Es gibt viele Geschichten, die sich um den Valentinstag und seine Entstehung ranken. Der genaue Ursprung dieses Tages und seit wann er gefeiert wird, können dabei heute nicht mehr zweifelsfrei festgestellt werden. Am verbreitetsten ist jedoch die Legende um den Heiligen Valentin von Terni.

Die Legende des Valentin von Terni

Valentin war vermutlich ein Bischof, der im 3. Jhd. nach Chr. in der römischen Stadt Interamna, dem heutigen Terni, gelebt haben soll.

  • Seit dem 1. Jhd. nach Chr. hatte die Christenverfolgung im Römischen Reich immer mehr zugenommen und befand sich zu der Zeit, in der Valentin von Terni gelebt haben soll, auf dem Höhepunkt.
  • Außerdem herrschten von 235 bis 285 nach Chr. die sogenannten Soldatenkaiser in Rom, deren Hauptaufgabe darin bestand, das riesige Reich vor dem Zerfall zu bewahren und die Grenzen vor einfallenden Gegnern zu beschützen. Dafür brauchten sie unverheiratete Männer, die bereit waren, bis zum Tod zu kämpfen.
  • Die Legende erzählt, dass Valentin von Terni Paare heimlich christlich getraut habe, auch Soldaten. Letztere jedoch durften nach einem Erlass von Kaiser Glaudius Gothicus keine Familie gründen. Unter anderem deswegen soll Bischof Valentin im Jahre 268 oder 269 nach Chr. hingerichtet worden sein.
  • Später wurde Valentin von der Kirche heiliggesprochen. Ob es sich dabei aber tatsächlich um Valentin von Terni handelt, ist schwer zu sagen, da es auch noch andere christliche Märtyrer gab, die mit dem Namen Valentin in Verbindung gebracht werden können.

Der Heilige Valentin und seine Verbindung zum 14. Februar

Auf die Frage, warum der 14. Februar der Tag des Heiligen Valentins ist, gibt es keine eindeutige Antwort.

  • Der Legende nach soll die Hinrichtung des Heiligen Valentin von Terni an einem 14. Februar gewesen sein.
  • Wahrscheinlicher ist jedoch, dass man das Datum einem römischen Feiertag entnahm. Am 14. Februar wurde der Göttin Juno, der Schutzherrin für Ehe und Familie, gedacht. Bei der Festlegung der christlichen Feiertage war es nicht unüblich, Daten und Bräuche von „heidnischen“ Festen zu übernehmen, um die Akzeptanz der Menschen zu verbessern.
  • Wann genau und wieso der 14. Februar mit dem Heiligen Valentin in Verbindung gebracht worden ist, lässt sich nicht mehr eindeutig nachvollziehen. Fest steht jedoch, dass dieses Datum später von der Kirche als Gedenktag eingeführt worden ist.

Die Anfänge der Valentinsfeiern

Überlieferungen zu einem Kult in Bezug auf den Heiligen Valentin gibt es bereits ab dem 6. Jhd. nach Chr. Die Ausbreitung der Feierlichkeiten begann im 14. und 15. Jhd. nach Chr., vor allem im angelsächsischen und französischen Sprachraum.

  • Zum einen vermutet man, dass durch den Minnesang und der damit verbundenen Huldigung der Frauen auch die Bräuche des Valentinstages zuerst beim Adel und später beim Bürgertum zunehmend aufgegriffen worden sind.
  • Zum anderen wurde von dem englischen Dichter Geoffrey Chaucer das „Parlament der Vögel“ anlässlich der Valentinsfeierlichkeiten am Hofe Richard II verfasst. In diesem 100-strophigen Werk geht es darum, wie die Vögel Hochzeit feiern und jeder Topf seinen Deckel findet. Damit trug das Gedicht zur Bekanntheit und Beliebtheit des Valentinstages bei.

Wie der Valentinstag in Deutschland populär wurde

Vermutlich wurden auch in Deutschland in früheren Zeiten Feierlichkeiten zu Ehren des Heiligen Valentins abgehalten.

  • Im Gegensatz zum angelsächsischen und französischen Sprachraum verlor der Brauch bei uns mit den Jahrhunderten aber an Bedeutung.
  • Von England aus kam der Valentinstag mit den ersten Auswanderern in die Vereinigten Staaten. Hier begann dann auch die Vermarktung des 14. Februars, wie wir sie heute kennen.
  • Nach dem Ende des 2. Weltkrieges brachten die amerikanischen Soldaten den Valentinstag wieder mit nach Westdeutschland.
  • Seit den 50er Jahren ist dieser Feiertag in Deutschland dann immer populärer geworden, nicht zuletzt auch durch die Werbung der Blumen- und Süßwarenindustrie.

Seit wann gibt es Blumen und Geschenke am 14. Februar?

Auch auf die Frage, seit wann es am Valentinstag Blumen und Geschenke gibt, kann man unterschiedlich antworten. Zyniker würden sagen, dass dies eine Erfindung der Floristen und Süßwarenindustrie ist.

  • Tatsächlich ist das Ritual des Beschenkens an diesem Tag jedoch sehr viel älter. Schon zu den Feierlichkeiten für die Göttin Juno war es Brauch, den Frauen Blumen zu überreichen. Valentin von Terni soll den von ihm frisch vermählten Paaren oder Passanten, die an seinem Haus vorbei kamen, Gaben aus seinem eigenen Garten gegeben haben.
  • Ab dem Mittelalter kamen kleine Geschenke, selbstverfasste Gedichte und anonyme Liebesbriefe hinzu.

Für Verliebte geht es darum, am Valentinstag eine Möglichkeit zu haben, ihren Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Aber es ist auch interessant zu wissen, seit wann dieser Tag gefeiert wird und welche Ereignisse ihm zu Grunde liegen, um die wahre Bedeutung nicht zu vergessen.