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Shoji selber bauen - so geht's

Shōji - japanisch geschrieben sieht das so schmuck aus: 障子 - ist die Bezeichnung für Raumteiler, die charakteristisch für die (Innen-) Architektur japanischer Häuser sind. Sie können seitlich verschiebbar sein, sie lassen sich aufhängen oder sie können horizontal mit Fensterglas versehen sein. Es kann sich auch um ein Fenster handeln, das einem Bilderrahmen ähnelt, es gibt auch Varianten mit einer Mittelpaneele, die verschiebbar ist, es gibt freistehende Raumteile und faltbare Wandschirme. Der hier zum Selberbauen vorgestellte Shoji ist ein frei stehender Raumteiler.

Shojis sind japanische Raumteiler.
Shojis sind japanische Raumteiler.

Was Sie benötigen:

  • Shoji-Papier (als Rolle)
  • Shoji-Sprossen-Rahmen
  • ggf. Lack (für die Rahmen)
  • Leim
  • (scharfes) Furnier- oder Papiermesser
  • ggf. Sprühflasche (mit Wasser)
  • Scharniere (+ passende Schrauben)

So bauen Sie einen Shoji-Raumteiler selber

Zunächst müssen Sie sich entscheiden, ob Ihr Shoji-Raumteiler nur auf einer Seite sichtbar sein soll oder von zwei Seiten. Bei Raumteilern empfiehlt es sich, einen von beiden Seiten schön anzusehenden Shoji zu bauen. Sie müssen in letzterem Fall dann einen zweiten Rahmen auf dem ersten anbringen. Hier wird nur die schlichte Version vorgestellt:

  1. Sie benötigen Shoji-Papier, das relativ reißfest sein sollte. Es passiert recht schnell, dass das Papier Schaden nimmt. Shoji-Papier zeichnet sich deswegen normalerweise dadurch aus, dass es - obwohl lichtdurchlässig - relativ robust ist. Shoji-Papier ist charakteristischerweise weiß. Es besteht aus aus der Grundsubstanz Holzfasern. Es gibt besonders reißfestes Shoji-Papier, das seine Reißfestigkeit Kunststofffasern verdankt, die den Holzfasern beigemengt wurden.
  2. Es gibt übrigens nicht nur glattes, weißes Papier ohne Maserierung, sondern auch Shoji-Papier dem Muster eines Drachens in den Wolken, weswegen es auch "Unryu"-Papier heißt (von japan. "un ryu") oder mit Bambusdekor. Diese dekorativen Shoji-Papier-Varianten sind für Menschen, die es gern etwas schmucker haben möchten.
  3. Besorgen Sie sich am besten fertig gebauten Rahmen im Internet oder in einem gut sortierten Baumarkt, auf die Sie dann das Shoji-Papier kleben. Diese Anleitung ist für einen Raumteiler aus drei Teilen gedacht. Besorgen Sie sich also drei rechteckige Sprossen-Rahmen in der gewünschten Größe.
  4. Gegebenenfalls ist es nötig (d. h. wenn Sie das schöner finden), dass Sie diese Rahmen noch lackieren. Wenn Sie den Sprossenrahmen selber bauen möchten, benötigen Sie für beispielsweise einen Vierteiler sechzehn stabile Leisten in der von Ihnen gewünschten Breite und Höhe. Stabil heißt, diese Leisten sollten mind. eine Dicke von 2 cm x 4 cm aufweisen. Außerdem brauchen Sie sechs Scharniere (6 cm x 3 cm) sowie vierundzwanzig Holzschrauben. Die Latten müssen Sie dann auf dem Boden (mithilfe von Schraubzwingen) zusammenschrauben.
  5. Der nächste Schritt ist die Bespannung der Rahmen. Legen Sie den jeweiligen zu bespannenden Rahmen auf den Boden. Rollen Sie die Shoji-Papier-Rolle auf und beachten Sie ggf. das Dekor. Tragen Sie Leim auf die erste Kante auf. Beginnen Sie mit dem Aufrollen (zunächst nur an der Kante festkleben) von der untersten Kante aus.
  6. Tragen Sie dann den Leim aus der Leimflasche auf die restlichen Sprossen nur so auf, dass sich eine Leimspur bildet, die nicht breiter als 1 bis 2 mm ist. Am besten halten Sie die Flasche vertikal. Zu empfehlen ist ein Probeauftragen von Leim auf einer Probeleiste.
  7. Rollen Sie dann das Shoji-Papier über den restlichen gesamten Rahmen ab. Drücken Sie es fest. Arbeiten Sie langsam über alle Streben Ihres Rahmens bis zur Abschlusskante. Dies ist der wohl heikelste Abschnitt beim Shoji-Bauen, denn das Papier sollte gleichmäßig gespannt sein.
  8. Nehmen Sie dann ein scharfes Furniermesser (ein scharfes Papiermesser tut es auch). Schneiden Sie die Papierüberstände an den Rändern ab.
  9. Lassen Sie nun Ihr Werk - am besten eine Nacht lang - trocknen. Zum Abschluss brauchen Sie einen Sprühflasche, mit der Sie Wasser auf die Shoji-Papier-Fläche sprühen. Das hat den Sinn, dass sich die Papierfläche spannt. Achten Sie darauf, nicht zu viel Wasser zu versprühen. Achten Sie auch auf die Angaben des Herstellers. Es ist nicht bei jedem Papier nötig, es zu besprühen.
  10. Verfahren Sie wie eben beschrieben mit Teil 2 und Teil 3 Ihres Raumteilers. Verbinden Sie die drei Teile dann mit Hilfe von Scharnieren. Sehen Sie mindestens zwei Scharniere oben und unten für je zwei Teile, die Sie zusammenfügen, vor. Achten Sie darauf, dass der Raumteiler, wenn er steht, eine Zickzacklinie beschreibt, damit er auch relativ stabil stehen kann.
  11. Scharniere können Sie, je nachdem wie dick der Rahmen ist, am einfachsten mit Schrauben im Holzrahmen befestigen, die Sie zunächst in den Rahmen drücken (ggf. hämmern) und dann einfach per Hand in das Holz hineindrehen können.

Wenn Sie Ihren selber gebauten Shoji-Raumteiler reparieren müssen, können Sie die Klebestellen befeuchten. Dadurch lässt sich das Papier in der Regel wieder abziehen.

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