Selber fliesen - so wird´s gemacht

Arbeiten Sie in Abschnitten und gleichmäßig. Arbeiten Sie in Abschnitten und gleichmäßig.
Auch ohne eine Handwerkerlehre können Sie den Fliesenspiegel in Ihrer Küche, das Badezimmer oder einen Boden selber fliesen und dabei ein professionelles Ergebnis erzielen.
Günter Schulz
10.08.2011 Günter Schulz
Was Sie benötigen
Dafür brauchen Sie beide Hände
  • Maurerkelle
  • Glättkelle
  • Zahnkelle
  • Fugengummi
  • Schwamm
  • Fliesenschneider
  • Papageienzange
  • Fliesenkreuze
  • Wasserwaage
  • Richtlatte
  • Fräsaufsatz für den Bohrer
  • Flächenpinsel
  • Hammer
  • Nägel
  • Bleistift
  • Grundierung (falls erforderlich)
  • Fliesenkleber (fertig oder zum Anrühren)
  • Fugenmasse
  • Silikon
  • Eimer

Arbeiten mit Fliesen erfordern Sorgfalt und Präzision. Für den ersten Versuch wählen Sie am besten eine kleinere Fläche, die wenig Unterbrechungen durch Leitungen oder spätere Badeinbauten hat. Nehmen Sie sich Zeit und wählen ein einfaches Verlegemuster.

Selber fliesen beginnt mit der Vorbereitung

  1. Entfernen Sie Klebereste oder Tapetenstücke. Schleifen Sie Unebenheiten ab und füllen Löcher mit Schnellspachtel auf.
  2. Streichen Sie mit der Hand über die Fläche. Sandet der Untergrund oder gibt sehr viel feinen Staub ab, tragen Sie mit einem Flächenpinsel eine Grundierschicht auf, die die Oberfläche bindet. Die Grundierung erhalten Sie in jedem Baumarkt.
  3. Bei einer Wandfläche zeichnen Sie mithilfe der Wasserwaage die Linie für die oberste Fliesenreihe ein. Als Richtlatte können Sie eine einfache, dünne Dachlatte benutzen, die Sie mit einigen Nägeln an der Wand befestigen.

Verlegung an Wand- oder Bodenflächen

  1. Bei Wandflächen beginnen Sie mit der oberen Reihe, gefolgt von einer senkrechten Reihe. Auch Bodenfliesen werden zunächst in diesem Winkelmuster verlegt, an dem sich alle folgenden Reihen ausrichten. Sie können fertigen Fliesenkleber benutzen oder ihn auch selbst anrühren. Messen Sie die Menge aber immer so ab, dass Sie sie in einer halben Stunde verarbeiten können.
  2. Tragen Sie mit der Glättkelle zunächst eine dünne, glatte Grundierschicht auf, die für eine Fliesenreihe ausreichend ist. Mit der Zahnkelle wird eine weitere Schicht aufgetragen, die das typische Rillenmuster zeigt. Die erste Fliese wird am Rand angelegt, wobei zur seitlichen Wand immer eine Fugenbreite Platz bleiben muss.
  3. Die nächste Fliese wird dicht an die erste gesetzt und dann in den Kleber gelegt. Um eine Fuge zu schaffen, wird sie mit Druck von der ersten Fliese weggeschoben. So vermeidet man, dass sich Kleber in der Fuge hochdrückt. Zwischen die Fliesen drücken Sie oben und unten ein Fliesenkreuz. Auch wenn Sie selber fliesen, erreichen Sie damit einen sehr gleichmäßigen Abstand.
  4. Zumeist müssen Sie wenigstens die Abschlussfliesen kürzen. Dafür benutzen Sie einen Fliesenschneider, der die Fliese der Länge oder der Breite nach anritzt. Sie wird dann vorsichtig entlang der angeritzten Linie abgebrochen. Um nur Ecken abzubrechen oder Aussparungen in die Seiten der Fliese zu setzen, benutzen Sie die Papageienzange. Sie bricht kleine Stücke aus der Fliese. Der Fachmann nennt das "Abknabbern". Runde Löcher mitten auf der Fliese gelingen Ihnen selber am saubersten mit einem ohne Schlag eingestellten Bohrer und einem speziellen Fräsaufsatz für Fliesen, den man im Baumarkt auch ausleihen kann. Die andere Möglichkeit besteht darin, entlang der Kreislinie normale Bohrlöcher zu setzen und sie dann selber mit der Papageienzange auszuknabbern. Einfacher und schöner im Ergebnis ist jedoch die gefräste Aussparung.
  5. Nach Abschluss der Verlegung werden die Fliesenkreuze entfernt und die Fugen mit einem geeigneten Werkzeug nachgezogen. Ist der Kleber getrocknet, rühren Sie die Fugenmasse an und verteilen sie großzügig mit einer Gummikelle auf der Fläche. Die Wischrichtung ist dabei immer diagonal zu den Fugenlinien. Überschüssige Fugenmasse ziehen Sie mit dem Fugengummi danach ab. Sparen Sie auch die Anschlussfugen zur Wand oder zum Boden aus. Diese Fugen werden mit elastischem Material wie Silikon gefüllt, um Spannungen der Fläche auszugleichen und spätere Risse zu vermeiden.
  6. Sobald die Fugenmasse etwas angetrocknet ist, wird mit einem großen Schwamm die gesamte Fläche vorgewaschen. Mit dem gesäuberten Schwamm folgt der Abschluss, bei dem noch einmal die Fugen vorsichtig geglättet und letzte Reste von Fugenmasse von den Fliesen entfernt werden. 

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