Auch das ABC war mal schwer.
Erinnern Sie sich noch an Ihre Schulzeit? Wie war die erste Klasse für Sie? Waren Sie in der ersten Klasse noch glücklich und stolz, etwas lernen zu können? Ja? O. K. und wie ging es weiter? Kam es irgendwann zu einem Bruch oder können Sie sich an eine glückliche Schulzeit erinnern, in der Sie gerne gelernt und Hausaufgaben gemacht haben? Wenn Sie zu denen gehören, die gerne gelernt haben, werden Sie die Hausaufgaben für Schüler als sinnvoll betrachten. Sollte Ihnen Ihre Schulzeit, mit der damaligen Hausaufgabenpflicht als schwere, unsinnige Last in Erinnerung sein, werden Sie Hausaufgaben vielleicht nicht als sinnvoll betrachten. Was also sind Pro oder Contra von Hausaufgaben?
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11.11.2011
Meggi Erwig
Ob Hausaufgaben sinnvoll sind, entscheidet der Einzelfall
- Wenn Sie Fachleute, wie z. B. Schulräte, Studienräte, Professoren und andere Gelehrte fragen, ob Hausaufgaben sinnvoll sind, könnte die Antwort vielleicht lauten:"Natürlich, wenn sie dem Schüler, dem Lehrstoff und einem erfüllbaren Arbeitsaufwand angemessen entsprechen." Und schon dreht sich die Diskussion richtigerweise nicht mehr um die Frage, ob Hausaufgaben sinnvoll sind, sondern: "Wann und unter welchen Umständen Hausaufgaben sinnvoll sind."
- Fragen Sie Lehrpersonen, ob Hausaufgaben sinnvoll sind, könnten die Pro-Antworten lauten: "Natürlich, denn Hausaufgaben vertiefen das Gelernte und sind eine gute Unterrichtsergänzung." Oder: "Natürlich, denn Eltern und Schüler können so den Lernerfolg kontrollieren und bereiten den Schüler auf ein selbstständiges Arbeiten vor." Die Antwort könnte u. a. auch lauten:"Natürlich, denn der Schüler kann sich so auf den Unterricht vorbereiten und ihn später besser verfolgen."
- Und wenn Sie einen "Noten-guten" Schüler fragen, ob er Hausaufgaben für sinnvoll hält, könnte es sein, dass die Antwort lautet: "Klar - dadurch habe ich in Ruhe Zeit, alles noch einmal richtig zu begreifen. Außerdem mache ich das gerne." Es könnte aber auch eine Contra-Antwort sein, indem er Ihnen antwortet:"Nee, so`n Quatsch - kenn` ich doch alles. Was soll ich mir den Nachmittag kaputtmachen - dass krieg ich auch noch kurz vor Unterrichtbeginn hin - ist doch sowieso nur für den Pauker."
- Was glauben Sie, wie könnte ein "Noten-schlechter" Schüler auf die Frage nach den Hausaufgaben antworten? Vielleicht antwortet er Pro Hausaufgaben: "Oh ja, Hausaufgaben sind sinnvoll, denn zu Hause habe ich die Zeit, die ich brauche, um den Stoff zu verstehen - und außerdem kann ich mit guten Hausaufgaben meine Zensur aufbessern." Vielleicht bekommen Sie aber auch eine Contra-Antwort, die wie folgt lauten könnte: "Nee - damit verplempere ich doch nicht meine Zeit - bringt doch sowieso nichts."
- Um die Frage zu klären, ob Hausaufgaben sinnvoll sind oder nicht, reicht es nicht aus, viele verschiedene Meinungen zu sammeln, denn jede einzelne Auffassung, Einstellung und Antwort zum Pro und Contra, hat ihre Berechtigung und entspricht dem Einzelfall angemessen, der Wahrheit. Wie aber könnte man einen gemeinsamen Konsens finden, um für oder gegen Hausaufgaben zu sein?
Gibt es ein Pro oder Contra zu Hausaufgaben?
- Spüren Sie noch einmal zurück, als Sie Erstklässler waren. Haben Sie nachmittags, neben ausreichend Zeit zum Spielen gerne das ABC gelernt, um stolz zu präsentieren:" Ich kann das schon!" Eine solche Erfahrung bedeutet, dass Kinder lernen wollen, solange es Ansprechpartner gibt, die seinen Fortschritt nicht nur anerkennen, sondern auch helfen, seine neuen Fähigkeiten anzuwenden.
- Fehlen diese häuslichen Unterstützungen oder werden die schulischen Anforderungen unerreichbar, können bereits ab der ersten Klasse Versagensängste auftreten. Und sollten diese Ängste unbeachtet bleiben oder gar noch anderweitig verstärkt werden, kann es geschehen, dass das Kind den Glauben an seine Fähigkeit gänzlich verliert und weder im Unterricht noch in den Hausarbeiten einen Sinn sieht.
- Kinder, die in Ihrem Können und Wissen eine positive Unterstützung erfahren und eventuelle "Defizite" anzuerkennen lernen, entwickeln in der Regel ein gutes Selbstvertrauen und können deshalb oft viel unbeschwerter lernen, so dass Hausaufgaben eher als Bereicherung empfunden werden können.
- Natürlich ist jedes Kind, jeder Schüler anders begabt und eine Überforderung sollte auf jeden Fall vermieden werden, damit Hausaufgaben und Schule sinn- und zweckdienlich erlebt werden können. Dennoch gilt grundsätzlich, das Kinder lernen möchten und wenn diese Intention von Geburt an, bis über die erste Klasse hinaus gefördert wird, bestehen gute Chancen für ein Pro zu den Hausaufgaben.
- Deshalb sollten die nachfolgenden Pro- und Contra-Punkte immer nur relativ betrachtet werden, d.h. wenn sie dem Einzelfall entsprechen. Abstrakt gesehen ist jedes interessierte Lernen Erfolg bringend, während eine "Zwangsarbeit" genau das Gegenteil erreicht. Die Frage ist also: "Wie können Kinder am Lernen Freude entwickeln, damit Hausaufgaben zu einem positiven Lernergebnis führen?"
Ein Pro für die Hausaufgaben
- Hausaufgaben fördern die Selbstständigkeit der Schüler und unterstützen, das Gelernte zu vertiefen.
- Die Schüler und auch seine Eltern können die Lernfähigkeit und den Lernerfolg besser kontrollieren, um daraus zu entscheiden, welcher weitere schulische Weg geeignet sein könnte.
- Hausaufgaben können zu einer sinnvollen Beschäftigung neben Hobbys werden, weil sie z. B. Interessengebiete fördern können.
- Hausaufgaben bestärken Schüler in seinem Können und bereiten ihn auf den nächsten Unterricht vor.
Ein Contra den Hausaufgaben
- Hausaufgaben können die "Erholungszeit" am Nachmittag zu stark einschränken und für den Schüler zu einer destruktiven Belastung werden.
- Hausaufgaben können zu einer Überforderung der Eltern-Kind-Lehrer Beziehung führen, die zu einem regelrechten Boykottieren ausarten kann.