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Stereogramme decodieren - Anleitung

Der Effekt ist phänomenal: Sie blicken auf ein wildes Farbgewusel – und plötzlich entfaltet sich vor Ihren Augen ein räumliches Bild. Stereogramme nennen sich diese faszinierenden magischen Bilder. Sie lassen sich relativ einfach decodieren. Alles was Sie brauchen, sind Geduld und der richtige Blick.

Mit der richtigen Sehtechnik lassen sich Stereogramme entschlüsseln.
Mit der richtigen Sehtechnik lassen sich Stereogramme entschlüsseln.

Was sind Stereogramme?

Schon in den 90er Jahren blickten die Menschen fasziniert auf Stereogramme. Diese speziellen Kunstwerke sind auch unter den Bezeichnung „Magic Eye“ („magisches Auge“) bekannt.

  • Auf den ersten Blick sehen Stereogramme wie normale Bilder aus. Sie finden sie in unterschiedlichen Formen: als leicht verzerrt wirkendes geometrisches Muster, als Anhäufung winzig kleiner bunter Punkte oder als gegenständliche Abbildung.
  • Jedes Stereogramm besteht jedoch aus drei Bildern: einem versteckten Tiefenbild und zwei darüber gelagerten Bildern. Diese zeigen das gleiche Objekt aus zwei minimal verschobenen Perspektiven.
  • Die Kunst für Sie als Betrachter besteht darin, mit einer speziellen Sehtechnik das Tiefenbild zu entdecken. Sie wenden dabei das sogenannte stereoskopische Sehen an, das die Grundvoraussetzung für räumliche Wahrnehmung ist.

Gewusst wie - so decodieren Sie die magischen Bilder

Gehen Sie auf eine Entdeckungsreise und entschlüsseln Sie die magischen Bilder.

  1. Stereogramme finden Sie in Büchern und im Internet auf diversen Websites.
  2. Anfängern gelingt das Entschlüsseln am schnellsten bei gegenständlichen Bildern. Abstrakte Bilder sind hingegen schwieriger zu decodieren.
  3. Achten Sie auf gute Lichtverhältnisse. Es sollten keine Reflexionen oder Schatten auf dem Bildschirm zu sehen sein.
  4. Stellen Sie den Bildschirmschoner aus. Dadurch verhindern Sie, dass der Bildschirmschoner just in dem Moment anspringt, wenn sich das Tiefenbild formiert.
  5. Setzen Sie sich aufrecht in einem Abstand von circa 70 Zentimetern vor den Bildschirm. Das entspricht in etwa einer Armlänge.
  6. Halten Sie den Kopf gerade und fixieren Sie einen Punkt in der Mitte des Bildes.
  7. Jetzt kommt der wichtigste Teil: Entspannen Sie die Augen und versuchen Sie, durch das Bild hindurchzusehen. Blinzeln Sie möglichst nicht!
  8. Das Bild wird nun etwas unscharf, als ob Sie leicht schielen. Auch wenn sich das Bild zu bewegen scheint, sind Sie auf dem richtigen Weg.
  9. Konzentrieren Sie sich auf die Unschärfe. Das Tiefenbild, das sich entwickelt, wird immer schärfer und Sie können es mit den Augen „festhalten“.
  10. Haben Sie Geduld! Es kann einige Zeit dauern, bis sich das Tiefenbild formiert.
  11. Es klappt immer noch nicht? Variieren Sie den Abstand zum Bildschirm oder bewegen Sie den Kopf minimal. Meist rastet das Bild dann ein.
  12. Viele Menschen finden das Betrachten eines Stereogramms entspannend. Bei anderen verursachen die magischen Bilder Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit. Brechen Sie den Versuch in diesem Fall besser ab!

Die Alternativmethode - der bewusste Kreuzblick

Sie können nichts erkennen? Versuchen Sie es mit einer anderen Methode.

  1. Gehen Sie mit dem Gesicht so dicht an die Mitte des Stereogramms heran, bis Sie es mit der Nasenspitze berühren.
  2. Richten Sie Ihren Blick auf den Punkt direkt vor Ihrer Nasenspitze. Sie schielen nun automatisch und sehen das Bild unscharf.
  3. Warten Sie ein paar Sekunden, bis dieser Kreuzblick eingerastet ist.
  4. Entfernen Sie sich langsam von dem Stereogramm. Bei Computerabbildungen ziehen Sie langsam den Kopf zurück. Abbildungen in Büchern können Sie auch mit der Hand weiter weg ziehen.
  5. Achten Sie darauf, dass Sie mit dem Kopf oder mit der Hand nicht wackeln.
  6. Fokussieren Sie das Bild nicht! Versuchen Sie stattdessen, den leicht schielenden Kreuzblick beizubehalten.
  7. Wenn Sie das Stereogramm im richtigen Abstand von circa einer Armlänge vor sich haben, entfaltet sich das Tiefenbild.
  8. Unter Umständen müssen Sie auch hier einige Zeit üben, bis Sie ein Bild sehen können.

Sie mühen sich ewig lange ab - doch es will kein Tiefenbild erscheinen? Versuchen Sie es zunächst mit einem anderen Stereogramm. Gelingt das stereoskopische Sehen immer noch nicht, liegt bei Ihnen eventuell eine Sehstörung vor.

Wenn der Durchblick fehlt - mögliche Ursachen

Bei einigen seltenen Fehlfunktionen der Augen funktioniert das stereoskopische Sehen nicht.

  • Menschen, die an einer Farbsehstörung leiden, tun sich mit den zumeist bunten Stereogrammen schwer. Am häufigsten kommt dabei die Rot-Grün-Blindheit vor. Diese angeborene Störung der Farbwahrnehmung wird über das X-Chromosom vererbt und tritt bei rund 8 Prozent aller Männer auf. Versuchen Sie es in diesem Fall mit andersfarbigen Bildern oder weichen Sie auf ein Stereogramm in Schwarz-weiß aus.
  • Auch bei einer sehr unterschiedlichen Fehlsichtigkeit beider Augen ist das stereoskopische Sehen gestört. Selbst eine Brille hilft Ihnen in diesem Fall nicht weiter. Sie behebt zwar Ihre Fehlsichtigkeit. Durch die Eigenwirkung der Brillengläser werden auf der Netzhaut jedoch Bilder in unterschiedlichen Größen abgebildet. Das stereoskopische Sehen, bei dem die Netzhautabbildungen beider Augen deckungsgleich sein müssen, funktioniert nicht mehr. Probieren Sie es in diesem Fall mit Kontaktlinsen.
  • Auch starkes Schielen und andere Störungen der räumlichen Wahrnehmung schränken das stereoskopische Sehen ein.

Die Kunst liegt im Auge des Betrachters: Dieser Sinnspruch trifft auch auf die magischen Bilder zu. Denn nur mit dem richtigen Blick können Sie diese speziellen Kunstwerke decodieren.

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