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Selbstbehalt bei Insolvenz - das sollten Sie wissen

In Deutschland hat der Gesetzgeber bestimmt, dass Betroffene einer Privatinsolvenz ihr Leben eigenständig ohne staatliche Hilfe weiterführen sollen. Das ermöglicht ein bestimmter Selbstbehalt, der bei Insolvenz dem Schuldner und unterhaltsberechtigten Personen verbleibt.

Bei Insolvenz gibt es eine Lohnauszahlung innerhalb der Pfändungsfreigrenzen.
Bei Insolvenz gibt es eine Lohnauszahlung innerhalb der Pfändungsfreigrenzen.

Wenn sich ein Gläubiger kraft eines Pfändungsbeschlusses beziehungsweise im Rahmen eines Insolvenzverfahrens an einen Arbeitgeber eines Schuldners wendet, erhält der Beschäftigte trotz Lohnpfändung einen festgelegten Teil pfandfrei ausgezahlt.

Schuldnerberatungen informieren kostenlos zu Fragen der Privatinsolvenz

  • Pfändungsfreibeträge werden in der Regel alle zwei Jahre (dann zum 1. Juli) angepasst. Zugrunde gelegt wird hierbei die Entwicklung des steuerlichen Grundfreibetrags.
  •  Wer eine Verbraucherinsolvenz beziehungsweise Privatinsolvenz beantragen muss, wird vom Gesetzgeber in gewisser Weise geschützt. Was das in einem jeweiligen Einzelfall bedeutet, erfahren Betroffene/Schuldner bei der kostenlosen Schuldnerberatung.

Selbstbehalt bei Insolvenz - mögliche Pfändungsbeträge ermitteln

Ihren Selbstbehalt bei Insolvenz können Sie sehr einfach ermitteln. Addieren Sie Ihr Arbeitseinkommen sowie weitere Nebeneinkünfte um Ihre Gesamteinkünfte zu erhalten.

  • Als nächsten Schritt suchen Sie sich das für das jeweilige Kalenderjahr gültige unpfändbare Nettoeinkommen aus der Tabelle des Bundesministeriums der Justiz, Stichwort Pfändungsfreigrenzenbekanntmachung. Hier sehen Sie, welche Pfändungsfreigrenzen Ihnen unter Berücksichtigung von Unterhaltsverpflichtungen zum Leben zugestanden werden.
  • Bei 0 Unterhaltsberechtigten beträgt ein Pfändungsfreibetrag 1.029 Euro (Stand 2012). Versorgen Sie drei Unterhaltsberechtigte, liegt der Freibetrag bei monatlich 1.849 Euro.
  • Die jeweils geltenden Pfändungsfreigrenzen setzen Sie ins Verhältnis zu Ihren Gesamteinkünften beziehungsweise ermitteln die Differenz zwischen beiden Werten. Alles oberhalb der Freigrenzen gehört nicht zum Selbstbehalt und darf gepfändet werden. Im Falle einer Privatinsolvenz muss pfändbares Einkommen an die Gläubiger aufgeteilt werden, so wie es das Insolvenzverfahren bestimmt hat. 

Wenn Sie an einem Privatinsolvenzverfahren beteiligt sind, müssen Sie als Schuldner  sofort melden, wenn sich Ihre Einkommen verändern. Gemeint ist hier vor allem eine Einkommenserhöhung. Bei Unterhaltsverpflichtungen ist die zügige Meldung zu Ihrem Vorteil.

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