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Solveigs Lied - Informatives

Jahrzehntelang wartet Solveig auf ihren Peer, einen armen Bauernjungen, den es in die weite Welt hinauszog. Von dieser bedingungslosen Liebe und Treue erzählt „Solveigs Lied“. Es ist Teil der Bühnenmusik, die der norwegische Komponist Edvard Grieg zu Henrik Ibsens Stück „Peer Gynt“ verfasste. In einer veränderten Form schließt das Lied auch Griegs Peer-Gynt-Suiten ab.

Ein Land voller Magie
Ein Land voller Magie

Die Textvorlage - Ibsens dramatisches Versgedicht „Peer Gynt“

Ibsens meisterhaftes Versdrama „Peer Gynt“ wird oft als „Faust des Nordens“ bezeichnet, ähnelt es doch mit dem Thema der Sinnsuche und Liebe einer unschuldigen Frau Goethes „Faust“.

  • Der Dramatiker Henrik Ibsen (1828-1906) ist einer der bedeutendsten Autoren Norwegens. Zu seinen bekanntesten Werken zählt das Emanzipationsstück „Nora oder ein Puppenheim“.
  • In dem dramatischen Versgedicht „Peer Gynt“ erzählt Ibsen die abenteuerliche Geschichte des armen Bauernburschen Peer Gynt. Der Träumer und Taugenichts entflieht mit Lügengeschichten der Realität und bricht schließlich auf, um die Welt zu entdecken. Dabei erlebt Peer die irrwitzigsten Abenteuer - er kämpft mit dämonischen Trollen, wird als Sklavenhändler reich und zum Kaiser eines Irrenhauses ernannt.
  • Schon in seiner Jugend verliebt sich Peer in Solveig, die weibliche Hauptfigur des Stücks. Doch ihre Liebe bleibt zunächst unerfüllt - Solveig muss Peer ziehen lassen. Sie bleibt ihm jedoch über die vielen Jahrzehnte seiner Abwesenheit treu ergeben. Als Peer schließlich am Ende des Stücks als gebrochener, alter Mann nach Hause zurückkehrt, findet er bei Solveig Schutz und Geborgenheit.

„Solveigs Lied“ von Edvard Grieg

 „Peer Gynt“ wurde 1876 in Oslo uraufgeführt; die Bühnenmusik schrieb Edvard Grieg. Darin findet sich auch „Solveigs Lied“, das später Teil von Griegs Peer Gynt Suiten wurde.

  • Im Auftrag von Henrik Ibsen verfasste der norwegische Komponist Edvard Grieg (1843-1907) die Bühnenmusik zu „Peer Gynt“. Sie besteht aus insgesamt 26 Stücken, die Ibsens Text stimmungsvoll untermalen.
  • Als „Solveigs Lied“ ist das 19. Stück von Griegs Bühnenmusik betitelt. Es erzählt von Solveigs Treue, ihrer Gewissheit, dass Peer irgendwann zu ihr zurückkehrt und ihrer Hoffnung, dass Gott dem Geliebten stets beisteht.
  • Daneben haben zwei weitere Lieder Solveigs Treue und Liebe zum Inhalt: Das Lied Nr. 23 mit dem Titel „Solveig singt in ihrer Hütte“ und das ergreifende Abschlussstück „Solveigs Wiegenlied“.
  • Obwohl sich in Griegs romantisch-melancholischer Musik Ibsens Text sehr schön spiegelt, wird „Peer Gynt“ in heutigen Aufführungen meist ohne diese Musikuntermalung inszeniert. Grieg selbst war schon vor der Uraufführung mit der Umsetzung seiner Komposition durch das Osloer Orchester unzufrieden.
  • Bereits wenige Jahre nach der Uraufführung von „Peer Gynt“ beschloss Grieg daher, seine Bühnenmusik zu bearbeiten. Daraus entstanden die beiden Peer-Gynt-Suiten, die bis heute zum Standardrepertoire vieler Orchester gehören.
  • Die erste Peer-Gynt-Suite (Opus 46 in Griegs Werk) vollendete der Komponist 1888, die zweite Suite (op. 55) im Jahr 1891. Für beide Suiten schrieb Grieg neben der Orchesterfassung auch zwei Fassungen für Klavier (zwei- und vierhändig).
  • Beide Suiten bestehen aus jeweils vier kurzen Teilen, insgesamt dauert die Komposition von dem auch aus der Werbung bekannten Einstiegsstück „Morgenstimmung“ bis zum abschließenden Stück „Solveigs Lied“ rund 30 Minuten. Wegen dieser kurzen Dauer sind die Peer Gynt Suiten häufig nur ein Teil eines Konzertabends, bei dem zumeist noch andere Stücke der Romantik gespielt werden.

Sie müssen nicht ins Konzert gehen, die Peer-Gynt-Suiten gibt es - gespielt von vielen Orchestern - auch auf CD. Schwelgen Sie in dieser wundervoll melancholischen Musik.

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