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Schwarzarbeit melden - so geht's anonym

Schwarzarbeit zu melden ist wichtig, um den deutschen Staat vor finanziellen Einbußen zu schützen. Wenn Sie sich an einige Hinweise halten, wird es Ihnen nicht schwerfallen, dieser Bürgerpflicht nachzukommen, und Sie können schon bald Schwarzarbeiter anonym melden.

Schwarzarbeit kann man auch anonym melden.
Schwarzarbeit kann man auch anonym melden.

Was ist Schwarzarbeit?

Man spricht von Schwarzarbeit, wenn man einer Beschäftigung nachgeht, ohne beim Staat angemeldet zu sein.

  • Dies bedeutet, dass man keinerlei Steuern bezahlt und für den Zeitraum der Arbeit auch nicht versichert ist. Es ist sowohl Arbeitnehmern als auch Arbeitgebern untersagt, durch Schwarzarbeit Geld zu verdienen, da der Staat dadurch erhebliche finanzielle Einbußen erleidet.
  • Aus diesem Grund wird immer stärker nach Schwarzarbeitern und solchen, die diese beschäftigen, gesucht.

Daran erkennen Sie Schwarzarbeit

  • Ihre Nachbarinnen wechseln öfters als sonst ihre Frisuren, bestreiten aber, dass sie einen Profi an ihr Haar lassen.
  • Sie beobachten, dass in einem Haus verschiedene Dienstleistungen wie Haarstyling, Fußpflege, Näharbeiten, Autoreparaturen erbracht werden, es gibt aber kein Firmenschild - all das sind möglicherweise Zeichen von Schwarzarbeit, die Sie anzeigen können.
  • Ihr Nachbar verwirklicht ein Bauvorhaben. Sie finden an der Baustelle absolut keinen Hinweis auf die Baufirma. Nähert sich ein Polizeifahrzeug, ist keine Tätigkeit auf der Baustelle feststellbar. Die Arbeiter haben alle gleichzeitig den Drang zur Toilette.
  • Handwerker wie Fliesenleger, Maurer, Schreiner, die keine eigene Firma haben und meist weit nach Feierabend oder am Wochenende auf Baustellen arbeiten, gehen meist einer nicht angemeldeten Arbeit nach.
  • Das Fehlen eines Vertrages und die Zahlung in bar sind sehr verdächtige Handlungen in Hinblick auf Schwarzarbeit.

So melden Sie illegale Beschäftigung

  • Der Zoll beschäftigt sich in Deutschland mit dem Problem der Schwarzarbeit. Somit können Sie jegliche Schwarzarbeit auch beim Zoll selbst melden. Über die Auskunft oder das Internet können Sie sich über die jeweiligen Zolladressen und Telefonnummern informieren, da für jede Region jeweils eine andere Zollstelle zuständig ist.
  • Selbstverständlich dürfen Ihre persönlichen Daten, die Sie beim Zoll angeben, wenn Sie die Schwarzarbeit melden, nicht weiter verwendet werden. Falls Sie jedoch Datenmissbrauch fürchten, können Sie sich anonym beim Zoll melden. Der Zoll selbst freut sich über alle Bürger und Bürgerinnen, die Schwarzarbeit melden und somit den deutschen Staat bei seiner Arbeit unterstützen.
  • Wenn Sie Ihre örtliche Anlaufstelle nicht kennen, können Sie sich immer bei der Hauptstelle der Finanzkontrolle Schwarzarbeit, der Bundesfinanzdirektion West, wenden. Ihre Hinweise gibt die Behörde dann garantiert an die örtliche Einsatzstelle zur Bearbeitung weiter.
  • Hier sind Sie immer dann gut aufgehoben, wenn es um eine nicht angemeldete, aber meldepflichtige Beschäftigung bzw. Selbstständigkeit oder ein Gewerbe handelt. Dann ist die Schwarzarbeit steuerrechtlich ebenso relevant wie für Sozialversicherungsbeiträge und die Mitgliedschaftspflicht in Berufsverbänden usw.
  • Die Finanzbehörden ermitteln bei Steuerhinterziehung und Steuerbetrug. Ermittlungen der Finanzbehörde sind sehr zeitaufwendig.
  • Jede Polizeidienststelle muss Ihre Anzeige von Schwarzarbeit aufnehmen und die Ermittlungen aufnehmen.

So melden Sie den Steuerbetrug

  • Es gibt auch andere Fälle von vermuteter Schwarzarbeit, in der Sie weitere Stellen über Ihren Verdacht informieren können.
  • Arbeitet jemand auffällig viel und lebt auf unglaubwürdig großem Fuß, obwohl er Arbeitslosengeld bekommt, handelt es sich eventuell rechtlich nicht um Schwarzarbeit. Hier könnte eine nicht angemeldete Nebentätigkeit vorliegen, die Sie natürlich ebenfalls melden können. Dann sollten Sie sich mit Ihrem Misstrauen am besten direkt an die zuständige ARGE wenden.
  • Auch die Polizei, das Finanzamt, die Handwerks- und Handelskammer und das Ordnungsamt können von Ihnen als Anlaufstellen für das Melden von Schwarzarbeit genutzt werden.
  • Sie können immer persönlich kommen, anrufen oder sich schriftlich per Brief bzw. E-Mail melden. Im Internet finden Sie ein Formular für die Anzeige von Schwarzarbeit.
  • Im weiteren Verlauf wird man Sie eventuell um weitere Angaben bitten, Ihre Anonymität ist jedoch garantiert gewahrt, Sie können eine Anzeige auch ohne Absender abgeben. Je mehr Informationen Sie haben, desto besser kann der Verdacht verfolgt werden. Erzählen Sie auch Dinge, von denen Sie nicht sicher sind, inwiefern sie relevant sind.
  • Überlegen Sie sich vorher selbst, ob Sie gute Gründe für eine Meldung Ihres Verdachts haben. Natürlich sollten Sie nicht als Nachbarschaftspolizist bei harmlosen, kleinen Gefälligkeiten aktiv werden. Handelt jemand Ihrer Wahrnehmung nach aber wirklich Unrecht, verdient er es auch, überprüft zu werden.

Weitere Autoren: Esther Kaufmann, Roswitha Gladel

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