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Sollten Jungen und Mädchen getrennt voneinander unterrichtet werden? - Vor- und Nachteile

Früher waren reine Jungs- und reine Mädchenschulen die Regel. Heute sind sie die Ausnahme. Ist diese Entwicklung begrüßenswert oder tatsächlich kontraproduktiv? Wenn Sie überlegen, ob Sie Ihr Kind auf eine gemischte Schule schicken wollen, sollten Sie sich die folgenden Antworten auf die Frage durchlesen, ob Jungen und Mädchen getrennt voneinander unterrichtet werden sollten oder nicht.

Gemischte Klassen verheißen mehr Spaß für die Schüler.
Gemischte Klassen verheißen mehr Spaß für die Schüler.

Voneinander getrennte Jungen und Mädchen können sich nicht stressen

  • Ein Argument, das häufig aufgeführt wird, wenn es darum geht, dass Jungen und Mädchen getrennt voneinander unterrichtet werden sollten, ist, dass die Jungen die Mädchen unter Druck setzen würden und deren Lernerfolge mit Mobbing quittieren würden. Sicherlich ist dies mehr oder minder häufig auch der Fall. Bedenken Sie allerdings, dass Phänomene wie Mobbing auch komplett unter Mädchen stattfinden.
  • Ein weiteres Argument für getrennten Unterricht ist die unterschiedliche Methodik, mit der Jungen und Mädchen an Probleme herangehen. In einer reinen Jungenklasse könnte der Lehrer sich ganz auf die männliche Denkweise einlassen. Doch auch diesen Umstand sollten Sie nicht unkritisch annehmen. Es gibt sehr viele verschiedene Denk- und Lerntypen und diese sind nicht nur vom Geschlecht abhängig. Stattdessen kann es oft beflügeln, auch mit anderen Vorgehensweisen als den eigenen konfrontiert zu werden.
  • Was vermeintlich moralische Vorzüge des getrennt voneinander Unterrichtetwerdens angeht, so sollten Sie sich bewusst machen, dass Sie Ihrem Kind keinen Gefallen tun, wenn Sie es vom anderen Geschlecht separieren. Dauerhaft entsprechende Kontakte verhindern, das können Sie ohnehin nicht.

Unterrichtet werden sollten nicht nur Lerninhalte

  • Die Schule ist nicht nur zum Erlernen von Unterrichtsinhalten da. Eine ihrer wichtigsten Aufgaben ist das Vermitteln von Sozialkompetenz. Auch wenn es in Einzelfällen ein langer und steiniger Weg ist, gehört hier auch dazu, sich gegen sozialen und emotionalen Druck behaupten zu lernen. Wenn Sie etwa Ihrer Tochter den vermeintlich rauen Umgang der Männerwelt ersparen möchten, wird sie spätestens in der Berufswelt dann doch damit konfrontiert werden, ohne schon in der Schule gelernt zu haben, damit umzugehen.
  • Natürlich erscheint das sich voreinander Profilieren, das gegenseitige Ärgern von Jungen und Mädchen und auch das irgendwann einsetzende Anbändeln von außen betrachtet als unnötige Belastung. Diese Dinge sind jedoch Bestandteile eines Reifungsprozesses, den Sie Ihrem Kind nicht vorenthalten sollten.
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