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Sprossmetamorphosen - eine Erklärung

Metamorphosen sind funktionelle Umbildungen, die bei Pflanzen durch eine Anpassung an Umweltbedingungen erfolgten. Bei Sprossmetamorphosen ist die Sprossachse einer Pflanze betroffen.

Sprossknollen vermehren sich bei den Kartoffeln.
Sprossknollen vermehren sich bei den Kartoffeln. © wrw / Pixelio

Was Sie benötigen:

  • etwas Zeit und Geduld
  • Grundwissen in Biologie bzw. Evolution

Metamorphose - was ist das?

  • Im Verlauf der Stammesgeschichte von Pflanzenarten können sich die Umweltbedingungen ändern, sodass sich die Pflanze an diese neuen Bedingungen evolutionär anpassen musste, um als Art zu überleben.
  • Dabei kann es vorkommen, dass sich Grundorgane, also von Wurzel, Spross oder Blatt, verändern mussten, um den neuen Bedingungen gerecht zu werden.
  • Einzelne Teile der Pflanze übernehmen dadurch andere, neue oder zusätzliche Funktionen.
  • So kann beispielsweise eine Metamorphose des Blattes zu einem Haftorgan, zu einem Speicherorgan oder zum Teil der Blüte erfolgen.
  • Im Laufe der Pflanzenevolution bildete sich durch Metamorphosen die heute vorherrschende, immense Pflanzenvielfalt.

Achtung: Im Tierreich versteht man unter dem Begriff "Metamorphose" eigentlich eine Metabolie. Bei dieser geht die Entwicklung eines Tieres über ein oder mehrere Larvenstadien, wobei neben dem Größenwachstum auch ein mehr oder weniger stark ausgeprägter Formenwechsel erfolgt. Das bekannteste Beispiel ist der Schmetterling.

Sprossmetamorphosen - an Beispielen erklärt

Genauso wie Blatt oder Wurzel einer Pflanze - ausgelöst durch eine sich ständig ändernde Umwelt - andere oder neue Funktionen übernehmen und dadurch ihre Gestalt evolutionär ändern, ist dies auch für die Sprossachse einer Pflanze möglich. 

  • Änderungen von Funktion und Gestalt der Sprossachse werden als Sprossmetamorphosen bezeichnet. 
  • Solche Sprossmetamorphosen zeigen sich in den unterschiedlichsten Umbildungen. 
  • Die folgenden Beispiele sollen die in der Botanik üblichen Sprossmetamorphosen erläutern:
  • Viele Pflanzen bilden (oberirdische und unterirdische) Ausläufer oder Kriechsprosse (Stolonen genannt) aus, um sich so vegetativ fortzupflanzen. Ein bekanntes Beispiel sind Erdbeerpflanzen. 
  • Die Pflanzen bilden wurzelartige Rhizome oder auch Sprossknollen aus, die zur Fortpflanzung, aber auch zum Speichern von pflanzlichen Stoffen dienen, beispielsweise für die Überwinterung, wenn die oberirdische Pflanze abstirbt. Bekanntes Beispiel ist das Maiglöckchen, das aus den Rhizomen immer wieder neu austreibt, sich jedoch durch Rhizome auch vermehrt. Die Kartoffelknolle bildet Sprossknollen aus, die der Vermehrung und als Stärkespeicher dienen. Ähnlich sind Sprossrüben.
  • Auch das Anlegen von Wasser speicherndem Gewebe bei einigen Sukkulenten gehört zu den Sprossmetamorphosen.
  • Aus dem Spross haben sich im Laufe der Evolution auch Ranken (Kletterpflanzen), Dornen oder Stacheln (Fressfeindabwehr) entwickelt. 
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