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So entscheiden Sie sich zwischen zwei Jobangeboten richtig

Viele Bewerbungen verlaufen im Sand. Deshalb bewirbt man sich in der Regel meist gleichzeitig bei mehreren Firmen. Wenn Sie Glück haben, kann es passieren, dass Sie dann gleich zwei Jobangebote auf einmal bekommen. Da kann man Ihnen nur gratulieren, Sie haben die freie Wahl. Diese sollten Sie aber sehr umsichtig treffen, denn es gibt mehr als nur die Gehaltshöhe zu beachten.

Um sich zwischen zwei Jobangeboten zu entscheiden, müssen Sie Ihre Prioritäten kennen.
Um sich zwischen zwei Jobangeboten zu entscheiden, müssen Sie Ihre Prioritäten kennen.
  • Natürlich ist das Gehalt zunächst für Sie der wichtigste Punkt. Das ist auch sehr verständlich. Trotzdem wird gerade dieser Faktor oft überbewertet. Viele Arbeitgeber zahlen zum Beispiel zunächst ein niedrigeres Gehalt, welches sich dann aber nach Ablauf der Probezeit schnell erhöhen kann oder mit Sondervergütungen kombiniert wird. Bei anderen lockt vielleicht ein höheres Ausgangsgehalt, das aber auf die nächsten Jahre festgesetzt sein könnte. Klären Sie solche Gehaltsvorsehungen im Vorhinein ab.
  • Um gleich beim Finanziellen zu bleiben sollten Sie sich auch nach eventuellen tariflichen oder internen Regelungen im Krankheitsfall erkundigen. Die Arbeitgeber dürfen pro Krankheitstag bis zu einem Viertel des jahresdurchschnittlichen Tagesverdienstes von Sondervergütungen, wie beispielsweise dem Weihnachtsgeld, abziehen. Je nach dem, wie oft Sie krank sind, kann eine solche Regelung recht schnell den Gehaltsvorsprung gegenüber einem anderen Jobangebot minimieren. Gleiches gilt übrigens für Überstunden- und Schichtregelungen. Und auch die Anzahl der Urlaubstage sollten Sie vergleichen.
  • Viel wichtiger als das Gehalt ist die Arbeitsatmosphäre. Sie sollten immer wissen, in welchem Umfeld Sie arbeiten werden. Handelt es sich vielleicht um ein besonders junges Team, ausschließlich Männer oder Frauen oder vielleicht um eine eingeschworene Gemeinschaft, die auch außerhalb der Arbeit viel zusammen unternimmt? Gibt es viel Streitereien oder vielleicht sogar Mobbing? Ist Ihr zukünftiger Chef wirklich so nett, oder herrscht eine strenge Diktatur? Ein kleiner Abstecher in die Kaffeeküche oder den Pausenraum kann sich lohnen. Und auch bei Sekretärinnen kann man oft einiges in Erfahrung bringen. Wenn möglich befragen Sie ehemalige Mitarbeiter zum Arbeitsklima. Wichtig ist, dass Sie sich dort wohl fühlen können.
  • Erkundigen Sie sich außerdem nach Kleinigkeiten, beispielsweise die Bereitstellung von Kaffee, Tee und Mineralwasser. Wird alles vom Chef gestellt oder sorgen die Mitarbeiter selbst dafür? Wenn Sie mittags auch mal ganz gerne etwas Warmes essen möchten, ist es interessant zu wissen, ob es eine Kantine gibt und wenn ja, was hier ein Mittagessen im Durchschnitt kostet. Vielleicht gibt es auch Rabatt bei nahegelegenen Restaurants oder Sie bekommen Essensgutscheine. Immer nur an ein und dieselbe Imbissbude zu gehen, wird auf Dauer etwas eintönig.
  • Insgesamt sollten Sie sich natürlich genauestens über die Firma und den Arbeitgeber informieren. Wie lange besteht das Unternehmen schon? Ist es erfolgreich? Und welche Zukunftspläne gibt es? Das sind alles entscheidende Fragen, welche die Sicherheit Ihres Arbeitplatzes betreffen. Außerdem geht es für Sie natürlich auch um Aufstiegschancen. Wenn die Hierarchie in der Firma festgefahren ist, werden Sie hier vermutlich keine Karriere machen können. Hier gilt, welche Prioritäten Sie persönlich setzen.
  • Ein oft nebensächlich erscheinender Punkt ist die Lage der Arbeitsstelle. Wie lang ist die Fahrzeit? Ist die Strecke stark befahren, heißt das für Sie, mögliche Staus und Berufsverkehr immer mit zu berücksichtigen. Gibt es genügend Parkmöglichkeiten oder eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr? Natürlich sind auch hier wieder die Kosten wichtig, denn eine Monatskarte für die Bahn oder die Treibstoffkosten sind nicht zu unterschätzen. Vielleicht bekommen Sie auch einen Firmenwagen. Beachten Sie hier mögliche Abschlagszahlungen für die private Nutzung und Umlegung auf das Gehalt. 
  • Prinzipiell ist es immer eine gute Idee, wenn Sie sich eine Pro- und Contraliste machen. Welches der beiden Jobangebote dann die meisten Ihrer Bedürfnisse erfüllt, ist dann oft auch die richtige Wahl (Natürlich könne Sie hier die für Sie besonders wichtigen Punkte doppelt werten). Ein kleiner Hinweis: Oft bekommt man über Beziehungen ein Jobangebot, doch Sie sollten sich nie aufgrund einer Freundschaft oder eines Gefallens für eine Stelle entscheiden. Auch wenn es vielleicht nicht angenehm ist, ein solches Angebot auszuschlagen, ist eine objektive Entscheidung sehr wichtig.
  • Haben Sie sich eigentlich schon für eine Stelle entschieden, aber bei der anderen würden Sie mehr Gehalt oder Vergünstigungen bekommen? Dann handeln Sie. Erwähnen Sie ruhig auch das andere Jobangebot. Es ist nie verkehrt, seinen eigenen Wert heraus zustellen. Aber aufgepasst: wenn Sie übertreiben kann das auch ganz schnell nach hinten losgehen. Sie sollten Sich vorher sicher sein, dass der Arbeitgeber Sie auch wirklich haben will. Und lassen Sie sich mit der Entscheidung nicht zu lange Zeit, sonst kann es passieren, dass sich beide Jobangebote in Luft auflösen.
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