- 03.12.2010 Felicitas Schmidt
- Vorstellungsgespräche sind so eine Sache für sich. In einem relativ kurzem Zeitrahmen möchte Ihr potentieller neuer Arbeitgeber so viel wie möglich über Sie erfahren. In erster Linie wird es ihn interessieren, was Sie alles können, worin Ihre Stärken liegen und was Sie besonders auszeichnet. Aber auch nach Schwächen wird gefragt.
- Es ist nicht in Stein gehauen, aber in der Regel können Sie doch damit rechnen, dass in einem Vorstellungsgespräch nach Ihren Stärken und Ihren Schwächen gefragt werden wird (und wenn auch nur indirekt). Wenn Sie sich bis dahin noch nie wirklich Gedanken darüber gemacht haben, werden Sie erstmal spontan nicht so viel zu sagen haben. Das ist schlecht. Deswegen sollten Sie sich gut auf diese Frage vorbereiten.
Im Vorstellungsgespräch Stärken und Schwächen geschickt nennen
- Im ersten Moment denken Sie wahrscheinlich, dass Ihren Stärken größeres Interesse entgegengebracht werden wird, als Ihren Schwächen. Täuschen Sie sich da aber nicht. Schwächen vorteilhaft zu vermitteln, so dass sie Ihnen eigentlich nicht als Schwächen angelastet werden, ist die hohe Kunst im Bewerbungsgespräch.
- Zunächst aber zum leichteren Teil, Ihren Stärken. Bestimmt fallen Ihnen zwei, drei Eigenschaften ein, die andere an Ihnen loben oder von denen Sie selbst wissen, dass Sie darin besonders gut sind. Das können Fähigkeiten sein, zum Beispiel gut organisieren zu können, aber auch reine Charaktereigenschaften wie beispielsweise Zielstrebigkeit oder Verlässlichkeit.
- Legen Sie sich vor Ihrem Vorstellungsgespräch drei bis vier Stärken innerlich zurecht, und formulieren sie für sich in ganzen Sätzen. Zum Beispiel: "Meine Arbeitsweise zeichnet sich durch absolute Verlässlichkeit und Selbstständigkeit aus." Bringen Sie dann Ihre Stärken in eine Reihenfolge. Denken Sie daran, dass der erst- und letztgenannten Stärke wahrscheinlich am meisten Gehör geschenkt werden wird. Dementsprechend sollten Sie Ihre beiden wichtigsten Stärken so platzieren.
- Die Frage nach Ihren Schwächen im Vorstellungsgespräch ist tückisch. Jeder Personaler, jeder Chef weiß natürlich, dass der Bewerber ungern über seine Schwächen reden möchte. Sie wollen ja schließlich den Job und sich im guten Licht erscheinen lassen. Dennoch müssen Sie diese Frage nach Schwächen im Vorstellungsgespräch schon beantworten.
- Wie für das restliche Vorstellungsgespräch gilt auch hier: Seien Sie authentisch, aber diplomatisch. Dass Sie manchmal absolut keine Lust aufs Arbeiten haben, schon mal krank feiern oder gerne über Kollegen lästern, muss keiner wissen. Überlegen Sie sich lieber etwas Charmantes, Humoriges. Zum Beispiel, dass Sie ohne Schokolade nicht leben könnten.
- Was auch immer geht: im Vorstellungsgespräch Schwächen angeben, die eigentlich keine sind. Allerdings werden Sie nicht der Erste sein, der seinen Ehrgeiz oder seinen Perfektionismus als kleine Schwäche verkaufen möchte, und der Chef und die Personaler werden genauso gut wie Sie wissen, dass das eben eine vorher zurecht gelegte Schwäche ist. Nicht schlimm, aber auch nicht sehr authentisch.
Denken Sie stets daran: Der neue Arbeitgeber möchte Sie kennenlernen, nicht Ihren Charakter prüfen. Sie befinden sich beim Vorstellungsgespräch in keinem Verhör, nehmen Sie's locker!