- 06.02.2012 Elisabeth Meier
Shuffeln - Sie müssen schlurfend tanzen
Sie werden es kaum glauben, doch "to shuffle" bedeutet so viel wie schieben und schlurfen. Wenn Sie dies mit Ihrem Wissen über die Musik der 1980er Jahre verbinden, was fällt Ihnen dazu ein? Vermutlich Michael Jacksons Moonwalk, den er 1983 zum Jubiläum seiner Plattenfirma zeigte. Und auch er hat diesen Tanzschritt nicht erfunden, sondern von den auf der Straße tanzenden Kindern aus den Gettos abgeguckt.
- Sie müssen schlurfen, weil der Fuß, der auf dem Boden bleibt, immer nach vorn oder hinten gezogen wird. Das ist dann ein shuffle oder das Shuffeln.
- Der Moonwalk ist einer der bekanntesten Schritte, aber der Running Man ist der bekannteste.
- Einige Bewegungen erinnern an den Breakdance, der ein direkter Vorläufer des Shuffelns ist.
- Ein wesentliches Merkmal des Shuffelns ist, dass die Bewegungen schnell ausgeführt und klein gehalten werden.
- Der Shuffle-Dance wirkt insgesamt wie ein Illusion. Sie bekommen den Eindruck die Tänzer würden sich kaum bewegen, sondern eher von Laufbändern o. ä. vorwärts bewegt.
- Die Bewegungen wurden vielfach von Pantomimen übernommen.
Die Schritte des Shuffelns
Wenn Sie den Tanzenden zusehen haben Sie zunächst den Eindruck, dass da kein besonderes Können dahintersteckt. Dieser Eindruck täuscht, denn die Beine sind beide ständig in Bewegung und Sie brauchen eine gute Körperbeherrschung.
- Einer der Grundschitte ist der Seitwärts-Shuffel. Sie stehen in Strümpfen und halten beide Füße parallel. Nun heben Sie erst beide Zehenspitzen an und schieben sie parallel nach rechts (oder links). Die Bewegung wird fortgesetzt, indem Sie dann die Fersen anheben und sie in dieselbe Richtung schieben. Beschleunigen Sie die Bewegung, bis sie sitzt.
- Machen Sie die gleiche Übung auf einem Bein. Das geht eventuell einfacher, wenn Sie mit der Ferse beginnen und diese in eine Richtung schieben, dann die Zehenspitzen heben und nachziehen. Auch hier üben Sie so lange, bis Sie es schnell können. Üben Sie mit Musik. Billy Jean ist ein guter Song dafür. Den zweiten Fuß tippen Sie nach jeder vollendeten Bewegung im Takt einmal auf. Also Spitze, Ferse, Tap, Spitze, Ferse, Tap usw.. Tanzen Sie erst in die eine Richtung, dann in die andere - so werden Sie langsam ein Raver.
- Der nächste Tanzschritt nennt sich "Shuffeln im Stand" (oder Stand-Shuffle). Beginnen Sie im Disco-Einheitsschritt zur Musik zu tanzen. Sie wissen schon, im Takt jeweils zweimal rechts auftippen, zweimal links und wieder wechseln. So kann man sich beim Tanzen auf der Stelle noch unterhalten. Aus dieser Bewegung machen Sie nun einen Shuffelschritt, indem Sie den Fuß Ihres Standbeines dabei drehen als wollten Sie Twist tanzen. Das Shuffeln ist dabei, dass Sie den Fuß auf dem Boden hin- und herschieben. Das Auftippen des anderen Beines behalten Sie bei. Variieren Sie den Tap mit dem Spielbein, indem Sie vor und hinter dem Körper auftippen.
- Es gibt noch diverse andere Schritte, doch hier der berühmte "Running Man" - das Shuffeln für Könner. Wenn Sie den hinkriegen, dann können Sie shuffeln. Ein glatter Untergrund würde am Anfang helfen, bis Sie das richtige Körpergefühl für diesen Schritt haben. Sie ziehen für den "Running Man" Ihr Standbein in zwei Zügen von vorn nach hinten. Der Schritt selbst in nur klein, keine große Bewegung. Sie setzen einen Fuß vor und verlagern Ihr Gewicht auf dieses Bein. Ziehen oder shuffeln Sie dann dieses Bein in Ihre Körpersenkrechte. Heben Sie gleichzeitig das hintere Bein an und ziehen es in der Luft ebenfalls in die Körpersenkrechte. Als Standbild von der Seite aus gesehen stehen Sie einfach nur gerade auf einem Bein, der andere Fuß hängt in der Luft. Nun ziehen oder shuffeln Sie Ihr Standbein nach hinten und setzen den anderen Fuß vorn auf. Dabei verlagern Sie das Gewicht und wiederholen die Bewegung auf der anderen Seite.
Im Grunde ist der "Running Man" also ein "Schlurfen oder Shuffeln in zwei Zügen".Doch ist der Showeffekt entscheidend. Der Tänzer tanzt die ganze Zeit auf derselben Stelle und dennoch hat der Zuschauer den Eindruck, er würde rennen. Entsprechend schnell müssen Sie die Füße also bewegen. Da hilft nur eines: Viel üben und viel Spaß haben - auf jeden Fall ein gutes Workout.