Was Sie benötigen:
  • Geduld
  • Interesse
  • Selbstkenntnis
  • Internet

Das richtige Fach fürs Studium finden - die Orientierung

  • Ganz grundlegend sollten Sie sich vor der Studienfachwahl die Frage stellen, was Sie wirklich interessiert? Wo liegen Ihre Interessen? Wo liegen Ihre Stärken? Warum wollen Sie studieren? Seien Sie bei der Beantwortung dieser Fragen absolut ehrlich zu sich selbst, denn Sie sind von fundamentaler Bedeutung. Bei den Interessen mag beispielsweise die Trennlinie naturwissenschaftlich vs. nicht-naturwissenschaftlich als Überkategorie hilfreich sein. Unterschätzen Sie in dieser Phase auch nicht die kleinen, unscheinbaren Interessen, die auf den ersten Blick wenig mit einem möglichen späteren Beruf zu tun haben. Beispielsweise mag aktives Klettern zunächst uninteressant für ein Studium erscheinen, bekommt aber in einem erlebnispädagogischen Rahmen ein gänzlich anderes Gewicht.

  • Für diese Phase können von Hand geschriebene Listen ein klareres Bild geben. Unvoreingenommen alles aufschreiben, was Sie gerne machen, gerne sehen, gerne hören usw. kann neue Perspektiven eröffen.

  • Wenn Sie sich über Ihre Stärken absolut im Unklaren sind, kann es sinnvoll sein, einen Berufsfindungstest oder Selbsteinschätzungstest zu machen. Eine Vielzahl von Einrichtungen und Instituten bietet diese Tests an.

Welches Studienfach trifft meinen Interessenbereich? - Die Informationssuche

  • Wenn Sie sich darüber im Klaren sind, welche Interessen und Motivationen für Sie wichtig sind, geht es daran, ein dazu passendes Fach zu finden. Informationen über Studiengänge- und Fächer gibt es zahllose und es gilt zu selektieren.

  • Eine Möglichkeit ist das berühmte grüne Heft "Studien- und Berufswahl" der Bundesagentur für Arbeit, in dem jedes Jahr alle Studiengänge an deutschen Hochschulen enthalten sind und in einer Kurzbeschreibung vorgestellt werden. Schulen bekommen den Katalog als Sammelbestellung kostenlos.

  • Das Berufsinformationszentrum (BiZ) der Bundesagentur für Arbeit bietet persönliche Beratung zur Studienfachwahl an und kann hilfreiche Hinweise zu einzelnen Hochschulen geben.

  • Das Internet als Informationsplattform bietet auf vielen Internetseiten, in Foren und Blogs Infos zu einzelnen Studienfächern. Eine interessengefilterte Suche kann sehr erfolgversprechend sein.

  • Auch viele Schulen bieten Infoveranstaltungen zum Studium an. Diese unbedingt wahrnehmen, denn eine frühzeitige Auseinandersetzung mit dem Thema verhindert mögliche Kurzschlussentscheidungen.

  • Viele Universitäten bieten für Studienberechtigte einen Tag der offenen Tür an, an dem offene Vorlesungen gehalten werden und Informationsveranstaltungen stattfinden. Hier können Sie sich einfach mal einige ausgewählte Fächer anschauen und reinschnuppern. Eine sehr gute Möglichkeit, um Näheres über eine Studienrichtung zu erfahren.

  • Auch im persönlichen Umfeld, also bei Freunden oder Familienangehörigen kann man wertvolle Informationen sammeln, insbesondere, wenn sich die Vorstellungen konkretisieren und man evtl. "Experten-Wissen" und Erfahrungsberichte sammeln will.

Welche Hochschulform ist die richtige für mich?

  • Wenn Sie sich für ein Fach entschieden haben, folgt eine nicht unwichtige Entscheidung im Rahmen der Studienfachwahl: Die Frage der Hochschulform. Dabei müssen Sie für sich selbst beantworten, wie praxisorientiert Sie studieren wollen.

  • Ein häufig genannter Grund für Studienabbrüche an der Universität ist die Aussage "Das war mir alles zu theoretisch, zu praxisfern." Denn genau das sind Studiengänge an der Universität und dessen muss man sich bewusst sein, wenn man an einer Universität ein Studium aufnimmt. An der Universität werden Wissenschaftler ausgebildet, es wird nicht (ausschließlich) für eine spätere Praxisanwendung unterrichtet. Vor allem aber sind viele Universitäten sehr anonym, es wird mit sehr vielen Menschen studiert, die man nur punktuell wiedertrifft. Es interessiert kaum jemanden, ob Sie da sind, oder nicht und es gibt meistens nicht allzu viele Hilfestellungen. Die Orientierung und Selbstorganisation ist ein wichtiger Teil des Universitätsstudiums. Gleichzeitig ist das Studium aber relativ selbstbestimmt, auch wenn dies durch den Bologna-Prozess weniger geworden ist.

  • Einen anderen Ansatz verfolgt die Fachhhochschule (und in noch stärkerem Maße Berufsakademien): Hier wird praxisbezogen und nahezu im Klassenverband studiert. Die Zahl der Kommilitonen ist überschauber und man absolviert große Teile der Studienzeit gemeinsam. Das Studium ist stark vorstrukturiert und bietet weniger Freiräume zur eigenen Gestaltung. Sie wissen, was zu tun ist.

Einen Studienort finden

  • Der letzte Schritt ist die Frage des Studienortes. Weg von zu Hause oder doch lieber heimatnah? In manchen Fächern erübrigt sich die Frage aufgrund eines sehr eingeschränkten Angebotes, aber wenn man die Wahl hat, gilt es sich den Studienort gut zu überlegen. Dabei können verschiedene Kriterien für Stadt und Hochschule angesetzt werden.

  • Informationen zu diesen Fragen lassen sich wohl am Besten im Internet recherchieren, oder bei einem Besuch am Tag der offenen Tür einer Hochschule erkunden.