Bei einer Hündin kann sowohl eine Sterilisation als auch eine Kastration oder eine Halbkastration vorgenommen werden. Laut Tierschutzgesetz darf eine Kastration nur bei Vorliegen medizinischer Gründe stattfinden. Da aber nach einer Sterilisation der Hündin oftmals Spätfolgen auftreten und dadurch eine erneute Operation nötig wird, wird in der Praxis meistens eine Kastration durchgeführt. Gewichtszunahme und Harntröpfeln im Alter sind dann keine Seltenheit.
- 07.01.2011 Monika Justen-Rieckhoff
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Unterschied zwischen Sterilisation und Kastration
- Bei einer Sterilisation der Hündin werden die Eileiter durchtrennt. Die Läufigkeitssymptome bleiben erhalten, daher ist dieser Eingriff weniger einschneidend in den Organismus. Leider treten bei einer Sterilisation oftmals Spätfolgen auf, weshalb eine weitere Operation notwendig wird.
- Weniger bekannt ist die Halbkastration. Hierbei verbleibt der Hündin ein Eierstock, der andere Eierstock und die Gebärmutter werden entfernt. Gewichtszunahme und späteres Harnträufeln kommen hier meistens nicht vor, die Hündin bleibt hormonell intakt.
- Bei der Kastration werden der Hündin beide Eierstöcke und auch die Gebärmutter entfernt. Dies darf laut § 6 Tierschutzgesetz nur aufgrund medizinischer Gründe geschehen. Hierunter fallen Erkrankungen der Eierstöcke, Eileiter oder Gebärmutter. Durch den Östrogenmangel kommt es in vielen Fällen danach zu Harnträufeln. Weitere Folgen können Fellveränderung und Gewichtszunahme sowie Störungen der Schilddrüse sein.
Krebsverhinderung bei der Hündin
- Früher war man der Ansicht, mit einer Sterilisation bzw. Kastration für die Hündin Krebs an der Gebärmutter oder im Gesäuge zu verhindern. Ist Ihre Hündin gesund, berechtigt dieser Gedanke jedoch nicht zu einem derartigen Eingriff. Neigt Ihre Hündin zu Krebs, wird sich dieser höchstwahrscheinlich nach einer Entfernung der Gebärmutter auch an anderen Stellen im Körper ausbreiten.
- Sorgen Sie für eine gute Gesundheit Ihrer Hündin mit artgerechter Ernährung und Haltung und viel Liebe. Vermeiden Sie unnütze Operationen, denn diese beinhalten auch immer ein Risiko. So sollten Sie darüber Bescheid wissen, ob Ihr Hund über einen MDR1-Defekt verfügt. Dieser Gendefekt ist schon sehr verbreitet bei Collies und Bobtails und Schäferhunden und kann dazu führen, dass Ihr Hund nach einer Narkose nicht mehr aufwacht. Ein starkes Immunsystem schützt besser vor Krebs als alles andere.