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Stahlbohrer richtig anwenden - darauf sollten Sie achten

Die Heimwerkerei ist beliebt und spannend zugleich. Mit ein wenig Geduld, Talent, guten Ideen und dem richtigen und nötigen Werkzeug lassen sich eine Menge Dinge selber bauen, für die man entweder beim Kauf oder für einen Handwerker viel Geld hätte bezahlen müssen. Ein wenig Kenntnisse über Art und Anwendung von Werkzeugen sollte jedoch vorhanden sein, um Material und Sicherheit nicht unnötig zu gefährden. So sollten Sie beispielsweise wissen, wann Sie feine oder grobe Feilen benutzen oder welches Material Sie alles mit Stahlbohrer bohren können.

Der Stahlbohrer muss fest eingespannt sein.
Der Stahlbohrer muss fest eingespannt sein.

Mit Stahlbohrer richtig und sicher umgehen

Für Sie als Heimwerker ist bei der Auswahl der Bohrer wichtig zu wissen, dass es Stahlbohrer, Steinbohrer und Holzbohrer gibt. Holzbohrer sind den Stahlbohrern (Spiralbohrer) ähnlich, besitzen jedoch zusätzlich noch eine Spitze zum Zentrieren und oft eine ausgeprägtere Spirale, um das zu entfernende Material beim Bohren besser abtransportieren zu können. Spiralbohrer haben zwei scharfe Schneidekanten und schneiden sich quasi in das Material hinein, während Steinbohrer (Widiabohrer) am Bohrkopf eine Platte aus gehärtetem Stahl besitzen, die für das Bohren mit Schlag in Beton, Stein und Mauerwerk konzipiert sind.

  1. Beim Benutzen eines Stahlbohrers ist es wichtig, dass Sie zuerst an Ihre Sicherheit denken. Benutzen Sie eine Bohrmaschine mit einstellbarem Rechts- und Linkslauf, damit eventuelle Klemmer besser gelöst werden können. Sorgen Sie für Ihren festen Stand, sowie wenn möglich auch den der Bohrmaschine und des Werkstückes. Das Benutzen einer Schutzbrille ist nicht Pflicht, sollten Sie aber vor allem bei Überkopfbohrungen in Erwägung ziehen. Die Maschine muss beim Bohren mit dem Stahlbohrer fest und sicher gehalten werden können, damit sie bei einem möglichen Klemmer nicht aus Ihrer Hand gerissen wird. Sollten Sie also Schutzhandschuhe benutzen, müssen diese passend sein und im Idealfall eine gummierte Grifffläche besitzen.
  2. Der Stahlbohrer trägt das Material mit zwei seitlichen Schneidekanten Runde für Runde ab. Er besitzt eine kleine stumpfe Kante als Spitze. Damit diese beim Beginn des Bohrvorganges an der richtigen Stelle gehalten werden kann und der Bohrer beginnen kann, Material abzutragen, ist es ratsam, mit einem Körner oder anderen geeigneten Werkzeugen eine kleine Vertiefung in das Material zu schlagen. Das gewährleistet das Zentrieren des Bohrers und hilft ihm beim beginnenden Abfalltransport.
  3. Anders als beim Steinbohrer, der sich mit Gewalt und Schlag mehr oder weniger in das Material "bricht", werden beim Bohren von Stahl und Metall Schicht für Schicht Späne abgetragen und durch die Spirale aus dem Bohrloch transportiert. Das Abtragen funktioniert nur, wenn der Bohrer gut ins Material greifen kann, was unmöglich wird, wenn Sie zu sehr aufdrücken oder den Bohrer zu schnell rotieren lassen. Üben Sie zu viel Druck aus, ist die Gefahr eines Klemmers sehr hoch, da der Stahlbohrer sich dann eventuell zu schnell zu tief in das Material schneidet. Lassen Sie die Maschine für sich arbeiten und beobachten Sie, ob noch Späne produziert werden. Mit wenig Druck und geringen Drehzahlen lässt sich bei harten Metallen der beste Erfolg erzielen.
  4. Da beim Bohren von Metallen zwischen Bohrer und Werkstoff eine große Reibungswärme entsteht, sollten Sie bei tieferen Bohrlöchern Ihren Bohrer regelmäßig mit Öl oder Wasser kühlen. Je heißer der Bohrer wird, umso wahrscheinlicher ist ein Ausglühen des Bohrkopfes, wodurch das Bohrermaterial weich wird und der Metallbohrer komplett unbrauchbar gemacht wird.

Es wird hier öfters von Klemmern gesprochen. Nehmen Sie diese Gefahr bitte ernst. Frisst sich der Bohrer fest, kann er nicht weiter rotieren, während aber die Maschine weiter Kraft ausübt. Das führt dazu, dass entweder die Bohrmaschine sich um den Bohrer weiterdrehen will oder sich das Werkstück samt Bohrer gemeinsam dreht. In beiden Fällen kann es zu ernsthaften Verletzungen von Hand und Armen kommen. Gehen Sie daher auch bei scheinbar problemlosen Bohrungen mit höchster Konzentration vor.

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