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Selbstbehalt bei Krankenversicherung - so wird er geltend gemacht

Arztrechnungen können teuer werden. Wenn Sie einen privaten Krankenversicherungstarif mit Selbstbehalt gewählt haben, dann sollten Sie überlegen, ob die Einreichung der Rechnungen und das steuerliche Geltendmachung des Selbstbehalts bei der Krankenversicherung oder die Beitragsrückerstattung Ihrer Krankenkasse die günstigere Variante darstellt.

Die Krankenversicherung kann teuer sein.
Die Krankenversicherung kann teuer sein.

Viele privat Krankenversicherte haben Tarife mit Selbstbehalt gewählt, bei denen die monatlichen Versicherungsbeiträge in der Regel günstiger sind. Steuerlich ist diese Variante jedoch nicht in jedem Fall günstiger.

Den Selbstbehalt in der Steuererklärung geltend machen

  • Die Kosten Ihrer Krankenversicherung, d.h. die monatlichen Beiträge, können Sie in der Steuererklärung als Sonderausgaben geltend machen. Haben Sie also niedrige monatliche Beiträge, da Sie mit Ihrer Krankenversicherung einen hohen Selbstbehalt vereinbart haben, sind auch die Sonderausgaben entsprechend niedriger.
  • Wenn Sie im Krankheitsfall dann einen bestimmten Anteil der Rechnungen bzw. einen bestimmten Betrag selbst zahlen müssen, können Sie diese Kosten in der Regel als außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung geltend machen.
  • Damit die Kosten auch berücksichtigt werden, müssen sie allerdings einen bestimmten Prozentsatz vom Einkommen übersteigen, der sich je nach Familienstand und Jahreseinkommen unterschiedlich berechnet und zwischen 1% und 7% beträgt. 
  • Heben Sie unbedingt sämtliche Quittungen der Apotheke bzw. die Rechnungen des Arztes auf, denn in der Steuererklärung sind Sie für die angegebenen Ausgaben auch nachweispflichtig. Sie sollten daher mit der Steuererklärung entsprechende Kopien der Belege einreichen können.

Die Beitragsrückerstattung bei der Krankenversicherung beanspruchen 

  • Unter Umständen kann es für Sie günstiger sein, bei Ihrer Krankenversicherung keine Arztrechnungen einzureichen, sondern eine mögliche Beitragsrückerstattung in Anspruch zu nehmen.
  • Haben Sie beispielsweise einen Tarif ohne Selbstbehalt gewählt und müssen Sie nicht oft zum Arzt bzw. bezahlen Sie dann die Rechnungen selbst, bekommen Sie am Ende des Jahres von Ihrer Versicherung je nach Vertrag eine Rückerstattung in Höhe mehrerer Monatsprämien.
  • Bei der Berechnung der Krankenversicherungsbeiträge als Sonderausgaben müssen Sie diese Rückerstattung dann allerdings von den im jeweiligen Jahr gezahlten Beiträgen abziehen.

Schon bei der Tarifwahl der Krankenversicherung sollten Sie also genau überlegen, ob für Sie ggf. die Geltendmachung eines Selbstbehaltes oder eine Beitragsrückerstattung günstiger ausfallen würde.

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