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Spätpubertäres Verhalten - Hinweise

Die Pubertät geht mit vielen Besonderheiten im Verhalten einher und ist daher für die Eltern der betroffenen Kinder manchmal sehr belastend. Mitunter zeigen sich aber auch später noch Eigenwilligkeiten, die häufig als spätpubertäres Handeln bezeichnet werden. Was ist damit gemeint?

Die Pubertät endet nicht mit 14.
Die Pubertät endet nicht mit 14.

In der Pubertät lösen sich Kinder von den Eltern, versuchen eigenständiger zu werden und suchen eine Orientierung im Leben; das gilt auch manchmal für spätere Lebensphasen.

Was zeichnet pubertierendes Verhalten aus?

  • Spätpubertäres Verhalten hat seine Bezeichnung daher, dass es dem ähnelt, wie sich Kinder typischerweise in der Pubertät verhalten. Das bedeutet etwa, dass es häufig zu Provokationen kommt; manche Handlungen werden also nur ausgeführt, um aufzufallen oder um Grenzen auszutesten bzw. diese absichtlich zu überschreiten.
  • Außenstehende empfinden diese Reaktionen meistens als nicht nachvollziehbar und verstehen nicht, warum der Betroffene sich so verhält.
  • Hier gibt es verschiedene Aspekte, die differenziert werden können. Häufig treten Versuche der Distanzierung auf, etwa indem Lügen und Ausreden verwendet werden, um Unangenehmes nicht zugeben zu müssen oder Regelüberschreitungen zu rechtfertigen.
  • Ebenso kann es emotionale Entgleisungen geben, also Wutausbrüche, aber auch Schüchternheit, die emotionale Schwankungen widerspiegeln. Manchmal ist das den Pubertierenden peinlich, sodass sie sich zurückziehen oder sehr stark an Klischees verhaftet bleiben (z.B. typisch männliches Auftreten, um stark zu wirken).
  • Wenn dies nicht nur im Alter von 13 oder 14 auftritt, sondern auch im späteren Jugendalter oder jenseits des 18. Lebensjahres, dann wird dies als spätpubertäres Handeln bezeichnet.

Ursachen für spätpubertäres Handeln

  • Ein häufiger Grund für spätpubertäres Verhalten ist, dass Betroffene ihre Rolle noch nicht gefunden haben. Das kann etwa bedeuten, dass jemand sich als noch sehr von seinen Eltern bestimmt erlebt und dies gern ändern möchte; das kann aber auch bedeuten, dass eine Person in einer Beziehung das Gefühl hat, wie früher von den Eltern bevormundet zu werden und dagegen rebelliert.
  • Oftmals stehen eigene Unsicherheiten dahinter, etwa wenn nach der Ausbildung der Übergang in den Beruf nicht gleich gelingt oder die erste Beziehung gescheitert ist.
  • Ängste davor, die Herausforderungen des Lebens nicht meistern zu können oder den Anschluss an andere zu verlieren, stehen im Vordergrund, wenn die vorher durch die Schule garantierten sozialen Beziehungen verloren gehen. Auch die eigene Verletzlichkeit wird dabei überspielt. Dies alles kann spätpubertäres Verhalten ausmachen.
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