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Softbox selber bauen - so geht's

Mit einer Softbox, die Sie sich mit einfachen Mitteln selber bauen können, erzeugen Sie weiches Licht. Diese Beleuchtung ermöglicht Ihnen gute Porträtaufnahmen, ohne störende Schatten. Ihre Fotos bekommen Profiqualität.

Eine Softbox sorgt für weiches natürliches Licht.
Eine Softbox sorgt für weiches natürliches Licht.

Was Sie benötigen:

  • Lichtquelle (Blitzgerät oder LED-Strahler)
  • Weiße Wellpappe (etwa 30 x 60 cm)
  • Weißes Papier (etwa 30 x 60 cm)
  • Klebestreifen
  • Cutter
Schnittmuster für eine Softbox.
Schnittmuster für eine Softbox. © Roswitha Gladel

Funktionen und Aufbau einer Softbox

Wenn Sie sich über harte Schatten bei Kunstlichtaufnahmen ärgern, sollten Sie sich mit dem Thema Softbox eingehend befassen.

  • Die Box gehört zu den Lichtformern: Sie reflektiert das Licht einer Lichtquelle über einen großen Reflektor. Dieser wirft das Licht nicht wie ein Spiegel zurück, sondern streut das auftreffende Licht.
  • Der Lichtformer besteht aus einer Lichtquelle, die von dem Reflektor umgeben ist. Dieser ist mit einem transluzenten Material abgedeckt. Transluzent bedeutet lichtdurchlässig aber nicht blickdurchlässig. Papier und Stoff sind zum Beispiel solche Materialien.
  • Die Lichtformer im Fotostudio haben Reflektoren, die genau auf die Lichtquelle abgestimmt sind. Das darin reflektierende Material schluckt kaum Licht und die Abdeckungen wirken zusätzlich als Diffusor. Eine DIY-Softbox reicht niemals an diese Profiboxen heran.

Problematik beim Selberbauen

Sie brauchen eine passende Lichtquelle, reflektierendes und transluzentes Material. Eine exakte Abstimmung der Materialien ist Ihnen beim Selbstbau nicht möglich. Ihnen fehlen die entsprechenden Messgeräte und die jahrelange Erfahrung.

  • Kalte Lichtquellen oder ein Blitzlicht, das nur kurz aufflammt, sind besser als Halogen-Baustrahler oder Scheinwerfer für Fotostudios. Bedenken Sie, die Lichtquelle ist in einem Kasten eingeschlossen, es kann zu einem Hitzestau kommen. Ihre Softbox kann Feuer fangen. Die Gefahr besteht ebenfalls, wenn Sie dieses aus Metall bauen. Die Abdeckung und die Lichtquelle können brennen.
  • Als reflektierendes Material eignen sich weiße Pappe und Papier, mit Perglanzbeschichtung. Sie können auch Leinwände für Beamer, retroreflektierende Farbe oder weiße Stoffe verwenden. Silberfolien und Spiegel eignen sich nicht, da Sie das Licht nicht streuen. Sie müssen ein Material finden, das gut reflektiert und streut. Retroreflektierend bedeutet, das einfallende Licht wird in alle Richtungen verteilt. Die Farben bekommen Sie im Zubehörhandel für Sicherheitstechnik, 
  • Als transluzentes Material eignen sich dünne Vliesstoffe wie Vlieseline, weißes Papier oder dicht gewebte weiße Stoffe, zum Beispiel Taft. Sie werden vermutlich einige Versuche benötigen, bis Sie das richtige Material gefunden haben. Papier eignet sich am besten, ist aber auch am empfindlichsten. Außerdem brennt es leicht.

Anleitung für den Bau eines Lichtformers

Nach dieser Anleitung bauen Sie eine Softbox aus Pappe. Falls Sie eine stabilere Softbox benötigen, verwenden Sie die Pappteile als Schnittmuster, um Sperrholz zuzuschneiden. Die Box lässt sich auch aus den Holzteilen zusammenbauen. Beachten Sie, dass Sie eine rechteckige Lichtquelle benötigen.

  1. Messen Sie die Breite und Höhe der Lampe aus. Multiplizieren Sie die Werte mit fünf, um die Maße der benötigten Pappe zu ermitteln. Schneiden Sie diese auf das Maß zu. Wellpappe ist oft nur auf einer Seite weiß. Zeichnen Sie die Markierungen auf die Rückseite.
  2. Zeichnen Sie die Diagonalen auf der rechteckigen Pappe ein und legen Sie die Lampe genau in die Mitte. Markieren Sie die Ränder Ihrer Lampe auf der Pappe. In der Mitte ist nun ein Rechteck zu sehen. Umgeben sie dieses Rechteck mit einem zweiten Rechteck, das zwei Zentimeter längere Kanten hat.
  3. Zeichnen Sie je einen Punkt rechts und links von jeder Kartonecke. Sie müssen einen Zentimeter neben den Ecken liegen. Verbinden Sie jede Ecke des größeren Rechtecks mit den zwei markierten Punkten, die am nächsten liegen. Von jeder Ecke gehen also zwei Linien aus. Schneiden Sie die Pappe entlang dieser Linien durch.
  4. In der Mitte ist ein Rechteck, an jeder Seite des Rechtecks ist ein Trapez angesetzt. Schneiden Sie im Rechteck die Diagonalen des kleineren Rechtecks ein, es entstehen vier Dreiecke. Ritzen Sie entlang der Seiten des größeren Rechtecks. Schneiden Sie diese vier Linien nicht durch.
  5. Klappen Sie die vier Trapeze nach unten und die vier Dreiecke nach oben. Nun müssen Sie nur noch die nebeneinanderliegenden Kanten benachbarter Trapeze mit Tape zusammenkleben. Sie haben einen sogenannten Pyramidenstumpf gebaut. Die weiße Seite der Pappe ist im Inneren des Körpers.

Das Licht optimieren

Jetzt geht es an die Feinarbeiten: Stecken Sie die Lampe in die Öffnung. Die vier Dreiecke klemmen diese ein. Fixieren Sie die Lichtquelle mit Tape. Die Lampe muss ins Innere der Pyramide strahlen. Decken Sie die große Öffnung mit Papier ab. Befestigen Sie es zunächst nur provisorisch mit einigen Tapestreifen. Machen Sie Probeaufnahmen.

  • Prüfen Sie die Aufnahmen: Erscheint Ihnen das Licht nicht weich genug? Stören Sie harte Schatten? Kleiden Sie die Pyramide innen mit weißem rauem Papier aus. Testen Sie auch eine Verkleidung aus Stoff.
  • Ist das Licht zu dunkel? Versuchen Sie es mit retroreflektierenden Farben oder beschichteten Stoffen, wie Leinwänden für Beamer.
  • Wenn das Licht sehr hell ist und die Schatten sich scharf abzeichnen, verändern Sie die Abdeckung der Softbox. Das Licht wird weicher, wenn Sie mehrere Lagen Papier über die Öffnung kleben oder ein dichteres Vlies verwenden. Diese Maßnahme schluckt gleichzeitig Licht.

Hobbyfotografen sollten sich eine Softbox aus preisgünstigem Material selber bauen. Der Kauf eines Lichtformers ist nur sinnvoll, wenn Sie sich intensiv mit der Porträtfotografie befassen oder das Hobby zum Beruf machen wollen.

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