So können Sie sich das Rauchen abgewöhnen

Die bewusste Entscheidung, sich das Rauchen abzugewöhnen, fällt vielen Menschen nicht leicht. Die bewusste Entscheidung, sich das Rauchen abzugewöhnen, fällt vielen Menschen nicht leicht.
Durch Maßnahmen wie Rauchverbote in Kneipen wird das Rauchen zunehmend aus dem öffentlichen Leben verdrängt. Zigaretten am Automaten wurden teurer, Gesundheitsrisiken wie Lungenkrebs, erhöhtes Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko und andere Negativfaktoren wie schnelleres Altern der Haut und der lästige Raucherhusten sind bekannt und werden den Rauchern durch die Warnhinweise auf den Zigarettenpackungen immer wieder ins Gedächtnis gerufen. Viele wollen sich das Rauchen abgewöhnen, wissen aber nicht, wie Sie dies anstellen sollen. Häufig bleibt es beim guten Vorsatz. Dabei ist dies vor allem eine Frage des Wollens und der richtigen Strategie.
Daniel Berseling
23.07.2010 Daniel Berseling
Was Sie benötigen
Dafür brauchen Sie beide Hände
  • Papier und Stift (für eine Liste der Vorteile des Nichtrauchens)
  • Broschüren zu Risiken des Rauchens
  • Jogging-Klamotten
  • Sparbüchse
  • Nikotinpflaster,-kaugummi, -spray (bei Bedarf)

Sich das Rauchen abzugewöhnen bedarf Planung

  • Die richtige Motivation und der freie Entschluss, sich das Rauchen abzugewöhnen, sind der Schlüssel zum Erfolg. Halten Sie sich die Gesundheitsrisiken des Rauchens vor Augen. Malen Sie sich aus, wie ihr Leben ohne Raucherhusten und miefende Kleider und eine nach kaltem Rauch riechende Wohnung aussehen könnte.
  • Informieren Sie sich in Ratgebern oder Broschüren (z.B. der lokalen Gesundheitsämter) ausführlicher zum Thema Risiken des Rauchens, um genau zu wissen, was für Folgeerscheinungen das Gequalme haben kann. Diese Abschreckung kann den Willen stärken, sich das Rauchen abzugewöhnen. Erinnern Sie sich selbst immer wieder an die Gefahren des Rauchens und an die Vorteile des Nichtrauchers.
  • Machen Sie sich bewusst, dass Sie sich von einem Ihren Körper zerstörenden Übel befreien. Machen Sie sich eine Liste mit den Vorteilen des Nichtrauchens, die Sie als Motivation immer wieder ansehen können.
  • Nehmen Sie sich einen konkreten Zeitpunkt vor, zu dem Sie sich das Rauchen abgewöhnen wollen. Wenn Sie sich das Rauchen durch langsames Reduzieren abgewöhnen wollen, ist die Rückfallgefahr höher. Besser ist es, gleich ganz aufzuhören. Falls Sie dennoch lieber die Dosis Tag für Tag reduzieren wollen, brauchen Sie auch hier einen klaren Plan, an welchem Tag der Konsum bei Null ansetzt. Dieser Prozess sollte sich nicht wochenlang hinziehen.
  • Werfen Sie alle Rauchutensilien weg:  Aschenbecher, die letzte Packung Zigaretten, das Lieblingsfeuerzeug. Was weg ist, kann auch nicht mehr verführen.

Verändern Sie Ihre Rauchrituale

  • Wenn Sie sich das Rauchen abgewöhnen, begeben Sie sich zu Beginn möglichst nicht in stressige Situation und solche, zu denen Sie ein starkes Bedürfnis nach Rauchen verspüren wie den Kneipenabend mit anderen Rauchern. Zumindest sollte Ihr Startpunkt als Nichtraucher nicht mit solchen Situationen gepflastert sein. Gerade in Stresszeiten rauchen die meisten mehr und es fällt Ihnen schwerer, als wenn Sie sich in aller Ruhe das Rauchen abgewöhnen.
  • Rauchen ist oft an bestimmte Situationen und typische Tagesabläufe gebunden wie die erste Zigarette am Morgen, eine an der Haltestelle, vor oder nach dem Essen, zum Kaffee etc. Überlegen Sie sich für diese Anlässe Strategien alternativer Zeitnutzung, dies eröffnet Perspektiven für den drohenden Rückfall. Wer bereits auf eine solche Situation vorbereitet ist, weiß, was er alternativ tun kann und ist für Stresssituationen präpariert. Hier geht es darum, schematisierte Abläufe aufzubrechen und etwas an jenem täglichen Verhalten zu ändern, das mit dem Ritual des Rauchens zusammenhängt.
  • Ersetzen Sie das Rauchen nicht durch Verzehr von Schokolade und Süßigkeiten. Dies ist eher kontraproduktiv, da dies bloß unbefriedigende Ersatzhandlungen sind, die den psychischen Druck nicht beheben. Zudem führt dies dazu, dass Sie unnötig Gewicht zunehmen.  
  • Die Gefahr der Gewichtzunahme ist beim Aufhören recht virulent. Da man oft ein paar Kilos zunimmt, wenn man sich das Rauchen abgewöhnt, sollten Sie am besten nicht zuviel Süßigkeiten und Fetthaltiges essen, lieber viel Obst und Gemüse. Trinken Sie Wasser, Säfte und Tee, kompensieren Sie auf keinen Fall das Rauchen durch erhöhten Konsum von Alkohol.
  • Treiben Sie Sport, dies lässt Sie dauerhaft Erfolgsmomente erleben, die Ihnen helfen, die anfängliche Gereiztheit beim Entwöhnen von der Sucht abzulegen.  Geeignet ist zum Beispiel Joggen, so bauen Sie langsam wieder Kondition auf. Wer länger keinen Sport mehr getrieben hat oder nicht mehr der Jüngste und Fitteste ist, sollte es jedoch anfangs nicht übertreiben und langsam angehen lassen.

Das Rauchen abgewöhnt? Eine Belohnung ist fällig

  • Wem der körperliche Entzug sehr schwer fällt, der kann anfangs unterstützend auf Nikotinpflaster, -kaugummis oder -sprays zurückgreifen, die dem Körper vorerst das Nikotin zuführen, nach dem er verlangt. Andere im Tabak enthaltene Giftstoffe werden dem Körper hier nicht zugeführt. Beratung hierzu erhalten Sie beim Apotheker und gegebenenfalls beim Arzt.
  • Gehen Sie auf die Suche nach Gleichgesinnten in der Familie, im Freundeskreis oder unter Kollegen, die mit Ihnen gemeinsam aufhören. Ein gemeinsames Ziel verbindet, weitere Vorteile: sind emotionale Unterstützung,  gegenseitige Ratschläge und der Druck der Gemeinschaft.  Sie können dies natürlich auch in Form professioneller Hilfe in Anspruch nehmen, in dem Sie an Gruppenseminaren/ -kursen teilnehmen, in denen Sie gemeinsam mit anderen lernen, sich das Rauchen abzugewöhnen.
  • Motivieren Sie sich selbst. Belohnen Sie sich selbst mit kleinen Geschenken. Wer für jede nicht gekaufte Packung beispielsweise 4 oder 5 Euro in die Sparbüchse tut, wird gewahr, was für Unsummen er durch das Rauchen verpulvert. Beschenken Sie sich mit etwas, das einen langfristigeren Genuss darstellt als eine Zigarette. Wer jeden Tag eine Packung einspart, kann sich nach wenigen Tagen z.B. ein Buch oder eine DVD kaufen.
  • Da Rauchen oft an Stress gekoppelt ist, kann Ruhe und Entspannung förderlich sein, um es sich abzugewöhnen. Gehen Sie doch mal in die Therme. Manche schwören auf Akupunktur als unterstützende Maßnahme.
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