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Spontan heiraten - das sollten Sie beachten

Es gibt Situationen, in denen eine Entscheidung rein emotional getroffen wird, die man aber am nächsten Tag oft bereut. Spontan heiraten gehört wohl dazu. Möchten Sie diese Entscheidung rückgängig machen, bleibt Ihnen nur, eine richterliche Entscheidung herbeizuführen.

Wichtige Entscheidungen immer überschlafen.
Wichtige Entscheidungen immer überschlafen. © Katharina Wieland Müller / Pixelio

Was Sie benötigen:

  • Scheidungsantrag

Da wo die Liebe hinfällt, ist jegliche Logik ausgeschlossen. Wenn Sie sich dann noch dazu hinreißen lassen, spontan zu heiraten, haben Sie möglicherweise bereits am nächsten Tag ein Problem. Haben Sie Ihren Verstand zurückgewonnen, erkennen Sie die Tragweite Ihrer Entscheidung und müssen sich überlegen, wie Sie aus dieser Situation wieder herauskommen.

Spontan entscheiden ist nicht immer vorteilhaft

  • Eine Heirat ist kein Spiel. Um dies jedem wirklich deutlich zu machen, hat der Gesetzgeber das Recht der Eheschließung im Bürgerlichen Gesetzbuch eingehend geregelt. Das früher bis 1998 geltende Ehegesetz wurde aufgehoben und in das BGB (§§ 1303 ff BGB)  integriert.
  • Wenn Sie spontan heiraten, muss Ihnen bewusst sein, dass Sie eine vertragliche Bindung zu Ihrem Partner eingehen und nicht mehr in der Lage sind, diese einseitig nach eigenem Ermessen aufzulösen. Wäre dies möglich, hätte die Institution der Ehe keinen Sinn und wäre beliebig.
  • Das Gesetz bestimmt daher, dass eine vor einem Standesbeamten geschlossene Ehe nur durch richterliche Entscheidung auf Antrag eines Ehepartners aufgehoben werden kann. Eine Aufhebung ist nur unter bestimmten, im Gesetz genau geregelten Voraussetzungen, erlaubt.

Entwürdigen Sie nicht die Institution der Ehe

  • Beachten Sie, dass eine Ehe eine Institution ist, die mit kulturellen Werten verbunden ist und nicht zu einer Showveranstaltung verkommen sollte. Handeln Sie in diesem Sinne und tragen Sie zu einer verantwortungsvollen Gesellschaft bei. Eine Heirat, wie Sie einige Showgrößen in Las Vegas zelebrieren, ist entwürdigend und beleidigend für alle, denen die Institution Ehe etwas bedeutet. Ohnehin sind Ehen dieser Art meist nur von kurzer Dauer. 
  • Bedenken Sie auch die vermögensrechtlichen Konsequenzen einer Eheschließung. Sie machen sich unter Umständen unterhaltspflichtig oder müssen Ihr Vermögen teilen.
  • Die emotionale Bindung, die Sie für eine auf Lebenszeit angelegte Ehe brauchen, wächst erst allmählich. Verwechseln Sie Liebe also nicht mit einer emotionalen Zuneigung, die schnell wieder verfliegt, wenn Sie hinter die Fassade eines Menschen blicken.

Heiraten und gleich wieder scheiden lassen wollen

  • Sie können Ihre Ehe aufheben lassen, wenn Sie oder Ihr Partner minderjährig oder geschäftsunfähig waren.
  • Eine Aufhebung kommt auch in Betracht, wenn Sie oder Ihr Ehepartner bereits verheiratet sind. Ferner dann, wenn Sie in gerader Linie heiraten oder die Ehe mit einem vollbürtigen oder halbbürtigen Geschwisterkind geschossen haben.
  • Eine Aufhebung ist auch dann möglich, wenn Sie oder Ehepartner sich bei der Eheschließung in einem Zustand der vorübergehenden Störung Ihrer Geistestätigkeit befunden haben (Alkohol- oder Drogenrausch). Allerdings sind Sie dafür beweispflichtig, vor allem, wenn Ihr Ehepartner diesen Zustand bestreitet.
  • Wusste einer von Ihnen nicht, dass es sich um eine Eheschließung handelt, können Sie ebenfalls die Aufhebung beantragen. Fälle dieser Art sind selten, da Sie bei der Eheschließung von dem Standesbeamten belehrt werden.

Heiraten Sie unter Drohung, ist Ihre Ehe aufhebbar

  • Auch dann, wenn Sie oder Ihr Ehegatte durch arglistige Täuschung zur Eheschließung bestimmt wurden, kommt die Aufhebung in Betracht. Das gleiche gilt, wenn Sie durch Drohung zur Eingehung der Ehe genötigt wurden.
  • Beachten Sie aber, dass die Täuschung über die Vermögensverhältnisse eines Partners nicht relevant ist. Lassen Sie sich also nicht von Außerlichkeiten blenden oder Theater vorspielen.
  • Waren Sie sich beide bei der Eheschließung darüber einig, dass Sie keine Ehe bekunden wollten, können Sie die Aufhebung beantragen. Allerdings müssen Sie dann auch den Eindruck des Standesbeamten über Ihren Ehewunsch widerlegen, der Sie vielleicht ebenso spontan getraut hat.
  • Beachten Sie, dass Sie die Aufhebung Ihrer Ehe nur binnen eines Jahres beantragen können. Die Frist beginnt in dem Augenblick, in dem Sie den Irrtum oder die Täuschung entdecken oder Ihre Zwangslage endet. Die Aufhebung steht einer normalen Ehescheidung gleich.

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