen hierfür finden Sie oftmals kostenfrei im Internet oder in Ihrem Nachschlagewerk.

Fazit: "Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen", doch mit ein wenig Übung, Geduld und Fleiß halten Sie schon bald Ihr erstes eigenes Unikat in den Händen.

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