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Schwerbehindertenprozente steuermindernd geltend machen - so geht's

Es kann sein, dass Sie entweder von Geburt an oder nach einem Unfall zu der Gruppe der Schwerbehinderten gehören und nicht auf normale Weise am öffentlichen Leben teilhaben können. Dann erhalten Sie durch das Versorgungsamt einen Schwerbehindertenausweis und haben die Möglichkeit, bei der Steuererklärung durch Schwerbehindertenprozente Ihr zu versteuerndes Einkommen zu senken.

Beim Finanzamt können Sie Schwerbehindertenprozente einsetzen.
Beim Finanzamt können Sie Schwerbehindertenprozente einsetzen.

Wie Sie Ihre Schwerbehindertenprozente steuerlich geltend machen

Sind Sie zur Abgabe Ihrer Einkommenssteuererklärung aufgefordert, so können Sie aufgrund Ihrer Behinderung Ihre Schwerbehindertenprozente steuerlich geltend machen.

  • Beim Geltendmachen von Schwerbehindertenprozenten in der Steuererklärung haben Sie die Wahl zwischen den genauen Aufstellungen Ihrer besonderen Ausgaben oder den von der Finanzbehörde aufgestellten Pauschalbeträgen. Das Finanzamt erkennt beides gleichermaßen an.
  • Die Staffelung der Pauschalbeträge richtet sich nach Ihrem Grad der Behinderung, wobei es nicht auf die Sonderbuchstaben in Ihrem Schwerbehindertenausweis ankommt, sondern auf den reinen Prozentsatz. So beträgt der Pauschalbetrag bei Behinderungen zwischen 25% und 30% 310,- Euro, bis zu 40% 430,- Euro, zwischen 45% und 59% immerhin 570,- Euro, bis zu 60% 720,- Euro, bis 70% schon 890,- Euro, zwischen 75% und 80% 1060,- Euro, bis zu 90% immerhin noch 1230,- Euro und am Ende bis zu 100% sogar 1420,- Euro. Hinzu kommt noch, dass bei blinden und hilflos behinderten Menschen der Pauschalbetrag sogar 3700,- Euro jährlich beträgt.
  • Allerdings stehen Ihnen die Pauschalbeträge bis zu 50% der Schwerbehindertenprozente nur dann zu, wenn wegen Ihrer Behinderung Anspruch auf eine gesetzliche Rente oder andere Bezüge bestehen oder wenn Ihre Behinderung zu einer ständigen Beeinflussung Ihrer Beweglichkeit führt bzw. auf einer typischen Berufskrankheit beruht. Die Schwerbehindertenprozente für Ihr Kind können Sie in der Anlage KIND geltend machen, wenn Sie einen Anspruch auf das Kindergeld oder die Freibeträge haben.
  • Wenn Ihnen regelmäßige Hinterbliebenenbezüge nach dem Bundesversorgungsgesetz oder aus der gesetzlichen Unfallversicherung bewilligt wurden, können Sie zudem bei Ihrer Finanzbehörde einen Pauschalbetrag von 370,- Euro zusätzlich beantragen. Die erforderlichen Nachweise werden Ihnen von Ihrem zuständigen Versorgungsamt ausgestellt. Allerdings reicht der Rentenbescheid alleine nicht aus. Sie können auch mit einem entsprechenden Nachweis über die Pflegestufe III den zustehenden Behindertenpauschalbetrag von 3700,- Euro gewährt bekommen.
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