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Skelett des Hundes

Beschäftigen Sie sich mit dem Skelett des Hundes, werden Sie herausfinden, dass es nicht nur die Stützfunktion für den Tierkörper übernimmt. Es dient auch den Muskeln als Ansatzpunkt und schafft so die Voraussetzung für die Bewegungen. Gleichzeitig werden lebenswichtige Organe geschützt, im Knochenmark Blutzellen gebildet und Mineralsalze in den Knochen gespeichert.

Das Skelett bietet den Organen Schutz und stützt den Hundekörper.
Das Skelett bietet den Organen Schutz und stützt den Hundekörper.

Überblick über das Skelett

Das Skelett Ihres Hundes unterteilt sich in das Knochengerüst des Kopfes und des Körperstammes. Die einzelnen Knochen sind unterschiedlich groß und haben verschiedene Formen. 

  • Durch den Schädel, der das Skelett des Kopfes bildet, wird nicht nur das Gehirn, sondern auch die Sinnesorgane sowie Teile des Atmungstraktes und des Verdauungstraktes geschützt. Gesichts- und Kaumuskulatur finden hier ihren Ursprung und Ansatz.
  • Zum Skelett des Körperstammes gehören der Hals-, Rumpf- und Schwanzbereich. Zum Rumpf zählen Sie die Knochen des Brustkorbes, bestehend aus Brustwirbeln, Rippen und Brustbein, die Lenden- und Kreuzwirbel, sowie das Becken.
  • Der Schultergürtel des Hundes stellt die Verbindung der Schultergliedmaße mit dem Rumpf dar. Er bildet den Übergang zu den Oberarmbeinen, Unterarmen und den Knochen der Gliedmaßenspitze.
  • Zum Knochengerüst der Hintergliedmaßen zählt nicht nur der Beckengürtel. Auch die Ober- und Unterschenkel, sowie die Knochen der Hinterläufe werden dazugerechnet.
Der Kopf des Hundes besteht aus dem Hirn- und Gesichtsschädel.
Der Kopf des Hundes besteht aus dem Hirn- und Gesichtsschädel. © Susanne Wierschalka

Wichtige Schädelknochen des Hundes

Interessant für Sie ist, dass das Kopfskelett von Hund, Katze und Wolf in der Regel aus platten Knochen, zwei kompakten Knochentafeln, besteht. Durch die verschiedene Anordnung erhält der Schädel die Form einer vierseitigen liegenden Pyramide. Dabei stellt die Grundfläche die Nackenwand und deren Spitze die Nasenspitze dar. 

  • Das Kopfskelett unterteilt sich in einen Gesichts- und einen Hirnschädel. Die Länge des Gesichtsschädels ist rassespezifisch. So finden Sie bei Collies und beim Wolf einen langen (dolichozepahal) und bei Möpsen und Perserkatzen einen kurzen (brachyzephal) Schädel vor.
  • Brachyzephale Haustiere besitzen einen breiten und kurzen Kopf. Ihnen wird auffallen, dass das Schädeldach einer Kugel gleicht. Das kurze Nasenbein ist geknickt, so dass es sich vom Schädel deutlich abhebt. Die Unterkieferknochen sind zudem kürzer als bei dolichozephalen Tieren.
  • Die Grenze der Schädelbasis ist vom Hinterhauptloch durchbohrt, das dem verlängerten Mark Durchtritt gewährt. Die Dachfläche des Schädels erstreckt sich auf den Hirn- und den Nasenschädel. Der Nasenrachen befindet sich in einer nach hinten geöffneten Rinne, die Sie auch Choane nennen.

Von allen Schädelknochen sind nur der Unterkiefer und das Zungenbein beweglich angelagert. Alle anderen Knochen sind unbeweglich miteinander verbunden.

Skelettaufbau von Wirbelsäule und Brustkorb

Schauen Sie sich die Wirbelsäule der Säugetiere an, wird Ihnen auffallen, dass diese aus einzelnen Wirbeln besteht. Diese besitzen ein zentrales Wirbelloch, das den Wirbelkanal bildet. In ihm befindet sich auch das Rückenmark. Die Wirbel werden von Ihnen nach den verschiedenen Körperregionen in Hals-, Brust-, Lenden-, Kreuz- und Schwanzwirbel unterschieden. Sie setzen sich aus einem Körper, einem Bogen und Fortsätzen zusammen.

  • Ihr Hund besitzt sieben Halswirbel. Die Bewegung des Kopfes ermöglichen das Gelenk zwischen dem Hinterhauptbein und dem ersten Halswirbel (Atlas), sowie die gelenkige Verbindung des ersten und zweiten Halswirbels (Axis).
  • Den siebten Wirbel (Vertebra prominens) des Hundes erkennen Sie leicht, da dessen Dornfortsatz etwas vorsteht. Er wird als Messpunkt für die Widerristhöhe genutzt.
  • Der Brustkorb wird aus den Rippen gebildet, die gelenkig mit den Brustwirbeln verbunden sind. Bei Hunden, Katzen und beim Wolf finden Sie dreizehn Rippenpaare. Die vorderen Rippen sind durch Knorpel direkt mit dem Brustbein verbunden. Sie werden als wahre Rippen bezeichnet. Die falschen Rippen stehen steil unter der Wirbelsäule und bilden den Rippenbogen durch Aneinanderlagern der einzelnen Knorpel.
  • Tasten Sie das Brustbein Ihres Haustieres ab, werden Sie feststellen, dass es verknöchert ist. Es besteht aus mehreren Knochenstücken und unterteilt sich in den Handgriff (Manubrium sterni), den Körper (Corpus sterni) und den Schwertfortsatz (Processus xiphoideus).
  • Nach den Brustwirbeln finden Sie bei Hund und Katze sieben Lendenwirbel und drei Kreuzwirbel. Dagegen kann die Anzahl der Kaudalwirbel zwischen zwanzig und dreiundzwanzig variieren, da dies mit der Länge des Schwanzes zusammenhängt.

Den Schultergürtel des Hundes kennenlernen

Zum Skelett des Schultergürtels gehört neben dem Schlüsselbein und Schulterblatt das Rabenschnabelbein (Coradoid). Es hat sich sich bei den Menschen und bei den Haustieren zurückgebildet und kommt nur noch als knöchernde Struktur (Processus coracoideus) am Schulterblatt vor.

  • Beim Hund ist das Schlüsselbein unregelmäßig geformt und platt. Die Katze besitzt noch ein dünnes, stabförmiges, gebogens Knöchelchen von zwei bis fünf Zentimetern Länge. Dieses liegt im Verschmelzungsbereich der beiden Anteile des Oberarm-Kopf-Muskels (M: brachiocephalicus).
  • Streicheln Sie Ihren Hund seitlich am Brustkorb, ertasten Sie die Schulterblätter als dreieckige, unregelmäßige Platte. Am verjüngenden Ende bildet sich die Gelenkpfanne für den Oberarm (Humerus).
  • Die Oberarmbeine sind Röhrenknochen, die aus einem Mittelstück mit der Markhöhle und aus den beiden Endstücken besteht. Je nach Hunderasse weisen sie eine unterschiedliche Länge auf und können bei Dackeln gedrungen und verdreht erscheinen. Katzen besitzen besonders schlanke Humeri.
  • Die auf einen Hals sitzenden Gelenkköpfe der Oberarmbeine befinden sich in den beiden Gelenkpfannen der Schulterblätter und bilden das Schultergelenk. Am anderen Ende finden Sie Gelenkknorren. Hier schließen sich die Unterarme an. 
  • Tasten Sie die Unterarme Ihres Hundes ab, finden Sie dort zwei Knochen vor, die Elle (Ulna) und die Speiche (Radius). Auch sie gehören zu den Röhrenknochen und bestehen aus einem Mittelstück mit zwei Endstücken.
  • Beachten Sie, dass die Unterarmknochen nicht parallel angelegt sind. Sie überkreuzen sich und gestatten beim Hund ein geringgradiges Drehvermögen, die Knochen der Katzen sind dagegen beweglicher.
  • Katzen und Hunde besitzen an ihren Vorderfüßen sieben Karpalknochen. Die folgenden fünf Metakarpalknochen sind Röhrenknochen und weisen unterschiedliche Längen auf. Es ist interessant zu wissen, dass beim Hund die zweite und fünfte Zehe, bei Katzen nur die dritte Zehe länger als die anderen ist. 

Knochengerüst der Hintergliedmaßen 

Der Beckengürtel der Säugetiere wird durch das Darm-, Scham-, Sitz- und Kreuzbein gebildet. Sie vereinigen sich seitlich zur Beckenpfanne, in deren Höhle der Gelenkkopf des Oberschenkels (Femur) Platz findet. Beachten Sie, dass der Röhrenknochen der stärkste Knochen des Skeletts ist.

  • Ihr Haustier besitzt zwei Unterschenkelknochen, die Schienbein und Wadenbein genannt werden. Sie bilden zusammen mit dem Femur das Kniegelenk.
  • Tasten Sie das Kniegelenk ab, werden Sie dort die Kniescheibe vorfinden. Sie gehört zu den Sesambeinen, die dort eingelagert sind, wo die Sehnen einen starken Druck auf die knöcherne Unterlage ausüben.
  • Der Knochenaufbau der Hinterläufe gleicht dem der vorderen Endgliedmaße. Dabei sollten Sie beachten, dass beim Hund die erste Zehe fehlt oder als Afterkralle auftreten kann. Eine Verdopplung dieser Zehe ist bei einigen Hunderassen ebenfalls möglich. Dagegen besitzen Katzen nur vier Krallen an den hinteren Pfoten.
Die Wirbel besitzen alle eine gemeinsame Grundform.
Die Wirbel besitzen alle eine gemeinsame Grundform. © Susanne Wierschalka

Wie Sie bei der Exkursion durch das Hundeskelett gesehen haben, ist jeder einzelne Knochen für die Stabilität des Knochengerüstes wichtig. Eine Missbildung kann zu gravierenden Erkrankungen führen.

Die Rippen bilden die knöcherne Seitenwand des Brustkorbes.
Die Rippen bilden die knöcherne Seitenwand des Brustkorbes. © Susanne Wierschalka
Aufbau eines Röhrenknochens kennenlernen.
Aufbau eines Röhrenknochens kennenlernen. © Susanne Wierschalka
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