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Stahlgewinnung - so funktioniert ein Siemens-Martin-Ofen

Aus dem Roheisen werden bei der Stahlgewinnung im Siemens-Martin-Ofen überflüssige Anteile von Kohlenstoff und anderen Elementen entfernt.

Stahlgewinnung im Siemens-Martin-Ofen
Stahlgewinnung im Siemens-Martin-Ofen © Tobias Naumann / Pixelio

Wie Sie wahrscheinlich bereits wissen, wird aus Eisenerz im Hochofen Roheisen gewonnen. Das Roheisen ist aber in diesem Zustand völlig unbrauchbar. Deshalb wird es zur Stahlgewinnung im Siemens-Martin-Ofen aufbereitet.

So funktioniert die Stahlgewinnung im Siemens-Martin-Ofen

  1. Sie können sich sicherlich vorstellen, dass zur Stahlgewinnung sehr hohe Temperaturen erforderlich sind. Im Siemens-Martin-Ofen wird mit einer Temperatur von 1800 Grad Celsius gearbeitet. Als Energiequellen dienen Öl und Gas.
  2. Der Siemens-Martin-Ofen besteht eigentlich aus zwei Teilen, einem Oberofen und einem Unterofen. Beide sind natürlich aus einem hitzebeständigen Material.
  3. Der Oberofen wird mit Roheisen und Schrott befüllt. Im Unterofen sammelt sich die sogenannte Schlacke, die bei der Stahlgewinnung entsteht, ab. Außerdem befinden sich im Unterofen sogenannte Regenerativkammern, in denen überschüssige Wärmeenergie gespeichert wird. Diese dient zum zusätzlichen Aufheizen des Oberofens.

Arbeitsschritte zur Stahlgewinnung im Siemens-Martin-Ofen

  1. Ein üblicher Prozess zur Stahlgewinnung dauert etwa 8 Stunden. Die Arbeit beginnt mit der Reinigung des Ofens. Das dauert ungefähr eine halbe Stunde.
  2. Das Bestücken des Siemens-Martin-Ofens mit Eisen, Schrott und anderen Materialien dauert dann ungefähr 2 Stunden.
  3. Wie Sie sich sicherlich denken können, dauert das Einschmelzen des Materials sehr lange. In der Regel dauert es 3,5 bis 4 Stunden.
  4. Danach folgt eine sogenannte Abstichanalyse. Dabei wird der bereits flüssige Stahl analysiert und gegebenenfalls werden noch weitere Materialien zugeführt, bis der Stahl die gewünschte Qualität erreicht. Das Ganze dauert etwa 1,5 Stunden.
  5. Zum Schluss erfolgt dann der Abstich. Das heißt, der flüssige Stahl wird durch Rohrleitungen in sogenannte Kokillen geleitet. Kokillen sind Behälter, in denen flüssige Metalle aufgefangen werden. Nach dem Abkühlen und Aushärten des Stahls können die Kokillen geöffnet werden. Dadurch erhalten die Stahlblöcke eine Form, in der Sie gut transportiert werden können.
  6. Damit ist der Prozess der Stahlgewinnung abgeschlossen.
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